Signal, Verschlüsselte

Signal 8.30: Verschlüsselte Backups bringen Chatverläufe auf iOS und Desktop

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 18:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Version 8.30 ermöglicht plattformübergreifende Chat-Wiederherstellung; Signal ergänzt den Dienst um passwortlose Registrierung und weitere Anmeldeoptionen.

Signal erweitert verschlüsselte Backups auf iOS und Desktop
Ein minimalistisches, helles Heimbüro mit einem Holztisch und einer Pflanze bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Der Messenger-Dienst Signal führt verschlüsselte lokale Backups für iOS sowie Desktop-Betriebssysteme ein. Wie aus Berichten vom 29. September 2026 hervorgeht, ermöglicht die Anwendung damit erstmals eine vollständige, plattformübergreifende Wiederherstellung von Chatverläufen zwischen Android, iOS, Linux, macOS und Windows.

Mit der Veröffentlichung der Version 8.30 wurde der Rollout dieser Sicherheitserweiterung abgeschlossen. Während On-Device-Sicherungen für iOS und Desktop neu hinzukommen, wurde das bestehende Backup-Format von Android an den gemeinsamen Standard angepasst. Die grundlegenden sicheren Backups hatte Signal bereits im September 2025 eingeführt.

Lokale Datensicherung und direkte Geräteübertragung

Nutzer können zwischen Signal-gehosteten Cloud-Backups und lokalen Sicherungen ohne Größenbegrenzung wählen. Beide Verfahren arbeiten mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und setzen zur Wiederherstellung einen 64-stelligen Schlüssel voraus.

Die lokalen Backups lassen sich in den Programmeinstellungen unter dem Menüpfad für Datensicherungen aktivieren, wobei der Zielordner frei gewählt werden kann. Als Speicherorte kommen interne Verzeichnisse, externe Festplatten, Netzwerkspeicher (NAS) oder Drittanbieter-Cloud-Dienste infrage.

Die Sicherung erfolgt inkrementell und bereinigt Duplikate automatisch. Voraussetzung auf Apple-Smartphones sind mindestens iOS 15.0 sowie rund 220 Megabyte freier Speicherplatz für die App.

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Für den Wechsel zwischen zwei Apple-Geräten bietet Version 8.30 zudem eine direkte iPhone-zu-iPhone-Übertragung über eine lokal verschlüsselte Wi-Fi-Aware-Verbindung. Nachrichten mit automatischer Löschfunktion, deren Ablaufzeit auf maximal 24 Stunden eingestellt ist, bleiben prinzipiell von jeder Form der Sicherung ausgeschlossen.

Gehostete Speicherpläne und Speicheroptimierung

Neben den lokalen Kopien offeriert Signal weiterhin Cloud-Sicherungen. Die gehostete Variante schützt Datensätze zusätzlich über einen täglich wechselnden Zusatzschlüssel in einer isolierten Ausführungsumgebung (Trusted Execution Environment), was für Forward Secrecy sorgt. Lokale Kopien verzichten auf diesen Mechanismus; hier entschlüsselt der Wiederherstellungsschlüssel sämtliche historischen Sicherungsstände.

Im kostenlosen gehosteten Standardplan werden Textnachrichten sowie Medien der zurückliegenden 45 Tage gespeichert. Einzelnachrichten, die größer als 128 Kilobyte sind, fallen ebenfalls unter diese Frist. Ein kostenpflichtiger Tarif erweitert das Kontingent auf bis zu 100 Gigabyte Mediendaten.

Um den lokalen Speicherbedarf zu senken, trennt Signal Mediendateien vom Textarchiv und speichert Dubletten nur einfach ab. Nach Angaben von Signal schrumpfen rund 5 Gigabyte an ungenutzten Medien durch Auslagerung auf etwa 600 Megabyte Gerätespeicher.

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Neu verknüpfte Desktop-Geräte können ältere Anhänge über eine integrierte Nachladefunktion direkt und Ende-zu-Ende-verschlüsselt vom Primärgerät anfordern, selbst wenn die Frist des Gratis-Tarifs abgelaufen ist.

Kontoführung ohne Rufnummer und erweiterte Authentifizierung

Flankierend zu den Backup-Neuerungen bietet Signal, wie am 29. September 2026 bekannt wurde, eine Registrierungsoption ohne herkömmliche Telefonnummer an. Diese Funktion startet zunächst auf Android-Geräten und erfordert zur Spam-Prävention eine einmalige Gebühr von 3 US-Dollar.

Bei der Einrichtung ohne Mobilfunknummer generiert das System eine 32-stellige Account-Nummer sowie einen 64-stelligen Wiederherstellungsschlüssel für den Zugriff auf Backups. Zur Absicherung des Zugangs unterstützt der Dienst nun bis zu acht Passkeys sowie zeitbasierte Einmalkennwörter (TOTP) über maximal zwei Authentifizierungs-Apps.

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