Smartphone-Betrug, SMS-Angriffe

Smartphone-Betrug explodiert: SMS-Angriffe +146%, Trojaner +69%

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 19:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

SMS- und Online-Betrug legen drastisch zu, KI-generierte Schadsoftware und gezielte Phishing-Kampagnen gegen Bankkunden nehmen zu.

Smartphone-Sicherheit 2026: KI-Malware und Phishing auf dem Vormarsch
Ein Smartphone-Display mit digitalen Warnsymbolen vor einem unscharfen, dunkel beleuchteten Büro-Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Sicherheitslage für Smartphone-Nutzer hat sich im ersten Halbjahr 2026 drastisch verschlechtert. SMS-Betrug legte um 146 Prozent zu, Online-Betrug um 134 Prozent. Die Zahl der Fernzugriffstrojaner stieg um 69 Prozent. Allein im ersten Quartal blockierten Sicherheitssysteme rund 2,67 Millionen Angriffe auf Android-Geräte – und identifizierten 306.000 neue Schadsoftware-Pakete.

Die KI-Revolution der Malware

Ein zentraler Treiber dieser Entwicklung ist künstliche Intelligenz. In den offiziellen App-Stores fanden Sicherheitsexperten bereits rund 560.000 KI-generierte Anwendungen. Die im Juli entdeckte Malware „RedHook“ zeigt, wie die neue Generation von Schadsoftware tickt: Sie nutzt KI-gesteuertes Phishing, greift auf Barrierefreiheitsdienste zu und streamt Bildschirminhalte, zeichnet Tastatureingaben auf oder aktiviert die Kamera.

Parallel dazu kapert der Trojaner „Dolphin X“ mit über 329 Funktionen Daten aus mehr als 300 verschiedenen Apps. Auch vermeintlich seriöse Apps stehen unter Verdacht: „Nicegram“ (50 Millionen Downloads) und „eSIM Plus“ (rund eine Million Downloads) sollen Nutzerdaten unzulässig weiterleiten. Eine weitere Masche nutzt gefälschte Apps wie „Bahrain Alert“, um über Systemberechtigungen eine Rundum-Überwachung zu starten.

Jagd auf Konten: Sparkassen und DKB im Visier

Im Juli rückten verstärkt Kunden der DKB und der Sparkassen ins Visier koordinierter Phishing-Kampagnen. Die Verbraucherzentrale warnt vor E-Mails, die angeblich eine Aktivierung des Sicherheitsverfahrens „3D Secure 2.0“ oder dringende Updates fordern. Ziel: die Übernahme von Kontodaten. Ein 39-jähriger Nutzer aus dem Landkreis Hildburghausen verlor nach einem vermeintlichen Sicherheitsupdate 35.000 Euro.

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Kriminelle nutzen zudem das „InsureOTP-Kit“, um Einmalpasswörter über manipulierte Google-Anzeigen in weniger als 90 Sekunden abzufangen. Microsoft bleibt mit 22,6 Prozent die am häufigsten für Phishing missbrauchte Marke. Doch ChatGPT taucht mit 1,1 Prozent erstmals unter den zehn meistkopierten Marken auf.

Hackergruppen zielen auf Staat und Strategie

Auch staatliche Einrichtungen sind betroffen. Die Gruppe „UAC-0099“ setzt gefälschte Notepad++-Plugins ein, um ukrainische Verteidigungseinrichtungen anzugreifen. „Laundry Bear“ nutzt eine Zero-Click-Lücke in Zimbra-Servern (CVE-2025-66376). Schätzungen zufolge sind rund 40 Prozent der 1.500 geprüften Server in Deutschland anfällig.

Ermittlungserfolge: Kratos zerschlagen

Trotz steigender Fallzahlen gibt es Lichtblicke. Am 20. Juli zerschlugen das Bundeskriminalamt und das FBI den Phishing-Dienst „Kratos“. Die Plattform betrieb 200 Server, rund 1.800 Abonnenten führten damit monatlich bis zu 15.000 Betrugskampagnen durch.

In Taiwan gelang der Polizei die Festnahme einer mutmaßlichen Geldkurierin. Eine Frau war zuvor über Facebook-Werbung für gefälschte Investment-Angebote um 1,7 Millionen Taiwan-Dollar betrogen worden. Bei der geplanten Übergabe einer weiteren Million zur angeblichen Kontofreischaltung griffen die Ermittler zu.

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Sicherheitslücken: SharePoint und Check Point in der Kritik

Die US-Sicherheitsbehörde CISA warnte vor kritischen Lücken in SharePoint (CVE-2026-58644 und CVE-2026-50522) mit einem CVSS-Wert von 9,8. Auch Check-Point-Systeme wiesen eine Schwachstelle (CVE-2026-16232) mit einem Wert von 9,3 auf.

Hersteller reagieren: Samsung plant Werksreset nach 13 Fehlversuchen

Die Smartphone-Hersteller ziehen Konsequenzen. Samsung plant für die kommende Oberfläche „One UI 9“ auf Basis von Android 17 eine Funktion, die das Gerät nach 13 fehlerhaften Entsperrversuchen automatisch zurücksetzt. Xiaomi veröffentlichte Updates zur Schließung von Lücken im Linux-Kernel. Finanzinstitute wie die DBS-Bank setzen auf „kognitive Pausen“ bei Transaktionen, um Betrug zu erschweren.

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