SharePoint-Lücke, CVE-2026-58644

SharePoint-Lücke CVE-2026-58644: Microsoft-Systeme unter Angriff

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 06:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kritische SharePoint-Schwachstelle wird bereits ausgenutzt. CISA stuft die Gefahr als hoch ein und fordert schnelle Patches.

SharePoint-Sicherheitslücke: CISA warnt vor aktiven Angriffen
Gedimmter Serverraum mit blau leuchtenden Hardware-Racks, symbolisiert kritische Cybersicherheitsrisiken. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das US-Heimatschutzministerium hat eine schwerwiegende Sicherheitslücke in Microsoft SharePoint in den Katalog bekannter Schwachstellen aufgenommen. Der Fehler wird bereits aktiv von Angreifern ausgenutzt.

Gefährliche Deserialisierungs-Schwachstelle

Die als CVE-2026-58644 registrierte Sicherheitslücke betrifft mehrere lokale Installationen von Microsoft SharePoint. Konkret sind die Versionen SharePoint Server 2016, 2019 und die Subscription Edition verwundbar. Der Fehler ermöglicht es nicht authentifizierten Angreifern, aus der Ferne beliebigen Code auf den betroffenen Systemen auszuführen. Mit einem CVSS-Score von 9,8 von 10 gilt die Lücke als kritisch.

Sicherheitsforscher beobachteten, dass der Exploit bereits vor der Veröffentlichung offizieller Patches in freier Wildbahn eingesetzt wurde. Microsoft reagierte am 14. Juli 2026 mit einem Sicherheitsupdate im Rahmen seines monatlichen Patch-Zyklus.

Behörden schlagen Alarm

Die US-Behörde für Cybersicherheit und Infrastruktursicherheit (CISA) hat die Schwachstelle am 25. Juli 2026 in ihren Katalog bekannter ausgenutzter Schwachstellen aufgenommen. Bundesbehörden wurden angewiesen, die notwendigen Patches bis zum 19. Juli 2026 einzuspielen. Cybersicherheitsexperten drängen alle Organisationen, die SharePoint einsetzen, die Updates zu priorisieren und die Systeme auf mögliche Einbruchsspuren zu untersuchen.

Zehntausende Server bleiben ungepatcht

Die Sicherheitslage wird durch eine weitere Deserialisierungs-Schwachstelle verschärft: CVE-2026-50522. Obwohl Microsoft auch hierfür im Juli 2026 einen Patch veröffentlichte, zeigen Branchenberichte, dass weltweit mehr als 10.000 SharePoint-Server weiterhin ungeschützt sind. Die Gefahr stieg dramatisch, als am 20. Juli 2026 ein Proof-of-Concept-Exploit veröffentlicht wurde. Innerhalb weniger Stunden folgten automatisierte Scan- und Angriffsversuche.

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Technische Pannen erschweren Patch-Verteilung

Die Situation wird durch einen technischen Fehler in den Windows Server Update Services (WSUS) zusätzlich erschwert. Ein Synchronisationsfehler, der seit dem 13. Juli 2026 gemeldet wird, blockiert die automatisierte Auslieferung von Sicherheitsupdates für mehrere Schwachstellen, darunter CVE-2026-56164 und CVE-2026-56155. Experten warnen, dass diese Verzögerung das Zeitfenster für Verteidiger drastisch verkürzt, bevor Angreifer ihre Exploit-Ketten automatisieren.

Angriffswelle auf Unternehmenssoftware

Die Angriffe auf SharePoint sind Teil einer breiteren Kampagne gegen Unternehmenssoftware. Sicherheitsanalysten haben Verbindungen zur Cl0p-Erpressungsgruppe identifiziert. Deren Mitglieder nutzen eine separate kritische Schwachstelle (CVE-2026-12569) in PTC Windchill und FlexPLM-Servern aus. Seit Anfang Juni 2026 setzen Angreifer diese Lücken ein, um Webshells zu installieren und sensible Produktdaten sowie Konstruktionsunterlagen zu stehlen.

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Russische Gruppe im Visier

Parallel dazu berichten Sicherheitsexperten von Aktivitäten der russischen Gruppe Laundry Bear. Die Gruppe hat erfolgreich ungepatchte Zimbra Collaboration Suite-Server angegriffen. Die ausgenutzte Schwachstelle wurde zwar Ende 2025 geschlossen, doch viele Systeme blieben ungepatcht. Die mehrstufigen Angriffe richten sich gegen Regierungs-, Verteidigungs- und Energieunternehmen.

Der Trend ist eindeutig: Hochprofessionelle Angreifergruppen kombinieren alte, ungepatchte Schwachstellen mit neu entdeckten Zero-Day-Lücken, um ihre Reichweite in westlicher Infrastruktur zu maximieren. Für Unternehmen bedeutet das: Patchen ist keine Option mehr, sondern Überlebensnotwendigkeit.

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