Sexualisierte, Deepfakes

Sexualisierte Deepfakes: 10.700 FÀlle im Q1 2026 ungelöst

04.06.2026 - 06:52:07 | boerse-global.de

Immer mehr Privatpersonen werden Opfer von KI-generierten Missbrauchsbildern. Hessens Behörden fordern schÀrfere Gesetze zur TÀterverfolgung.

Sexualisierte Deepfakes: 10.700 FĂ€lle im Q1 2026 ungelöst - Bild: ĂŒber boerse-global.de
Sexualisierte Deepfakes: 10.700 FĂ€lle im Q1 2026 ungelöst - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Neue Software ermöglicht die Erstellung manipulierter Inhalte ohne großen Aufwand – und das fĂŒr jeden.

UrsprĂŒnglich standen vor allem Prominente im Fokus. Doch die Zugangsschwelle ist drastisch gesunken. Die Programme sind teils kostenfrei verfĂŒgbar und erfordern keine tiefgehenden technischen Kenntnisse. Die Behörde stuft die KI-generierten Inhalte als bildbasierte sexuelle Gewalt ein. Ziel sei es, Frauen zu demĂŒtigen, zu diskreditieren und zu sexualisieren.

Betroffen sind inzwischen vermehrt Arbeitskolleginnen, Ex-Partnerinnen, Nachbarinnen oder SchĂŒlerinnen. Als Tatmotive identifizierten die Experten Rache, Kontrolle, sexuelle Befriedigung und die kommerzielle Verbreitung der Inhalte.

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Behörden bĂŒndeln Ressourcen gegen digitale Gewalt

Hessen hat reagiert. Seit dem 1. April 2026 bĂŒndelt eine zentrale Ansprechstelle beim Landeskriminalamt (LKA) die Erkenntnisse in einem landesweiten Lagebild. Die Spezialeinheit FOKUS mit ĂŒber 300 Mitarbeitern unterstĂŒtzt die Strafverfolgung. Innenminister Roman Poseck betont, dass Kriminelle zunehmend öffentliche Fotos missbrauchen, um sexualisierte Darstellungen zu generieren.

Die strafrechtliche Verfolgung steht vor großen HĂŒrden. Laut Justizminister Christian Heinz bearbeitet die Zentralstelle zur BekĂ€mpfung der InternetkriminalitĂ€t (ZIT) jĂ€hrlich rund 100.000 Hinweise zu Kindesmissbrauch. Allein im ersten Quartal 2026 mussten ĂŒber 10.700 Hinweise eingestellt werden. Grund: Fehlende Speicherung von IP-Adressen verhindert die Identifizierung der TĂ€ter. Heinz fordert daher eine gesetzliche IP-Adressdatenspeicherung.

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Auch andere BundeslÀnder kÀmpfen mit dem Problem

In Niedersachsen registrierte das LKA im Jahr 2025 insgesamt 5.888 FĂ€lle – bei einer AufklĂ€rungsquote von 97 Prozent. In den Vorjahren lagen die Zahlen höher: 6.765 im Jahr 2024 und 7.981 im Jahr 2023. Die Behörden planen nun den verstĂ€rkten Einsatz von KĂŒnstlicher Intelligenz zur BĂŒndelung von Erkenntnissen sowie sogenannte Scheinkind-Operationen.

International zeichnen sich Àhnliche Tendenzen ab. In Finnland wurde ein 27-jÀhriger Mann angeklagt, der zwischen 2019 und 2022 online sexuellen Missbrauch an 361 Kindern begangen haben soll. Auf seinem Handy fanden Ermittler tausende Videos und Fotos. Der Prozess beginnt im September 2026.

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