Smart-Glasses-Detektor, App

Smart-Glasses-Detektor: App erklimmt iOS-Charts gegen Spionage-Brillen

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 10:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die AntiZuck-App zum Aufspüren smarter Brillen führt die US-Download-Charts an. Unterdessen verschärfen New York und Hamburg die Regeln für die Geräte.

AntiZuck-App erobert US-Charts: Smart Glasses Scanner im Trend
Eine Person hält ein Smartphone mit einer Radar-Sicherheits-App zur Erkennung tragbarer Smart-Brillen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine neue App, die smarte Brillen per Bluetooth aufspürt, erobert die US-Charts – und zeigt, wie groß die Verunsicherung angesichts unsichtbarer Kameras geworden ist. Auch in Deutschland wächst der Druck auf die Hersteller.

Radar gegen Spionage-Brillen

AntiZuck Smart Glasses Scanner heißt das Werkzeug, das seit dem 1. August auf Platz drei der meistverkauften kostenpflichtigen iOS-Apps in den USA steht. Entwickler Yves Jeanrenaud verlangt umgerechnet knapp drei Euro für die Software. Sie scannt nach den Bluetooth-Signalen gängiger Modelle wie Meta Ray-Ban, Snap Spectacles, Amazon Echo Frames oder RayNeo. Erkennt die App ein Gerät, zeigt sie eine Radar-Ansicht mit geschätzter Entfernung und einer Konfidenz-Angabe zur Identifikation.

Doch die Technik hat Grenzen: Sie kann zwar die Nähe von Hardware melden, nicht aber, ob gerade Video oder Audio aufgenommen wird. Fachleute warnen zudem vor Falschalarmen. Der Entwickler betont immerhin, dass alle Daten lokal auf dem iPhone verarbeitet werden – ohne externe Übertragung.

Gerichte ziehen die Reißleine

Der Hype um Detektions-Tools fällt mit einer Verschärfung der Regeln zusammen. New York ist der erste US-Bundesstaat mit einem umfassenden Verbot smarter Brillen in allen Gerichtsgebäuden – in Kraft seit dem 20. Juli. Die Anordnung gilt für alle, die Gerichte betreten, auch für Richter und Anwälte. Auslöser war ein Vorfall im Februar, bei dem während einer Verhandlung eine Meta-Ray-Ban-Brille zum Einsatz kam. Pennsylvania und Wisconsin haben ähnliche Regelungen übernommen.

In Deutschland sorgt der Hamburgische Datenschutzbeauftragte für Aufsehen: Er stuft Metas Smart Glasses als „versteckte Kameras“ im Sinne des Bundesdatenschutzgesetzes ein. Die Behörde argumentiert, dass Dritte nicht erkennen können, ob sie gerade aufgenommen werden. Verstärkt wird die Debatte durch die neuen EU-Transparenzregeln für Künstliche Intelligenz, die seit dem 2. August gelten und klarere Kennzeichnungspflichten für KI-Systeme vorsehen.

Anzeige

Angesichts der neuen EU-Transparenzregeln müssen Unternehmen jetzt genau prüfen, welche Anforderungen für ihre Systeme gelten. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet einen kompakten Überblick über alle Pflichten, Fristen und Risikoklassen des EU AI Acts. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Jetzt E-Book kostenlos sichern

Sicherheitsfeatures lassen sich austricksen

Die Diskussion wird durch Berichte angeheizt, wonach Nutzer eingebaute Schutzmechanismen umgehen. Zwar hat Meta eine LED integriert, die während der Aufnahme leuchtet, und die Software deaktiviert die Kamera, wenn die Leuchte manipuliert wird. Doch offenbar ist das leicht zu umgehen: Im Handel sind spezielle Aufkleber-Sets für umgerechnet rund 16 Euro erhältlich, die das Licht abdecken, ohne die Sensoren auszulösen.

Die Bevölkerung ist alarmiert: Umfragen zufolge halten 54 Prozent der US-Amerikaner heimliche Filmaufnahmen in der Öffentlichkeit für inakzeptabel. Ein aktueller Fall in Schottland dürfte die Sorgen weiter anheizen: Die Polizei ermittelt seit dem 2. August gegen einen TikTok-Nutzer, der mit einer Smart Glasses heimlich Menschen gefilmt haben soll.

Anzeige

Die zunehmende Digitalisierung und neue Technologien bringen nicht nur im privaten Bereich, sondern auch für Unternehmen völlig neue Sicherheitsrisiken mit sich. Ein kostenloser Report klärt darüber auf, welche rechtlichen Pflichten und Cyberbedrohungen Unternehmer heute kennen müssen, um sich proaktiv abzusichern. Gratis-E-Book: Cyberbedrohungen abwenden und das Unternehmen schützen

Meta hat unterdessen reagiert und den Code für eine Gesichtserkennungsfunktion namens „NameTag“ entfernt, nachdem Berichte über die Entwicklung publik geworden waren. Während Google und Samsung eigene Smart Glasses für 2026 vorbereiten und Apple voraussichtlich nachziehen dürfte, bleibt die Branche ratlos: Wie lassen sich Nutzen und Privatsphäre vereinbaren? Die Frage ist offen – und die Nachfrage nach Schutz-Tools wie der AntiZuck-App zeigt, dass viele Verbraucher die Antwort nicht abwarten wollen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69912742 |