Shamonda-Virus: Neue SHAV-EU2-Variante bei Rindern in vier BundeslÀndern
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 15:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat eine zweite Variante des Shamonda-Virus, bezeichnet als SHAV-EU2, in deutschen NutztierbestÀnden identifiziert.
Nach Analysen des Instituts, die in Berichten vom Anfang September 2026 dokumentiert wurden, ist diese Variante bei Rindern in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und ThĂŒringen nachgewiesen worden. Das Virus gehört zur Spezies Orthobunyavirus Schmallenbergense und steht in enger Verwandtschaft zum ursprĂŒnglichen Shamonda-Virus.
Differenzierung der Virusvarianten SHAV-EU1 und SHAV-EU2
Die wissenschaftliche Einordnung des FLI ergibt, dass es sich bei SHAV-EU2 um eine von der bisher bekannten Variante SHAV-EU1 unabhÀngige Linie handelt.
WĂ€hrend SHAV-EU1 bereits seit Juli 2026 in SĂŒddeutschland sowie in der Schweiz und Frankreich zirkuliert, deuten die aktuellen Befunde auf zwei getrennte Einschleppungsereignisse hin. Trotz der genetischen Unterschiede zwischen den beiden Varianten zeigen die betroffenen Tiere identische klinische Symptome.
Bislang wurde SHAV-EU2 ausschlieĂlich bei Rindern nachgewiesen. Ob auch andere Tierarten fĂŒr diese spezifische Variante empfĂ€nglich sind, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch ungeklĂ€rt. Zudem liegen laut FLI noch keine gesicherten Erkenntnisse darĂŒber vor, inwieweit ein Kreuzschutz zwischen den beiden Varianten besteht, ob also eine Infektion mit einer Variante vor der anderen schĂŒtzt.
Klinische Auswirkungen auf die Nutztierhaltung und Milchproduktion
Die neue SHAV-EU2-Variante ist in vier BundeslĂ€ndern nachgewiesen â und eine Impfung gibt es nicht. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie Ihre BestĂ€nde mit einer Biosicherheits-Checkliste schĂŒtzen und Milchleistungsverluste frĂŒh erkennen. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
Die Infektion mit dem Shamonda-Virus Ă€uĂert sich bei den betroffenen Tieren primĂ€r durch Fieber, Durchfall und einen signifikanten RĂŒckgang der Milchleistung. Diese Symptome beeintrĂ€chtigen die landwirtschaftliche Produktion unmittelbar, wenngleich die Erholungsphase der Tiere in der Regel zwei bis drei Wochen in Anspruch nimmt. Eine spezifische Impfung gegen das Virus steht derzeit nicht zur VerfĂŒgung.
Die Ăbertragung des Erregers erfolgt durch Gnitzen, eine Gattung kleiner MĂŒcken. FĂŒr den Menschen stellt das Virus nach EinschĂ€tzung des FLI keine Gefahr dar. Da fĂŒr das Shamonda-Virus keine gesetzliche Meldepflicht besteht, lassen sich keine exakten Fallzahlen fĂŒr das gesamte Bundesgebiet feststellen. Die Erfassung beruht weitgehend auf freiwilligen Untersuchungen und Stichproben.
Regionale Ausbreitung und Befunde in den BundeslÀndern
UnabhĂ€ngig von der neuen Variante SHAV-EU2 wurden allgemeine Nachweise des Shamonda-Virus in Baden-WĂŒrttemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Sachsen erbracht. In Rheinland-Pfalz meldete das Landesuntersuchungsamt (LUA) mit Stand vom 2. September 2026 insgesamt 62 positiv getestete RinderbestĂ€nde. Damit wurde das Virus erstmals in Mitteleuropa in diesem Umfang dokumentiert.
Neben Rindern sind in der Region Trier auch Schafe, Ziegen, Alpakas und Pferde betroffen. In Rheinland-Pfalz wurde zudem der erste Nachweis bei einem Pferd in Deutschland gefĂŒhrt; laut Berichten aus der Region Eifel, Mosel und HunsrĂŒck ist dort ein Pferd im Zusammenhang mit der Infektion verendet.
Fieber, Durchfall, MilchrĂŒckgang â die Symptome des Shamonda-Virus treffen auch Ihren Betrieb. Da keine Meldepflicht besteht, ist die Lage unĂŒbersichtlich. Mit dem Symptomleitfaden und den Stabilisierungsstrategien aus diesem Report reagieren Sie schnell und gezielt. Leitfaden zu FrĂŒherkennung und Milchstabilisierung sichern
In Sachsen wurde das Virus ebenfalls erstmals nachgewiesen. Berichte vom 1. September 2026 fĂŒhren vier betroffene BestĂ€nde im Vogtland sowie einen Fall im Erzgebirge auf. Auch hier zeigten die Tiere die typischen Symptome wie MilchrĂŒckgang und Fieber.
Fachleute weisen darauf hin, dass die Ăberwachung der BestĂ€nde aufgrund der fehlenden Meldepflicht erschwert bleibt, die wirtschaftlichen Folgen durch den MilchrĂŒckgang jedoch fĂŒr die betroffenen Betriebe spĂŒrbar sind.
Mehr zum Thema bei ZEIT Online: âRinder-Erreger: Neues Shamonda-Virus breitet sich bei Rindern ausâ
