Sicherheitsrisiko, Windows

Sicherheitsrisiko Windows 10: 1.930 Schwachstellen vs. 652 bei Windows 11

Veröffentlicht: 19.07.2026 um 04:13 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Microsoft beendet im Oktober 2026 den Support für Windows Server 2022 und mehrere Windows 10/11 Editionen. Administratoren müssen jetzt handeln.

Windows Support-Ende 2026: Server und Clients im Fokus
Digitaler Kalender mit hervorgehobenem 13. Oktober 2026, unscharfe Server und Code im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Bis Oktober 2026 laufen entscheidende Support-Fristen für Windows Server und Windows 10/11 ab. Administratoren müssen jetzt handeln.

Der Countdown läuft: Microsoft hat signalisiert, dass mehrere zentrale Software-Versionen in ihre letzten Monate des Mainstream-Supports gehen. Die wichtigsten Fristen konzentrieren sich auf Oktober 2026 – betroffen sind Windows Server 2022 sowie spezifische Editionen von Windows 10 und Windows 11.

Windows Server 2022: Mainstream-Support endet im Oktober

Am 13. Oktober 2026 endet der Mainstream-Support für Windows Server 2022. Zwar wechselt das Betriebssystem danach in den Extended Support, der Sicherheitsupdates bis Oktober 2031 bietet. Doch neue Funktionen und nicht-sicherheitsrelevante Updates wird es nicht mehr geben.

Eine zusätzliche Hürde: Microsoft 365 Apps auf Windows Server 2022 erreichen bereits einen Tag später, am 14. Oktober 2026, ihr eigenes Support-Ende. Administratoren sollten ihre Office-Umgebungen vor diesem Datum migrieren, um Kompatibilitätsprobleme zu vermeiden. Microsoft empfiehlt den Umstieg auf Windows Server 2025 – dieser bietet Mainstream-Support bis Ende 2029 und Extended Support bis 2034.

Windows 10 und 11: Mehrere Editionen sterben aus

Auch auf der Client-Seite stehen wichtige Daten an. Am 13. Oktober 2026 endet der Support für:

  • Windows 11 24H2 (Home und Pro)
  • Windows 10 Enterprise LTSB 2016

Die Enterprise- und Education-Editionen von Windows 11 24H2 bleiben noch bis Oktober 2027 unterstützt. Nutzer der Home- und Pro-Versionen sollten auf Version 25H2 aktualisieren.

Doch viele zögern noch: Laut aktuellen Daten vom Juli 2026 laufen rund 16,9 Prozent aller Windows-Geräte weiterhin mit Windows 10. Das ist ein Sicherheitsrisiko. Analysten haben eine erhebliche Sicherheitslücke zwischen den Generationen festgestellt: Ein durchschnittliches Windows-10-Gerät weist rund 1.930 aktive Schwachstellen auf – bei Windows 11 sind es nur 652.

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Für hartnäckige Windows-10-Nutzer bietet Microsoft Extended Security Updates (ESU) an: für Unternehmen bis Oktober 2028, für Privatnutzer bis Oktober 2027.

Rekordverdächtiger Juli: Größtes Patch-Update aller Zeiten

Die Support-Warnungen fallen mit einem massiven Sicherheitsupdate zusammen. Der Patch Tuesday im Juli 2026 stellte einen neuen Rekord auf: Zwischen 570 und 722 Sicherheitslücken wurden geschlossen, darunter über 60 kritische Schwachstellen und mindestens drei Zero-Day-Lücken.

Besonders brisant: SharePoint Server 2016 und 2019 erreichten bereits am 14. Juli 2026 das Ende ihres Extended Supports. Sicherheitsforscher haben mehrere aktiv ausgenutzte Schwachstellen identifiziert, darunter CVE-2026-56164 und CVE-2026-58644. Angreifer stehlen offenbar IIS-Maschinenschlüssel, um selbst nach eingespielten Patches Zugriff zu behalten. Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA empfiehlt, diese Schlüssel zu rotieren und betroffene Server vom offenen Internet zu trennen.

OneDrive-Änderungen und neue Installations-Tools

Ab dem 15. August 2026 stellt Microsoft Updates für die OneDrive-Sync-App auf Windows-10-Versionen vor 22H2 ein. Nutzer älterer Builds verlieren dann die Synchronisationsfähigkeit. Windows 10 22H2 selbst wird noch bis Oktober 2028 unterstützt.

Parallel dazu hat Microsoft ein aktualisiertes Media Creation Tool zusammen mit dem Update KB5101650 für Windows 11 veröffentlicht. Es erleichtert USB-Installationen der Versionen 24H2 und 25H2 und schließt gleichzeitig eine länger bekannte Sicherheitslücke.

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Neue Zero-Day „LegacyHive" im Windows User Profile Service

Sicherheitsexperten beobachten derzeit eine weitere Zero-Day-Schwachstelle mit dem Codenamen „LegacyHive". Sie betrifft den Windows User Profile Service und ermöglicht es potenziell nicht-administrativen Nutzern, Registry-Hives anderer Konten zu manipulieren. Microsoft Defender for Endpoint kann die Bedrohung erkennen – ein offizieller Patch mit CVE-Nummer wurde jedoch bis Mitte Juli 2026 noch nicht veröffentlicht.

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