Singpass: Android-Passkeys für 5,5 Millionen Nutzer gestartet
Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 08:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die singapurische Identitätsplattform Singpass hat die Verfügbarkeit ihrer Passkey-Funktion für Android-Nutzer gestartet. Wie Regierungsangaben zeigen, folgt dieser Schritt einer erfolgreichen Implementierung für iOS-Geräte, bei der seit Juli 2026 rund 800.000 iPhone-Nutzer Passkeys für ihre Konten erstellt haben.
Ab dem 9. September versendet die zuständige Behörde GovTech zudem gezielte Erinnerungen an die Nutzerschaft, um die Akzeptanz der passwortlosen Authentifizierung weiter zu erhöhen.
Expansion des digitalen Identitätsdienstes
Singpass unterstützt aktuell rund 5,5 Millionen Nutzer und ist in über 1.400 digitale Dienste integriert. Die Einführung von Passkeys markiert einen strategischen Meilenstein in der Absicherung dieser Infrastruktur. Während der Zugriff nun für mobile Betriebssysteme optimiert wurde, ist die Ausweitung der Desktop-Unterstützung bis zum Ende des Jahres 2026 geplant.
Die Bedeutung robuster Sicherheitsverfahren wird durch aktuelle Kriminalitätsstatistiken unterstrichen. In Singapur sank die Zahl der gemeldeten Phishing-Fälle im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 (3.772 Fälle) auf 3.104 Vorfälle im ersten Halbjahr 2026. Besonders deutlich verringerten sich dabei die finanziellen Schäden: Diese fielen im selben Zeitraum von 30 Millionen US-Dollar auf 9,6 Millionen US-Dollar.
Fortschritte bei agentischen Zahlungen und Hardware-Sicherheit
Parallel zur Entwicklung bei Singpass gewinnt die Passkey-Technologie auch im Finanzsektor an Bedeutung. Revolut und Visa schlossen Anfang September die erste agentische Zahlung in Frankreich ab, wobei die Authentifizierung beim Anbieter Cleverbridge über den Visa Payment Passkey anstelle klassischer PIN- oder OTP-Verfahren erfolgte. Bereits im März 2026 hatten Santander und Mastercard eine erste von autonomen Agenten ausgeführte Transaktion durchgeführt.
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Im Bereich der hardwarebasierten Sicherheit präsentierte SLC Digital mit SLC Guardian eine Lösung, die SIM- oder eSIM-Karten zum kryptografischen Nachweis der Nutzerautorisierung nutzt. Das System ist in über 600 Mobilfunknetze in mehr als 180 Ländern integriert.
Ergänzend dazu aktivierte der Hardware-Wallet-Hersteller Trezor für seine Modelle Safe 7, Safe 5, Safe 3 und Model T die Funktion „Clear Signing“ nach dem ERC-7730-Standard, um Smart-Contract-Transaktionen für Nutzer lesbar zu machen.
Betriebssystem-Sicherheit und regulatorische Maßnahmen
Die Absicherung auf Betriebssystemebene wird durch kommende Updates verstärkt. Android 17 soll als erstes großes Betriebssystem eine plattformweite Unterstützung für Encrypted Client Hello (ECH) bieten, um spezifische Website-Ziele vor Internetdienstanbietern zu verbergen.
Zudem bietet Google mit dem „Advanced Protection“-Modus erweiterte Sicherheitsmaßnahmen an, die unter anderem das Sideloading von Apps blockieren und 2G-Fallback-Optionen deaktivieren.
Bereits im Juli 2026 führte Google zudem eine Anmeldung per Selfie-Video ein, bei der geführte Kopfbewegungen zur Verifizierung genutzt werden. Diese biometrische Daten werden verschlüsselt gespeichert und dienen primär der Wiederherstellung des Kontozugriffs.
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Flankiert werden diese technischen Entwicklungen durch politische Initiativen. In Großbritannien kündigte Kulturministerin Lisa Nandy eine Gesetzgebung an, die Technologieunternehmen wie Apple und Google dazu verpflichten soll, den Geräteschutz für Kinder zu verschärfen und die Verbreitung von schädlichen Inhalten wie Nacktbildern durch automatisierte Sperren zu verhindern.
Aktuelle Bedrohungslage und Schutzempfehlungen
Trotz der Fortschritte bleiben mobile Plattformen im Fokus von Angreifern. Ende August wurde eine Sicherheitslücke im VoIP-Stack von WeChat geschlossen, über die sich ein Zero-Click-Wurm verbreiten konnte. Tencent reagierte darauf mit Sicherheitsupdates für über eine Milliarde Nutzerkonten. Zudem warnten Sicherheitsexperten kürzlich vor dem Android-Trojaner „THost9“, der sich über exponierte ADB-Dienste verbreitet.
Die US-Sicherheitsbehörde NSA empfiehlt Nutzern zur Reduzierung der Angriffsfläche, Funktionen wie WLAN, Bluetooth und NFC bei Nichtgebrauch konsequent zu deaktivieren. Dies begrenze nicht nur das Risiko von Hackerangriffen, sondern erschwere auch das Tracking der Geräte im öffentlichen Raum.
