Smartphone-Nutzung: Versuchung, nicht Stress, treibt Online-Sucht
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 01:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Versuchung ist stärker als der Stress: Forscher der Universität Duisburg-Essen haben untersucht, was Menschen wirklich zur exzessiven Internetnutzung treibt. Das Ergebnis überrascht.
Nicht der Stress, sondern der Drang ist das Problem
Eine neue Studie der Forschungsgruppe FOR2974 unter Leitung von Prof. Dr. Matthias Brand zeigt: Die individuell empfundene Versuchung ist der zentrale Faktor für problematische Internetnutzung. Stress oder negative Stimmung allein sind demnach weniger entscheidend als der subjektive Drang, online zu gehen. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse am 30. Juli im Fachjournal PLOS One.
So lief die Untersuchung ab
Für die Studie befragten die Forscher zunächst 1.200 Erwachsene. 900 davon wurden über 14 Tage intensiv wissenschaftlich begleitet. Das Team um Dr. Silke M. Müller und Andreas Oelker wollte wissen: Was genau löst im Alltag den Griff zum Smartphone aus?
Dabei konzentrierten sich die Wissenschaftler auf die Wechselwirkung zwischen emotionalen Zuständen und dem sogenannten „Temptation“-Effekt – dem Verlangen, digitalen Reizen nachzugeben.
Der Teufelskreis der digitalen Ablenkung
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Die Daten zeigen: Akuter Stress und negative Stimmung fungieren oft als Auslöser für starkes Verlangen nach Online-Aktivitäten. Entscheidend für problematische Nutzungsmuster ist jedoch die Stärke dieser Versuchung – und die Unfähigkeit, ihr zu widerstehen.
Ein weiteres zentrales Ergebnis: Intensive Mediennutzung entspannt nicht. Im Gegenteil – sie steigert das Stresslevel und verschlechtert die Stimmung. Das Smartphone wirkt in solchen Momenten nicht als Bewältigungshilfe, sondern verstärkt die Belastung.
Was gegen die Online-Falle hilft
Die Wissenschaftler empfehlen, Prävention stärker auf die Bewältigung von Versuchungsmomenten auszurichten. Wer den Drang zur Internetnutzung bewusst erkennt, kann alternative Handlungsmuster entwickeln.
Klassische Stressreduktionsmethoden sind laut den Autoren effektiver als digitale Ablenkung. Dazu zählen:
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- Gezielte Atemtechniken zur Beruhigung des Nervensystems
- Körperliche Bewegung als Ausgleich zu statischen Online-Phasen
- Bewusste Minimierung externer Reize – etwa durch das Ausschalten von Benachrichtigungen
Die Kontrolle über das eigene Nutzungsverhalten erreicht man also primär durch den kompetenten Umgang mit inneren Impulsen – nicht allein durch die Reduzierung äußerer Belastungsfaktoren.
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