Smartphone-KriminalitÀt, Rekordniveau

Smartphone-KriminalitÀt erreicht Rekordniveau: 442 Milliarden Euro Schaden erwartet

17.05.2026 - 14:06:29 | boerse-global.de

KI-gestĂŒtzte Phishing-Angriffe und gezielte Attacken auf Signal-Nutzer treiben die Schadenssumme auf Rekordniveau.

Smartphone-KriminalitĂ€t erreicht Rekordniveau: 442 Milliarden Euro Schaden erwartet - Bild: ĂŒber boerse-global.de
Smartphone-KriminalitĂ€t erreicht Rekordniveau: 442 Milliarden Euro Schaden erwartet - Bild: ĂŒber boerse-global.de

FĂŒr 2026 prognostizieren Experten weltweite SchĂ€den durch mobilbasierte KriminalitĂ€t in Höhe von rund 442 Milliarden Euro. KĂŒnstliche Intelligenz professionalisiert herkömmliche Betrugsmaschen, wĂ€hrend sich Angriffe zunehmend gegen spezifische Nutzergruppen richten.

Gezielte Attacken auf Politiker und MilitÀr

Sicherheitsbehörden wie das BSI und der Verfassungsschutz beobachten eine intensivierte Kampagne gegen Politiker, Journalisten und MilitĂ€rangehörige. Im Fokus steht der Messenger-Dienst Signal, der wegen seiner VerschlĂŒsselung als besonders sicher gilt.

Die TĂ€ter geben sich als offizieller Support aus und versuchen, PIN-Nummern zu ergaunern. Dabei gilt: Der echte Support kontaktiert Nutzer niemals von sich aus und fragt keine Zugangsdaten ab. Auch in der Ukraine warnte der Sicherheitsdienst SSU vor Ă€hnlichen Mustern. Dort gaben sich BetrĂŒger als Sicherheitsbeamte aus und erpressten unter VorwĂŒrfen wie Hochverrat oder Terrorfinanzierung Geld. In Kyjiw ĂŒbergaben zwei Betroffene drei Millionen Hrywen.

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Millionen Android-Nutzer durch App-Betrug geschÀdigt

Parallel zu den gezielten Angriffen operieren Kriminelle in Asien mit Breitband-Methoden. Sicherheitsforscher von ESET identifizierten 28 Android-Apps namens CallPhantom im Google Play Store. Die Anwendungen generierten manipulierte Anrufprotokolle und tĂ€uschten fiktive Daten vor – fĂŒr deren Freischaltung Zahlungen fĂ€llig wurden.

Die Apps verzeichneten rund 7,3 Millionen Installationen, bevor Google sie entfernte. Die TĂ€ter verlangten bis zu 80 US-Dollar. Der Fall zeigt: Offizielle App-Plattformen bleiben trotz automatisierter PrĂŒfungen verwundbar. Experten raten, App-Berechtigungen kritisch zu hinterfragen, besonders bei Zugriff auf Anruflisten oder Kontakte.

KI treibt Schadenssummen in die Höhe

Seit der breiten VerfĂŒgbarkeit großer Sprachmodelle hat die Zahl KI-generierter Phishing-Mails um rund 1.200 Prozent zugelegt. Die TĂ€uschungen sind kaum noch von echter Kommunikation zu unterscheiden. Rund 72 Prozent der Arbeitnehmer bewerten KI-Phishing als ĂŒberzeugender als herkömmliche Methoden.

Besonders perfide: KI-Stimmenklone. Das Bundeskriminalamt registrierte 2024 rund 6.600 FĂ€lle von KI-Manipulationen. In einem dokumentierten Fall ĂŒberwies ein Unternehmensleiter 243.000 US-Dollar – nach einem Anruf seines angeblich echten Vorgesetzten, dessen Stimme tĂ€uschend echt imitiert worden war.

Auch die Fake-Job-Masche floriert. Opfer werden ĂŒber soziale Medien fĂŒr einfache TĂ€tigkeiten angeworben, nur um spĂ€ter hohe Summen fĂŒr angebliche Provisionsauszahlungen zu leisten. Ein Opfer verlor so 380.000 Euro.

Neue Schutzmechanismen der Hersteller

Google fĂŒhrt mit Android 17 den Theft Detection Lock ein. Erkennt die KI eine gewaltsame GerĂ€teentwendung, sperrt sie das Smartphone sofort. Verified Financial Calls sollen in Zusammenarbeit mit Banken wie Revolut oder Nubank sicherstellen, dass Anrufer tatsĂ€chlich von der angegebenen Bank stammen.

Apple schloss mit iOS 26.5 im Mai 2026 ĂŒber 60 SicherheitslĂŒcken – darunter kritische Schwachstellen fĂŒr komplexe Exploits.

Banken haften bei Phishing – mit EinschrĂ€nkungen

Ein Urteil des Landgerichts Berlin II stĂ€rkt Verbraucher: Banken haften grundsĂ€tzlich fĂŒr Verluste durch betrĂŒgerische Transaktionen, wenn dem Kunden keine grobe FahrlĂ€ssigkeit nachgewiesen werden kann. Die liegt nicht vor, wenn der Betrug fĂŒr einen durchschnittlichen Nutzer nicht erkennbar war.

Anders sieht es bei eigenhĂ€ndiger TAN-Eingabe trotz Warnhinweisen aus. Aktuelle FĂ€lle aus Köln zeigen: GefĂ€lschte Park-Apps fĂŒhren hier weiterhin zu Problemen bei der Erstattung.

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Angriffe werden hybrider

Die Entwicklung zeigt eine Verschiebung weg von rein technischen Exploits. In ZĂŒrich nutzte ein 28-JĂ€hriger einen SMS-Blaster in seinem Fahrzeug. Im Umkreis von 100 Metern zwang er Mobiltelefone, sich mit seiner mobilen Basisstation zu verbinden. So gelangten gefĂ€lschte Post-Nachrichten an 50.000 GerĂ€te – Ziel war der Abgriff von Bankdaten.

Auch Quishing – Angriffe ĂŒber QR-Codes – nimmt massiv zu. Im ersten Quartal 2026 registrierten Experten 18 Millionen FĂ€lle, ein Plus von 150 Prozent. Banking-Trojaner legten um fast 200 Prozent auf ĂŒber 1,2 Millionen VorfĂ€lle zu.

Support-Ende fĂŒr alte Systeme

Am 8. September 2026 endet der Support fĂŒr Android 5.0 und iOS 13. Nutzer erhalten dann keine Sicherheitsupdates mehr. Ihre GerĂ€te werden zu bevorzugten Zielen fĂŒr automatisierte Angriffe.

Apple plant fĂŒr die Zukunft Private Cloud Compute, um KI-Berechnungen in der Cloud sicherer zu machen. Doch der Faktor Mensch bleibt die grĂ¶ĂŸte Schwachstelle. Umfragen zeigen: 26 Prozent der Smartphone-Nutzer haben bereits heimlich das GerĂ€t des Partners durchsucht. Die Behörden raten, veraltete GerĂ€te zeitnah zu ersetzen und Sicherheitsfeatures wie den Blockierungsmodus oder die Deaktivierung des 2G-Netzes konsequent zu nutzen.

de | wissenschaft | 69356022 |