Smartphone-Malware: Dropper und Banking-Trojaner um 160% gestiegen
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 01:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Zahl der Malware-Angriffe auf Smartphones ist im ersten Halbjahr 2026 drastisch gestiegen. Besonders gefährlich: Schadsoftware, die sich als nützliche Sicherheits-App tarnt.
Dropper und Banking-Trojaner auf dem Vormarsch
Die aktuellen Marktdaten zeichnen ein alarmierendes Bild. Die Zahl der sogenannten Dropper – Programme, die weitere Malware nachladen – stieg um 160 Prozent. Auch Banking-Trojaner legten um 145 Prozent zu, Fernzugriffstrojaner um 69 Prozent.
Allein in der Schweiz blockierten Experten im ersten Quartal rund 2,67 Millionen Angriffe. Dabei entdeckten sie etwa 306.000 neue Schadprogramme. Besonders auffällig: Android-Banking-Trojaner nahmen um 56 Prozent zu. Parallel dazu stieg das Risiko für Identitätsbetrug weltweit um über 450 Prozent.
Falsche Sicherheit als Einfallstor
Ein zentrales Werkzeug der Angreifer ist sogenannte Rogueware. Diese Malware tarnt sich als legitime Sicherheitssoftware oder Optimierungstool. Sie zeigt falsche Warnmeldungen über angebliche Virusinfektionen an – mit dem Ziel, Nutzer zur Zahlung von Gebühren zu drängen oder Daten zu stehlen.
Die Verbreitung läuft über kompromittierte Webseiten, Phishing-SMS und manipulierte Werbung. Experten warnen vor der Leichtfertigkeit vieler Anwender: Rund 41 Prozent speichern sensible Daten wie Ausweiskopien direkt auf dem Smartphone. Das macht die Geräte zu einem hochattraktiven Ziel.
Angesichts steigender Angriffe auf mobiles Banking und sensible Daten ist ein proaktiver Schutz für Ihr Android-Smartphone unerlässlich. In diesem kostenlosen Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Ihr Gerät mit fünf einfachen Schritten effektiv gegen Hacker und Viren absichern. 5 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen entdecken
Behörden schlagen zurück
Internationale Operationen brachten zuletzt Erfolge gegen die digitale Kriminalität. In der „Operation Olympus Blade“ zerschlugen BKA, FBI und indonesische Behörden die Phishing-Plattform Kratos. Das Netzwerk bediente rund 1.800 Kunden und ermöglichte monatlich etwa 15.000 Kampagnen. Seit 2024 generierte die Plattform einen Umsatz von rund 300.000 Euro.
Parallel dazu wurde die Plattform Tycoon2FA ausgehoben. Über sie verbreiteten sich mehr als 96.000 gefälschte Banking-Apps, die selbst Multifaktor-Authentifizierung umgingen. In der „Operation Endgame“ schalteten Microsoft, BKA und Europol zudem über 200 Steuerungs-Server ab. Die Kontrolle über 18.000 infizierte Computer wurde damit unterbrochen. Allein in der ersten Maihälfte waren die Schadprogramme Amadey und StealC für rund 140.000 Infektionen verantwortlich.
KI als neues Werkzeug der Angreifer
Die Methoden werden komplexer. Sicherheitsforscher beobachten verstärkt den Einsatz künstlicher Intelligenz. KI-gestütztes Phishing umgeht in 54 Prozent der Fälle Sicherheitsmechanismen. Auch Sprachsynthese kommt zum Einsatz: Gegenüber Anwaltskanzleien oder Bankkunden werden Identitäten in Telefonaten vorgetäuscht.
Auf der Gegenseite rüsten auch Hersteller auf. Microsoft setzt bei der Schadcode-Analyse verstärkt auf KI. Kommende Versionen von Android und macOS führen neue Schutzfunktionen ein – etwa Warndialoge vor kritischen Terminal-Befehlen, um sogenannte ClickFix-Angriffe zu erschweren.
Da herkömmliche Sicherheitsmechanismen immer öfter durch KI-gestützte Methoden umgangen werden, sollten Nutzer regelmäßige Updates nicht mehr dem Zufall überlassen. Dieser Gratis-Report erklärt Ihnen einfach und verständlich, wie Sie Sicherheitslücken schließen und Ihr Android-Gerät dauerhaft vor Malware schützen. Kostenlosen Update-Ratgeber jetzt herunterladen
Rechtliche Konsequenzen für Nutzer
Juristen weisen auf die aktuelle Rechtsprechung hin. Nach Urteilen des Bundesgerichtshofs kann Bankkunden grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen werden, wenn sie TANs an nicht verifizierte Dritte herausgeben. Gleichzeitig haften Banken bei fehlender starker Kundenauthentifizierung für Schäden.
Der Rat der Experten: Apps ausschließlich aus offiziellen Quellen beziehen und regelmäßige Sicherheitsupdates durchführen.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
