Siemens und HD Hyundai: 300-Millionen-Deal für KI-Werften
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 16:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein milliardenschwerer Deal soll die maritime Industrie revolutionieren: Der deutsche Technologiekonzern Siemens und der südkoreanische Schiffbauriese HD Hyundai haben ein Abkommen zur Entwicklung KI-gesteuerter digitaler Werften unterzeichnet.
Der Vertrag, der in Washington D.C. besiegelt wurde, hat einen Wert im niedrigen dreistelligen Millionenbereich – umgerechnet rund 250 bis 300 Millionen Euro. HD Hyundai wird künftig die Siemens-Xcelerator-Plattform nutzen. Ziel ist ein digitaler Bauplan für die Werft der Zukunft: Eine durchgängige, KI-gestützte Datenverbindung soll Engineering, Fertigung, Zulieferer und den gesamten Werftbetrieb miteinander vernetzen.
Vom Entwurf bis zur Probefahrt: Alles aus einer Hand
Im Kern geht es um eine marine Plattform der nächsten Generation. Sie vereint Design, Produktion, Lieferkettenmanagement, Qualitätskontrolle und Wartung in einer einzigen 3D-Datenumgebung. Die HD Korea Shipbuilding & Offshore Engineering (HD KSOE) betont, dass dieses einheitliche Datenmodell Echtzeit-Änderungen am Design und sofortige Produktions-Updates ermöglicht. Der gesamte Lebenszyklus eines Schiffs – von der ersten Idee bis zur Probefahrt – wird so nahtlos abgebildet.
Ein zentraler Bestandteil ist die Entwicklung einer virtuellen Werft, in der Produktionsprozesse simuliert werden. Das ultimative Ziel: die physische KI-Werft mit autonomen Fertigungssystemen und Robotern. Um diesen Wandel voranzutreiben, hat HD Hyundai seine interne KI-Abteilung aufgewertet – sie berichtet nun direkt an den Vorstandsvorsitzenden.
Zum Einsatz kommen unter anderem Siemens' Designcenter, Teamcenter, Opcenter und Plant Simulation sowie Simcenter und Intelligence Center X. Diese Werkzeuge sollen KI-gestützte Einblicke liefern und die Effizienz in den südkoreanischen Werften drastisch steigern.
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Ein Deal mit politischer Bühne
Die endgültige Vertragsunterzeichnung erfolgte am 23. Juli 2026 – am Rande der Eröffnung des Korea-USA-Schiffbautechnologie-Kooperationszentrums. Zu den Gästen zählten hochrangige Vertreter wie Südkoreas Industrieminister Kim Jung-kwan und US-Handelsminister Howard Lutnick.
Die Zusammenarbeit ist ein zentraler Baustein der MASGA-Initiative. Im Rahmen dieses Programms hat Südkorea Investitionen in Höhe von 150 Milliarden Dollar zugesagt, um die angeschlagene US-Schiffbauindustrie wiederzubeleben. Neben Siemens sind auch andere Großkonzerne wie Hanwha Ocean und Samsung Heavy Industries an Kooperationsprojekten beteiligt.
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Automatisierung per Roboter und KI
Erst am selben Tag gaben ABS und HD Hyundai Mipo ein gemeinsames Entwicklungsprojekt bekannt. Es zielt auf die produktionsautomatisierung auf Basis digitaler Fertigung ab. KI und Robotik sollen die automatisierte Ausrüstung in den Werften von morgen weiter voranbringen. ABS bringt dabei seine spezialisierten Richtlinien für Smart-Shipyard-Technologien ein.
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