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Smart Glasses: Bluetooth-Zugriff ohne Passwort legte Fotos und Videos offen

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 16:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Australian Cyber Security Centre empfiehlt Updates, vorsichtige Kopplungen und das Abschalten ungenutzter Bluetooth-Verbindungen.
Abstrakte, dunkelblaue Lichtreflexionen auf einer metallischen Oberfläche in einem minimalistischen Raum. Illustration mit AI erstellt.

Das Australian Cyber Security Centre warnt vor zunehmenden Angriffen über Bluetooth und rät Nutzern dazu, den Funkstandard bei Nichtgebrauch konsequent abzuschalten. Durch die Deaktivierung lasse sich ein potenzieller Angriffsweg für Cyberkriminelle wirksam beseitigen.

Bleibt die Schnittstelle dauerhaft eingeschaltet, scannt sie im Hintergrund kontinuierlich nach Gegenstellen und sendet Signale zur Kopplung aus. Dies vergrößert nach Angaben der Behörde die Angriffsfläche mobiler Endgeräte erheblich.

Fünf zentrale Schutzmaßnahmen für Anwender

Das Australian Cyber Security Centre formulierte fünf konkrete Maßnahmen zur Risikominimierung:
- Bluetooth bei Nichtgebrauch konsequent ausschalten
- Geräte und Peripheriegeräte regelmäßig aktualisieren
- Unerwartete Kopplungsanfragen konsequent ablehnen
- Veraltete Verbindungen aus den Geräteeinstellungen entfernen
- Erteilte App-Berechtigungen sorgfältig überprüfen

Gleichzeitig stellte die australische Behörde klar, dass eine aktivierte Schnittstelle nicht automatisch zu einer Kompromittierung führe. Moderne Bluetooth-Standards böten etablierte Verfahren zur Authentifizierung, Verschlüsselung sowie Schutzmechanismen gegen unbefugte Zugriffe. Zudem verlangt das Betriebssystem Android ab Version 12 für Anwendungen eine gesonderte Berechtigung für Bluetooth-Geräte in der Nähe.

Angriffsvektoren und Vorfälle bei IoT-Hardware

Das Risiko betrifft laut Sicherheitsbehörden vor allem Geräte mit bekannten Schwachstellen oder veralteter Software. Angreifer nutzen solche Schwächen aus, um auf persönliche Daten zuzugreifen, unerwünschte Nachrichten zu verschicken oder Gerätefunktionen zu manipulieren.

Zu den bekannten Angriffsmustern zählen das Versenden unaufgeforderter Nachrichten (Bluejacking), der unbefugte Zugriff auf gespeicherte Daten (Bluesnarfing) sowie die weitergehende Kontrolle von Gerätefunktionen (Bluebugging). Als mögliche Warnsignale für einen Angriff gelten unbekannte Verbindungen, ein ungewöhnlich hoher Akkuverbrauch sowie verdächtige Kontoaktivitäten.

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Im September 2026 zeigten Tests bei günstigen, in Australien vertriebenen Smart Glasses gravierende Mängel: Der Bluetooth-Zugriff funktionierte ohne Passworteingabe, wodurch Angreifer unbemerkt Fotos und Videos abrufen konnten. Australiens Privacy Commissioner leitete daraufhin Ermittlungen gegen das chinesische Unternehmen hinter der zugehörigen App ein.

Sicherheitsexperten stufen schlecht abgesicherte vernetzte Peripheriegeräte wie Smart Glasses und Wearables als zentralen Angriffsvektor ein. Fachleute empfehlen daher, die Firmware dieser Geräte aktuell zu halten und Bluetooth an belebten öffentlichen Orten manuell auszuschalten.

Internationale Warnungen und Empfehlungen

Auch chinesische Polizei- und Sicherheitsbehörden weisen auf Gefahren durch Datendiebstahl und Ausspähung bei dauerhaft aktivem Funkstandard hin. In öffentlichen Räumen könnten manipulierte Signale wie gefälschte Konferenzübertragungen, angebliche Protokoll-Authentifizierungen oder vermeintlich kostenlose WLAN-Angebote Nutzer zu schädlichen Verbindungen verleiten. Die Folgen reichen vom Abhören von Telefonaten über Standortverfolgung bis zum Datendiebstahl.

Wang Yuanyuan vom Sicherheitsausschuss des chinesischen Computerverbands CCF erklärte, dass Sicherheitslücken in Smartphones oder Kopfhörern eine stille Kopplung innerhalb von Sekunden ohne Nutzerbestätigung ermöglichen könnten, gefolgt von einem Zugriff auf das Mikrofon. Wang rät zu aktuellen Systemen, dem Zurückweisen fremder Anfragen und dem Scannen empfangener Dateien.

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Auch in Deutschland rät das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Wi-Fi und Bluetooth bei Nichtgebrauch abzuschalten. Dies spare Energie, schütze vor gefälschten Zugangspunkten und begrenze die Offenlegung von Standortdaten über früher genutzte Netzwerke.

Zur praktischen Umsetzung verweist das BSI auf Automatisierungsoptionen: Auf dem iPhone lassen sich Regeln in der Kurzbefehle-App einrichten, um Verbindungen beim Verlassen bekannter Orte zu deaktivieren.

Auf Android-Geräten gelingt dies je nach Modell über Systemeinstellungen, Drittanbieter-Apps oder NFC-Tags. Gleichzeitig betonte das BSI, dass offene Funknetzwerke nicht zwingend eine Kompromittierung bedeuten.

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