CPO-Roadmap, Tbps

SK hynix stellt CPO-Roadmap vor: Über 100 Tbps Bandbreite

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 08:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

SK hynix veröffentlicht CPO-Strategie für KI-Ära und startet mit 27 Mrd. Dollar größten Aktienrückkauf Südkoreas.

SK hynix präsentiert CPO-Roadmap und kündigt Rekord-Aktienrückkauf an
Nahaufnahme eines hochmodernen Halbleiter-Wafers mit komplexen Schaltungen und optischen Verbindungselementen in einem Reinraum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Im Fachmagazin Nature Electronics hat der südkoreanische Speicherhersteller SK hynix am 20. August 2026 eine umfassende Strategie für die Implementierung von Co-Packaged Optics (CPO) vorgestellt.

Das Unternehmen skizziert darin den Übergang zu einer neuen Architektur, die optische Transceiver direkt in das Prozessorpaket integriert, um die massiven Datenanforderungen moderner Künstlicher Intelligenz (KI) zu bewältigen.

Die Roadmap sieht vor, Bandbreiten von mehr als 100 Terabit pro Sekunde (Tbps) pro Knoten zu erreichen, während die Latenz auf unter 10 Nanosekunden und der Energieverbrauch auf weniger als 1 Picojoule pro Bit (pJ/bit) gesenkt werden sollen.

Technologische Meilensteine der CPO-Architektur

Die Forschungsarbeit entstand in enger Zusammenarbeit zwischen Experten von SK hynix, darunter Seunghoon Hong, und Wissenschaftlern renommierter Institutionen wie der University of Virginia unter der Leitung von Professor Kyusang Lee sowie Vertretern des MIT, der University of Illinois, der National Taiwan University (NTU) und der Yonsei University.

Der technologische Kern der Roadmap besteht darin, die bisherige Trennung von optischen Komponenten und Rechenkernen aufzuheben. Durch die direkte Integration der Optik in das Package können Flaschenhälse bei der Datenübertragung zwischen Prozessoren und Speicher minimiert werden.

Langfristig zielt die Forschung darauf ab, GPUs und Speichereinheiten direkt optisch miteinander zu vernetzen. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Vision ist die Entwicklung eines sogenannten „Optical Interposer“. Dieser soll es ermöglichen, gemeinsame Speicherpools effizient zu verwalten und die Rechenleistung über herkömmliche Chipgrenzen hinweg zu skalieren.

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Marktbeobachter gehen davon aus, dass der Markt für CPO- und NPO-Lösungen (Near-Packaged Optics) von etwa 100 Millionen US-Dollar im Jahr 2025 auf über 39 Milliarden US-Dollar bis zum Jahr 2030 anwachsen wird.

Hybrid-Speicher und CXL als wirtschaftliche Alternative

Flankierend zur langfristigen CPO-Strategie treibt SK hynix die Entwicklung von kurz- und mittelfristig verfügbaren Lösungen voran. Auf der Fachmesse FMS 2026 in Santa Clara demonstrierte das Unternehmen Anfang August die Leistungsfähigkeit von Hybrid-Memory-Systemen, die DRAM und NAND-Speicher kombinieren.

Eine Konfiguration aus 64 GB DRAM und zwei 1 TB SSDs erreichte dabei rund 70 Prozent der Leistung eines reinen 1 TB DRAM-Systems, verbrauchte jedoch nur ein Sechzehntel der üblichen DRAM-Kapazität.

Mit Produktionskosten von etwa 5.400 US-Dollar (basierend auf Preisangaben aus dem Juli) erweist sich diese Hybrid-Lösung als 78 Prozent günstiger im Vergleich zu reinen DRAM-Konfigurationen.

Durch die Nutzung des CXL-Protokolls (Compute Express Link) konnte SK hynix die Datenverarbeitungskapazität bei gleichem DRAM-Budget verdreifachen. Die kommerzielle Einführung dieser Systeme wird ab 2027 erwartet. Sie sollen unter anderem komplementär zu kommenden Hardware-Generationen wie der Nvidia Rubin Ultra Architektur fungieren.

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Marktprognosen und massive Investitionsprogramme

Die technologische Offensive von SK hynix ist eine Reaktion auf den rasant steigenden Bedarf an Speicherkapazitäten für den sogenannten KV-Cache in KI-Modellen. Analysen prognostizieren hierfür eine Nachfrage von 100 Exabyte im Jahr 2026, die bis 2030 auf etwa 1 Zettabyte ansteigen soll.

Um diese Entwicklung zu unterstützen und gleichzeitig die Attraktivität für Investoren zu erhöhen, hat das Board von SK hynix am 20. August 2026 ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm beschlossen.

Mit einem Volumen von 40 Billionen Won (ca. 27 Milliarden US-Dollar) handelt es sich um das größte Programm dieser Art in der Geschichte Südkoreas. Die Maßnahme sieht die vollständige Einziehung der zurückgekauften Aktien vor.

Das Unternehmen plant zudem, die Aktionärsrenditen auf über 50 Prozent des freien Cashflows (FCF) auszuweiten und Ende Oktober eine Sonderdividende auszuschütten. Diese finanzielle Strategie unterstreicht das Vertrauen der Konzernführung in die Marktführerschaft bei KI-optimierten Speichertechnologien.

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