Signal-Sitzungen, Geräte

Signal-Sitzungen: Neue Geräte können Chats der letzten 45 Tage übertragen

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 11:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine heimliche Gerätekopplung ermöglicht Behörden den Zugriff auf Messenger-Nachrichten; offizielle Zahlen zur Nutzung fehlen.

WhatsApp, Telegram und Signal: Ermittler können Chats per QR-Code mitlesen
Ein minimalistisch eingerichtetes, dunkles Büro mit einem leeren Schreibtisch und schattenhaften Lichtverhältnissen. Illustration mit AI erstellt.

Deutsche Ermittlungsbehörden verfügen über Methoden, um Kommunikation in weit verbreiteten Messenger-Diensten wie WhatsApp, Telegram und Signal mitzulesen. Dies geschieht durch das unbemerkte Koppeln eines zusätzlichen Geräts über das Scannen eines QR-Codes, wie aus einem Bericht vom 26. September 2026 hervorgeht.

Auf diese Weise lässt sich die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Anwendungen umgehen, da der Zugriff direkt über eine autorisierte Parallelsitzung erfolgt.

Zugriff über reguläre Synchronisierungsfunktionen

Das Vorgehen nutzt die regulären Synchronisierungsfunktionen der Messenger-Anbieter aus. Um Unterhaltungen auch am Desktop oder auf Zweitgeräten fortzuführen, bieten Dienste wie WhatsApp, Telegram und Signal die Verknüpfung über einen optischen Code an.

Gelingt es Ermittlern, diesen Koppelungsvorgang unbemerkt durchzuführen, wird das Überwachungsgerät als legitime Erweiterung des Accounts eingebunden. Eingehende sowie ausgehende Nachrichten können daraufhin mitgelesen werden.

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Besonders weitreichend ist der Informationsabgriff bei Signal: Der Dienst kann beim Koppeln eines neuen Geräts die Chats und Medien der vergangenen 45 Tage übertragen. Ermittlungsbehörden erhalten damit nicht nur Zugriff auf die künftige Kommunikation, sondern können auch den Verlauf der vorangegangenen Wochen rückwirkend rekonstruieren.

Präzedenzfall beim BKA und fehlende Einsatzstatistiken

Die Methode der unbemerkten Aufschaltung ist in der Praxis der deutschen Sicherheitsbehörden bereits erprobt. In einem Fall des Bundeskriminalamts aus dem Jahr 2020 wurde WhatsApp Web heimlich aufgeschaltet, um laufende Kommunikationsvorgänge zu überwachen.

Wie häufig dieses Instrument von den Sicherheitsorganen genutzt wird, bleibt unklar. Behörden nannten bislang keine offiziellen Einsatzstatistiken zu entsprechenden Maßnahmen.

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Das Verfahren unterstreicht die praktischen Grenzen kryptografischer Absicherungen: Während die Übertragung der Datenpakete zwischen den Nutzern verschlüsselt bleibt, umgeht die verdeckte Registrierung eines zusätzlichen Geräts die Schutzmechanismen direkt auf der Ebene der Endgeräteverwaltung.

Für Nutzer bleibt die Überprüfung der in den Sicherheitseinstellungen hinterlegten, aktiven Gerätesitzungen die einzige Möglichkeit, derartige Aufschaltungen zu erkennen.

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