Singapur, Japan, USA: Drei LÀnder verschÀrfen Social-Media-Regeln
27.06.2026 - 21:42:27 | boerse-global.de
Japan, die USA und Singapur verschĂ€rfen die Regeln fĂŒr soziale Plattformen â mit weitreichenden Folgen auch fĂŒr deutsche Nutzer.
Japan plant Altersverifikation mit Personalausweis
Eine japanische Arbeitsgruppe der Kinder- und Familienbehörde sowie des Innenministeriums hat am Freitag einen Zwischenbericht vorgelegt. Das Papier sieht verbindliche Risikobewertungen und Altersverifikationen fĂŒr soziale Medien vor. Plattformbetreiber sollen kĂŒnftig offenlegen mĂŒssen, ob ihre Dienste fĂŒr Kinder geeignet sind.
Besonders brisant: Die Behörde erwĂ€gt den Einsatz der nationalen âMy Numberâ-Karte zur AltersprĂŒfung â vergleichbar mit einer verpflichtenden Ausweiskontrolle fĂŒr Social Media. Der Abschlussbericht soll noch dieses Jahr vorliegen, ein Gesetzesentwurf wird fĂŒr die ordentliche Sitzungsperiode des Parlaments 2027 erwartet.
US-Senatoren warnen vor verwÀssertem Kinderschutz
In den USA eskaliert der Streit um Bundesgesetze zum Jugendschutz. Die Senatoren Maria Cantwell und Richard Blumenthal kritisierten am Freitag die Version des âKIDS Actâ aus dem ReprĂ€sentantenhaus scharf. Ihre VorwĂŒrfe: Die Vorlage sei schwĂ€cher als der Senatsentwurf KOSA, der 2024 mit 91 zu 3 Stimmen verabschiedet wurde. Die Kritiker bemĂ€ngeln, dass die House-Version weniger Plattformen erfassen, den Schadensbegriff enger fassen und die Sorgfaltspflicht streichen wĂŒrde, fĂŒr die Familien von Opfern gekĂ€mpft hatten. Die Abstimmung im ReprĂ€sentantenhaus wird nĂ€chste Woche erwartet.
Parallel dazu steigt der rechtliche Druck auf die Tech-Konzerne massiv:
Die neuen Regeln aus Japan, den USA und Singapur zeigen: Der Schutz von Kindern in sozialen Netzwerken wird weltweit verschĂ€rft. Was bedeutet das fĂŒr Ihre Familie? Dieser kostenlose Leitfaden gibt Ihnen eine konkrete Checkliste und Schritt-fĂŒr-Schritt-Anleitung. Jetzt Kinderschutz-Leitfaden anfordern
- Meta kĂ€mpft um Ausnahmen von einem kalifornischen Gesetz, das Strafen von bis zu einer Million Euro pro Kind fĂŒr fahrlĂ€ssiges Produktdesign vorsieht. Der Konzern schlĂ€gt einen âSafe Harborâ vor â Schutz vor Strafen, wenn bestimmte Kinderschutzfunktionen aktiviert sind. Eine Anhörung dazu ist fĂŒr Montag angesetzt.
- Ein richtungsweisendes Urteil vom MĂ€rz verurteilte Meta und YouTube zu Zahlungen von sechs Millionen Euro.
- In New Mexico wurde Meta zu einer Strafe von 375 Millionen Euro verurteilt.
- Mehr als 25 US-Bundesstaaten verklagen TikTok wegen VerstöĂen gegen den Kinderschutz.
- Ăber 160 Klagen gegen Roblox wurden zusammengelegt.
Singapur setzt auf scharfe Kontrollen
Am Montag tritt in Singapur der âOnline Safety (Relief and Accountability) Actâ in Kraft. Das Gesetz schafft die Position eines Kommissars fĂŒr Online-Sicherheit mit weitreichenden Ermittlungs- und Durchsetzungsbefugnissen. Der Kommissar darf von Dienstanbietern IdentitĂ€tsdaten verlangen und die Speicherung von Beweismitteln zu gemeldeten SchadensfĂ€llen anordnen.
Was das fĂŒr Deutschland bedeutet
Die internationale Entwicklung dĂŒrfte auch hierzulande Wellen schlagen. WĂ€hrend die EU mit dem Digital Services Act bereits einen Rahmen geschaffen hat, zeigen die aktuellen VorstöĂe, dass viele LĂ€nder noch schĂ€rfere Regeln fordern.
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ErgÀnzende Entwicklungen:
- In Malaysia hat der Mobilfunkanbieter Tune Talk einen Familientarif mit Netzsperren auf Netzwerkebene gestartet, der 56 Inhaltskategorien blockieren kann. Hintergrund: Jeder zweite Elternteil sorgt sich um unangemessene Inhalte fĂŒr seine Kinder.
- Consumer Reports warnt vor den finanziellen Risiken unzureichender Kindersicherungen. In einem bekannten Fall gab ein Kind umgerechnet 2.000 Euro auf der Plattform Roblox aus. Die VerbraucherschĂŒtzer empfehlen Tools wie Apple Family Sharing, Google Family Link und Microsoft Family Safety.
- Bei einem hochrangigen OECD-Rundtisch in Paris am Dienstag forderten Experten mehr internationale Zusammenarbeit bei âSafety-by-Designâ und Datenschutz. Die Botschaft: Regulierer dĂŒrfen nicht lĂ€nger zwischen Kinderschutz und PrivatsphĂ€re wĂ€hlen mĂŒssen.
