Singapur eröffnet Robotikzentrum: Humanoide sollen bis 2028 Einsatzkräfte unterstützen
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 02:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Singapurs Behörde Home Team Science and Technology Agency (HTX) hat am 30. September 2026 das Home Team Humanoid Robotics Centre eröffnet. Die neue Einrichtung umfasst eine Fläche von 29.000 Quadratfuß und dient der Erprobung sowie dem Training humanoider Systeme in realitätsnahen Einsatzszenarien für den Bevölkerungsschutz und die öffentliche Sicherheit.
Neue Einsatzfelder und Zeitplan bis 2028
Mit dem Zentrum verfolgt der Stadtstaat konkrete Pläne zur Integration von Robotern in den Dienstalltag der Sicherheitskräfte. Nach Angaben des singapurischen Innenministeriums ist vorgesehen, bis 2028 den ersten humanoiden Roboter mit klar definierten Aufgaben sicher und zuverlässig an der Seite menschlicher Einsatzkräfte einzusetzen. Zuvor war ein solcher Schritt bereits für Mitte 2027 in Aussicht gestellt worden.
Für das Home Team Humanoid Robotics Centre sind vielfältige Anwendungsbereiche definiert. Die Systeme sollen unter anderem bei der Probenentnahme und Abwehr von Gefahrstoffen sowie bei Nach-Bomben-Ermittlungen und Untersuchungen an Explosionsorten zum Einsatz kommen.
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Zudem sind Aufgaben bei der Durchsuchung von Gefängniszellen, bei Routinearbeiten für den Zivilschutz sowie beim Nachfüllen von Rettungswagen vorgesehen.
Um die technologische Entwicklung voranzutreiben, unterzeichneten HTX und das Technologieunternehmen ST Engineering am 30. September 2026 eine Absichtserklärung über eine strategische Kooperation in den Bereichen humanoide Robotik und öffentliche Sicherheit.
Parallelen zur Entwicklung für extreme Bedingungen
Der Vorstoß in Singapur spiegelt einen übergeordneten Trend wider, zweibeinige Systeme gezielt für risikoreiche Umgebungen zu qualifizieren. Vergleichbare Zielsetzungen verfolgt auch die US-Raumfahrtbehörde NASA. Am Johnson Space Center entwickelt ein 16-köpfiges Team Roboter als Partner für künftige astronautische Missionen zum Mond und zum Mars.
Wie in Singapur liegt das primäre Ziel darin, menschliches Personal bei gefährlichen Tätigkeiten wie Außenreparaturen, Inspektionen oder der Handhabung von schwerem Gerät und Fracht zu unterstützen, anstatt die Besatzung vollständig zu ersetzen.
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Die NASA blickt dabei auf mehrjährige Erfahrungen zurück: Das System Robonaut 2 verbrachte sieben Jahre auf der Internationalen Raumstation ISS und war dort der erste zweibeinige Roboter.
Das Modell Valkyrie wurde 2013 fertiggestellt und galt als erster zweibeiniger Humanoid der Behörde; eine Vorführung im Jahr 2024 demonstrierte den Umgang der Maschine mit Ausrüstungsgegenständen. Für künftige Marsmissionen, bei denen eine Funkverzögerung von mehr als 20 Minuten auftreten kann, müssen Systeme zwingend halbautonom agieren.
Im Rahmen der Testumgebung iMETRO, die Simulationen, Habitatmodelle und ein Außengelände zur Nachbildung von Mondoberflächen umfasst, erprobte die Behörde gemeinsam mit dem Softwareentwickler PickNik Roboterarme, die Luken und Frachtraumklappen selbstständig erkennen, öffnen und Nutzlast einbringen.
Sowohl im zivilen Katastrophenschutz auf der Erde als auch in der Raumfahrt zeigt sich damit derselbe Entwicklungspfad: Humanoide Roboter werden zunehmend für strukturierte Gefahrenlagen vorbereitet, um Menschen bei potenziell lebensbedrohlichen Einsätzen wirksam zu entlasten.
