Sicherheitswelle, CISA

Sicherheitswelle September: CISA warnt vor Angriffen auf Cisco, Citrix, Adobe

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 21:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Cisco bestätigt Angriffe auf eine kritische FMC-Lücke. Auch Citrix, Fortinet, Adobe und MikroTik stehen wegen ausgenutzter Schwachstellen im Fokus.

Cisco-Firewall akut gefährdet: CISA warnt vor aktiven Angriffen
Ein modern beleuchteter Serverraum mit metallischen Bodenfliesen und dunklen Schaltschränken in einer kühlen, industriellen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Der Netzwerk-Spezialist Cisco hat die aktive Ausnutzung einer schwerwiegenden Schwachstelle in seinem Secure Firewall Management Center (FMC) bestätigt. Die mit dem maximalen Risikowert bewertete Lücke ermöglicht Angreifern den vollständigen Zugriff auf betroffene Systeme. Parallel dazu warnten Behörden und Sicherheitsforscher vor einer Welle weiterer Angriffe auf Infrastrukturen von Citrix, Fortinet und Adobe.

Cisco informierte darüber, dass die Schwachstelle mit der Kennung CVE-2026-20079 aktiv ausgenutzt werde. Diese weist einen CVSS-Score von 10,0 auf und erlaubt es unbefugten Akteuren, die Authentifizierung zu umgehen und Root-Zugriffsrechte auf dem FMC zu erlangen. Das Product Security Incident Response Team (PSIRT) des Unternehmens habe bereits im August 2026 Kenntnis von diesen Vorfällen erhalten.

Behördliche Warnung und technische Details zu Cisco FMC

Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA reagierte auf die Entwicklung und nahm die Schwachstelle am 9. September 2026 in den Katalog bekannter ausgenutzter Schwachstellen (Known Exploited Vulnerabilities, KEV) auf. Für zivile Bundesbehörden in den USA (FCEB) wurde eine Frist bis zum 12. September 2026 gesetzt, um Sicherheitsmaßnahmen sowie eine forensische Triage durchzuführen.

Nach Angaben von Cisco sind die FMC-Versionen 7.0, 7.2, 7.4, 7.6, 7.7 und 10.0 von der Sicherheitslücke betroffen. Entdeckt wurde die Schwachstelle bereits im März 2026 durch einen Mitarbeiter des Unternehmens; seit diesem Zeitpunkt stehen auch entsprechende Patches zur Verfügung.

Ein Proof-of-Concept (PoC) für CVE-2026-20079 wurde jedoch am 20. August 2026 öffentlich zugänglich gemacht. Da keine praktikablen Behelfslösungen existieren, ist die Installation von Sicherheits-Updates oder Hotfixes zwingend erforderlich. Ein umfassendes Hardening-Release wurde für die Woche ab dem 14. September 2026 angekündigt.

Sicherheitsanalysten ordnen die aktuelle Angriffswelle drei spezifischen Clustern zu: UAT-12197, das Webshells einsetzt, UAT-11823, das mit Akteuren wie Sandworm in Verbindung gebracht wird, sowie UAT-11988, das der Qilin-Ransomware-Gruppe zugeschrieben wird.

Zudem werde seit Ende Juli 2026 eine weitere Schwachstelle (CVE-2026-20316) mit statischen Zugangsdaten im FMC ausgenutzt, die einen CVSS-Wert von 5.3 aufweist.

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Ausweitung der Bedrohungslage auf Citrix und Fortinet

Neben Cisco stehen weitere Anbieter von Netzwerklösungen im Fokus von Angreifern. Die CISA ergänzte ihre Warnliste am 9. September 2026 ebenfalls um Lücken bei Citrix und Fortinet. Bei Citrix betrifft dies CVE-2026-19490 im NetScaler ADC und Gateway.

Die Schwachstelle mit einem CVSS-Score von 9.3 wird seit mindestens dem 3. September 2026 ausgenutzt. Ein Patch des Herstellers steht seit dem 19. August 2026 bereit. Sicherheitsforscher verzeichneten allein am 8. September 2026 insgesamt 36 Exploit-Versuche gegen NetScaler-Instanzen, bei einer Gesamtzahl von 56 Versuchen seit Monatsbeginn.

Im Falle von Fortinet wird die Schwachstelle CVE-2025-25249 (CVSS 7.4) in FortiOS und dem FortiSwitchManager zur Verteilung des Trojaners PivotC2-RAT genutzt.

Obwohl die Lücke bereits seit Januar 2026 gepatcht ist, wurden laut Marktbeobachtern über 30.000 IP-Adressen angegriffen und 178 Geräte infiziert. Dabei kam es in mindestens zwei Fällen bei US-Organisationen zu einem Abfluss von Daten.

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Kritische Lage bei Adobe Commerce und MikroTik

Ein hohes Risiko besteht derzeit auch für E-Commerce-Plattformen auf Basis von Adobe Commerce oder Magento. Eine als „StyleSmuggler“ bezeichnete Schwachstelle (CVE-2026-75650, CVSS 10.0) ermöglicht die unauthentifizierte Ausführung von beliebigem Code über die GraphQL-Schnittstelle. Erste Kompromittierungen wurden am 4. September 2026 dokumentiert.

Adobe veröffentlichte am 7. September 2026 einen Notfall-Hotfix und bestätigte am Folgetag die aktive Ausnutzung. Betroffen sind unter anderem die Versionen 2.4.4 bis 2.4.9 von Adobe Commerce. Sicherheitsforscher warnen, dass nach einer Infektion eine umfassende Rotation von Zugangsdaten, einschließlich Datenbank- und Zahlungs-Token, erforderlich ist.

Zudem hat der Hersteller MikroTik Sicherheitslücken in RouterOS geschlossen, nachdem eine als „MikroTrick“ bekannte Kette von Schwachstellen zur Privilegien-Eskalation genutzt wurde.

Daten von Shadowserver zeigen, dass über 122.500 Geräte mit aus dem Internet erreichbarem SSH-Dienst potenziell gefährdet sind, wobei Schwerpunkte der betroffenen Infrastruktur in Brasilien, den USA und Indonesien liegen. Patches für verschiedene Zweige von RouterOS, darunter die Versionen 7.24.2 und 6.49.21, stehen bereit.

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