SharePoint-Angriff: Schweizer Behörden-IT mit 200 kompromittierten Konten
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 01:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Schweizer Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) hat einen Cyberangriff auf seine On-Premises-Infrastruktur von Microsoft SharePoint bestätigt. Wie die Behörde am 4. August 2026 mitteilte, seien im Zuge des Vorfalls rund 200 Benutzerkonten kompromittiert worden. Nach aktuellen Erkenntnissen konzentriert sich der Vorfall auf spezifische Serverumgebungen des zentralen IT-Dienstleisters der Bundesverwaltung.
Entdeckung der Anomalien und technische Ursachen
Erste Unregelmäßigkeiten im System wurden bereits am 28. Juli festgestellt. Nach einer eingehenden Prüfung konnte das BIT den Verdacht auf einen unbefugten Zugriff am 31. Juli bestätigen. Die Angreifer nutzten dabei Sicherheitslücken in Microsoft SharePoint aus, die Mitte Juli 2026 offiziell offengelegt worden waren.
Die Schwere der ausgenutzten Schwachstellen wird dadurch unterstrichen, dass die US-amerikanische Cyber-Sicherheitsbehörde CISA diese bereits in ihren Katalog der bekannten ausgenutzten Sicherheitslücken (Known Exploited Vulnerabilities, KEV) aufgenommen hat. Das BIT reagierte auf die Bedrohungslage mit einer sofortigen Blockierung des externen Internetzugriffs auf die betroffenen Systeme, während zeitgleich die verfügbaren Sicherheits-Patches getestet wurden.
Maßnahmen zur Schadensbegrenzung und Systemwiederherstellung
Nach ersten Analysen der IT-Sicherheitsexperten gebe es bislang keine Hinweise darauf, dass über die Zugangsdaten der betroffenen Konten hinaus sensible Daten abgerufen wurden. Ein tatsächlicher Datenabfluss konnte laut den vorliegenden Berichten bisher nicht nachgewiesen werden. Als unmittelbare Sicherheitsmaßnahme wurden die Passwörter aller rund 200 betroffenen Konten zurückgesetzt.
Der Vorfall beim Schweizer BIT verdeutlicht, wie schnell Sicherheitslücken in etablierten Systemen zum Risiko werden können. Dieses kostenlose E-Book enthüllt, wie Unternehmen Sicherheitslücken proaktiv schließen und gleichzeitig neue gesetzliche Anforderungen erfüllen. IT-Sicherheit stärken ohne teure Investitionen
Um die Integrität der Infrastruktur langfristig zu gewährleisten, hat das BIT damit begonnen, die betroffenen Server vollständig neu aufzubauen beziehungsweise neu aufzusetzen. Dieser Prozess ist Teil einer umfassenden Bereinigungsstrategie, um mögliche Hintertüren oder verbliebene Schadsoftware der Angreifer sicher zu eliminieren.
Kooperation und Bedeutung für die kritische Infrastruktur
Die Aufarbeitung des Vorfalls erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Nationalen Zentrum für Cybersicherheit (NCSC) sowie dem Softwarehersteller Microsoft. Um andere Akteure zu warnen und die Sicherheit im staatlichen Umfeld zu erhöhen, hat das BIT die gewonnenen technischen Erkenntnisse und Indikatoren bereits mit dem Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) sowie den Betreibern kritischer Infrastrukturen in der Schweiz geteilt.
Angesichts der zunehmenden Angriffe auf staatliche und private Infrastrukturen wird eine proaktive Absicherung für Verantwortliche immer wichtiger. Erfahren Sie im kostenlosen Cyber-Security-Report, welche rechtlichen Pflichten und Bedrohungen Unternehmer jetzt kennen müssen. Gratis-Report zu neuen Cyberrisiken anfordern
Die Bedeutung des BIT für die Funktionsfähigkeit der Schweizer Behörden ist erheblich: Als größter IT-Dienstleister des Bundes betreut das Amt rund 50.000 Arbeitsplätze und verwaltet über 1.000 verschiedene Applikationen. Entsprechend hoch wird die Absicherung der Systeme gegen derartige Exploit-Versuche eingestuft, insbesondere wenn es sich um On-Premises-Lösungen handelt, die eine direkte Kontrolle der lokalen Server erfordern.
