PFAS-Chemikalien, Deutschland

Lemke zu PFAS-Chemikalien: GefÀhrliche Stoffe beschrÀnken

29.09.2023 - 13:21:00

Sie werden auch Ewigkeits-Chemikalien genannt - und können Umwelt- wie GesundheitsschÀden verursachen: Die Umweltministerin will PFAS-Chemikalien deshalb beschrÀnken. Die Industrie strÀubt sich.

Umweltministerin Steffi Lemke hÀlt trotz Kritik aus der Industrie daran fest, Stoffe wie die sogenannten PFAS-Chemikalien beschrÀnken zu wollen.

«PFAS sind Stoffe, die sich in der Umwelt anreichern. Wir finden sie auf dem ganzen Globus, in der Antarktis, in den Meeren, in den WĂ€ldern. Und sie können im menschlichen Körper GesundheitsschĂ€den hervorrufen», sagte die GrĂŒnen-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur am Rande der Weltchemikalienkonferenz in Bonn. «Deshalb ist doch vollkommen klar, dass wir hier bessere Lösungen finden mĂŒssen.» Es brauche «definitiv BeschrĂ€nkungen von diesen Stoffen, die sehr gefĂ€hrlich sind».

Zu der Chemikaliengruppe der PFAS zĂ€hlen geschĂ€tzt ĂŒber 10.000 einzelne Substanzen, die in Alltagsprodukten wie Anoraks, Pfannen oder Kosmetik verarbeitet sind. In der Industrie werden sie etwa in Dichtungen, Isolierungen oder Kabeln eingesetzt. Auch Lithium-Ionen-Batterien zum Beispiel fĂŒr E-Autos sind auf PFAS angewiesen.

VerbĂ€nde warnen vor Bedrohung fĂŒr Hightech-Industrien

In der EuropĂ€ischen Union wird ĂŒber ein mögliches Verbot von PFAS diskutiert, die wegen ihrer Langlebigkeit auch Ewigkeits-Chemikalien genannt werden. Ein Vorschlag sieht je nach Anwendung Übergangsfristen vor. FĂŒr einige wenige Bereiche gĂ€be es unbegrenzte Ausnahmen. Die Entscheidung trifft die EuropĂ€ische Kommission schließlich gemeinsam mit den EU-Mitgliedstaaten.

IndustrieverbĂ€nde hatten vor einem umfassenden Verbot von PFAS-Chemikalien gewarnt. Das in der EU diskutierte Verbot wĂ€re fĂŒr Hightech-Industrien wie die Medizin- oder Halbleitertechnik eine enorme Bedrohung, mahnten der Maschinenbauverband VDMA und der Deutsche Industrieverband fĂŒr Optik, Photonik, Analysen- und Medizintechnik Spectaris.

Auch die FDP-Fraktion lehnt eine BeschrĂ€nkung ab. «Die EU-Überregulierung, wie bei PFAS, gefĂ€hrdet unsere WettbewerbsfĂ€higkeit», sagte die FDP-Fraktionsvize Carina Konrad. «Es braucht evidenzbasierte Lösungen, die Wirtschaft und Umwelt gleichermaßen berĂŒcksichtigen.» Die FDP setze sich fĂŒr einen verantwortungsvollen Einsatz von PFAS ein, der dessen Nutzen fĂŒr Wirtschaft und Medizin bewahrt, und erwarte, dass sich die Bundesregierung dafĂŒr auf europĂ€ischer Ebene ausspricht.

@ dpa.de