Seneszente Zellen: Blockade von PD-L2 verbessert Griffkraft
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 22:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Forschungsgruppe um Selim Chaib am Cedars-Sinai Medical Center hat ein Protein identifiziert, das seneszente Zellen vor dem körpereigenen Immunsystem verbirgt. Nach Angaben der Forschenden könnte die gezielte Blockade dieses Proteins namens PD-L2 dazu beitragen, altersbedingte Funktionseinbußen in Geweben zu reduzieren.
Ein Versteck für alternde Zellen
Seneszente Zellen sind Zellen, die sich nicht mehr teilen, aber nicht absterben. Sie reichern sich mit zunehmendem Alter in Geweben an und tragen laut vielen Studien zu chronischen Entzündungen und Funktionsverlust bei. Normalerweise erkennt das Immunsystem solche Zellen und beseitigt sie.
Die Arbeit von Chaib und Kolleginnen und Kollegen, veröffentlicht auf cell.com, beschreibt jedoch einen Mechanismus, mit dem sich seneszente Zellen dieser Kontrolle entziehen: Sie produzieren PD-L2, das Immunzellen offenbar daran hindert, sie zu erkennen und zu entfernen.
Laut Cedars-Sinai fungiert PD-L2 damit als eine Art Tarnung, die alternden Zellen erlaubt, sich im Gewebe anzusammeln, obwohl sie normalerweise entfernt werden müssten.
Ergebnisse aus Tierversuchen
Mit den Jahren sammeln sich Zellen im Gewebe, die sich nicht mehr teilen, aber auch nicht absterben — und die das Immunsystem offenbar nicht mehr erreicht. Forschende am Cedars-Sinai Medical Center haben nun ein Protein beschrieben, das genau diese Zellen tarnt. Unser kostenloser Überblick ordnet ein, was das für das Verständnis von Altersentzündung bedeutet und welche Schritte Sie heute gehen können. Kostenlosen Überblick zur Seneszenz-Forschung anfordern
In Experimenten mit Mäusen führte die Blockade von PD-L2 laut der Cedars-Sinai-Mitteilung zu mehreren messbaren Effekten: Die Zahl alternder Zellen ging zurück, ebenso die begleitende Entzündung. Gleichzeitig verbesserten sich zwei funktionale Marker – die Zuckeraufnahme der Tiere sowie ihre Griffkraft. Beide Werte gelten in der Alternsforschung häufig als Indikatoren für den allgemeinen physiologischen Zustand eines Organismus.
Hinweise aus menschlichem Zellmaterial
Die Forschenden untersuchten auch humane Zellen und stellten fest, dass ältere Zellen mehr PD-L2 produzierten als junge Zellen. Dieser Befund stützt die These, dass der beim Menschen beobachtete Mechanismus dem in den Mäuseversuchen ähnelt und PD-L2 möglicherweise eine übertragbare Rolle bei der Zellalterung spielt.
Ausblick auf Humanstudien
Nachlassende Griffkraft und chronische Entzündung wirken wie unvermeidbare Begleiter des Älterwerdens — doch die Alternsforschung beginnt zu verstehen, welche Mechanismen dahinterstehen. In Tierversuchen verbesserte die Blockade des Proteins PD-L2 unter anderem die Griffkraft und senkte die Entzündung; ob sich das auf Menschen übertragen lässt, ist noch offen. Unser kostenloser Überblick zeigt Ihnen, was heute belegt ist und welche Lebensstil-Schritte sich unabhängig davon lohnen. Jetzt die wichtigsten Forschungsergebnisse einordnen
Nach Angaben von medicalxpress.com ist der nächste Schritt der Forschungsgruppe, die Ergebnisse in Studien am Menschen zu überprüfen. Ob sich die in Mäusen beobachteten Effekte auf Entzündung, Stoffwechsel und Muskelkraft tatsächlich auf Menschen übertragen lassen, bleibt damit offen und wird erst in künftigen klinischen Untersuchungen geklärt werden können.
Die vorliegenden Befunde liefern dennoch einen Ansatzpunkt für die Erforschung von Wirkstoffen, die gezielt in die Immunerkennung seneszenter Zellen eingreifen – ein Forschungsfeld, das in den vergangenen Jahren im Zusammenhang mit altersbedingten Erkrankungen und chronischen Entzündungsprozessen zunehmend Aufmerksamkeit erhalten hat.
