SharePoint-Lücken: Kritische Patches bis 12. August erforderlich
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 01:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mehrere schwerwiegende Sicherheitslücken in Microsoft SharePoint Server werden aktiv ausgenutzt. Betroffen sind auch zahlreiche Unternehmen und Behörden in Deutschland.
Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA hat mehrere kritische Verwundbarkeiten in lokalen Microsoft-SharePoint-Installationen gemeldet. Angreifer nutzen die Lücken aktiv aus, um Schadcode auszuführen und sich dauerhaften Zugang zu Netzwerken zu verschaffen. Für deutsche Firmen, die SharePoint on-premises betreiben, besteht dringender Handlungsbedarf.
Kritische Lücke mit höchster Warnstufe
Besonders brisant ist die Schwachstelle CVE-2026-58644 mit einem CVSS-Score von 9,8. Über eine Deserialisierungs-Schwachstelle können Angreifer mit Site-Owner-Rechten beliebigen Code auf dem Server ausführen. Die Lücke wird bereits in freier Wildbahn ausgenutzt. US-Behörden mussten den Patch bereits bis zum 19. Juli 2026 einspielen – deutsche Administratoren sollten ähnlich zügig handeln.
Eine weitere kritische Lücke, CVE-2026-55040 (CVSS 9,1), betrifft SharePoint Server Subscription Edition sowie die Versionen 2016 und 2019. Sie ist Teil einer Angriffskette des Akteurs Storm-2603 und wurde Mitte Juli in den Katalog bekannter ausgenutzter Schwachstellen aufgenommen.
Angreifer stehlen Server-Schlüssel
Neben den Remote-Code-Execution-Lücken stehen drei weitere Schwachstellen im Fokus: CVE-2026-32201, CVE-2026-45659 und CVE-2026-56164. Angreifer nutzen sie, um IIS-Machine-Keys zu stehlen. Mit diesen Schlüsseln können sie Schadsoftware installieren und langfristig im Netzwerk präsent bleiben.
Sicherheitsforscher beobachten zudem eine „Half-Click“-Strategie, die bereits bei Outlook Web Access zum Einsatz kam. Der Akteur TA488 platzierte dabei eine Hintertür im Browser-Speicher – betroffen waren Regierungen, Finanzinstitute und Telekommunikationsunternehmen in Europa und den USA.
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Mehrstufige Verteidigung erforderlich
Microsoft und CISA empfehlen einen mehrschichtigen Ansatz. Für SharePoint-Server ist eine feste Patch-Reihenfolge nötig: Zuerst Vorab-Updates wie KB5002799, dann die Juli-Updates und schließlich die für den 12. August geplanten Patches. Administratoren müssen zudem das PSConfig-Tool ausführen und den Erfolg mit Get-SPProduct verifizieren.
Darüber hinaus raten Experten zu weiteren Härtungsmaßnahmen:
- IIS-Machine-Keys rotieren, um gestohlene Zugangsdaten zu entwerten
- AMSI aktivieren für tiefere Sicherheitsprüfungen
- Detailliertes Logging zur Erkennung von Angriffsspuren
- Internet-Exposition von SharePoint-Servern einschränken
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Automatisierte Hilfe in Sicht
Neue Technologien sollen die Verwundbarkeits-Verwaltung künftig erleichtern. Microsofts Projekt Perception startet am 3. August 2026 in die öffentliche Vorschau. Das KI-Modell MAI-Cyber-1-Flash soll Bedrohungen schneller identifizieren und beheben als manuelle Methoden. Angesichts eines gemeldeten Anstiegs kritischer Schwachstellen um 650 Prozent in den letzten vier Jahren sind solche automatisierten Werkzeuge dringend nötig – auch für die oft unterbesetzten Sicherheitsteams deutscher Mittelständler.
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