Smartphone-Sicherheit, E-Mail

Smartphone-Sicherheit: Jede dritte E-Mail enthält Phishing-Versuch

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 23:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Cyberkriminelle nutzen die Reisezeit für Angriffe auf Hotel-WLANs und Phishing-Kampagnen. Zehn Schutzmaßnahmen helfen, Daten und Konten zu sichern.

Sommerreise 2026: So schützen Sie sich vor Cyberangriffen
Smartphone mit digitalem Sicherheitssymbol vor verschwommenem Hintergrund eines Flughafenterminals. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Hauptreisezeit im Sommer 2026 wird verstärkt von Cyberkriminellen genutzt, um Reisende durch eine Kombination aus Zeitdruck, manipulierter Technik und künstlicher Intelligenz anzugreifen. Experten identifizierten insgesamt zehn zentrale Maßnahmen, die vor gängigen Bedrohungen wie Phishing, CEO-Fraud und dem Diebstahl von Nutzerkonten schützen sollen. Insbesondere die Nutzung öffentlicher Infrastrukturen und die gezielte Manipulation von Hotelnetzwerken stehen dabei im Fokus der Angreifer.

Technologische Manipulation in Hotels und WLAN-Netzen

Sicherheitsanalysten von ReliaQuest dokumentierten seit Juni 2026 eine Serie von Angriffen, die sich gezielt gegen Geschäftsreisende aus den Sektoren Finanzen, Recht und Gesundheit richtet. Die Täter manipulieren dabei das Domain Name System (DNS) in Hotel-WLAN-Netzwerken, unter anderem in den USA, Indien und Saudi-Arabien. Durch diese Manipulation werden Nutzer auf gefälschte Microsoft-365-Anmeldeseiten umgeleitet.

Ein besonderes Risiko stellt hierbei das Device-Code-Verfahren dar, mit dem Kriminelle die Multifaktor-Authentifizierung (MFA) umgehen können. Um solche Angriffe abzuwehren, raten Experten zur konsequenten Nutzung von VPN-Diensten und verschlüsseltem DNS. Zudem sollte die automatische Erkennung von Web-Proxys (WPAD) auf den Endgeräten deaktiviert werden. Auch die rumänische Cybersicherheitsbehörde DNSC warnte in diesem Zusammenhang vor öffentlichen WLAN-Hotspots und empfahl, keine Finanztransaktionen über ungesicherte Verbindungen abzuwickeln.

Phishing-Wellen im Namen von Banken und Buchungsportalen

Neben technischer Manipulation setzen Betrüger verstärkt auf Social Engineering. Aktuell werden vermehrt gefälschte Zahlungsaufforderungen über Messenger-Dienste an Nutzer der Plattform Booking.com versendet. Die Täter verschaffen sich zuvor Zugang zu Hotelkonten und kontaktieren Gäste kurz vor Reisebeginn mit Links zu gefälschten Bezahlseiten. Die Empfehlung lautet hier, niemals auf solche Links zu klicken, sondern direkt telefonischen Kontakt mit der Unterkunft aufzunehmen.

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Parallel dazu warnt die Verbraucherzentrale vor Phishing-Mails, die im Namen der Commerzbank versendet werden. In diesen Nachrichten wird behauptet, die photoTAN-Aktivierung des Kunden laufe ab. Nach Angaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) enthält mittlerweile jede dritte unerwünschte E-Mail einen Phishing-Versuch. Typische Warnzeichen seien eine unpersönliche Anrede sowie eine unseriöse Absenderadresse.

Physische Sicherheit und rechtliche Konsequenzen an Grenzen

Auch der physische Diebstahl von Smartphones bleibt eine zentrale Bedrohung. Kriminelle nutzen zunehmend Methoden, um die Ortung gestohlener Geräte zu verhindern. In Gandia (Spanien) wurden Verdächtige festgenommen, die entwendete Telefone in Alufolie gewickelt hatten, um sie wie in einem Faradayschen Käfig gegen GPS- und Mobilfunksignale abzuschirmen. Die Telekom warnt zudem davor, dass nach einem Diebstahl oft gefälschte Nachrichten im Namen von Apple oder Google versendet werden, um an die Zugangsdaten der rechtmäßigen Besitzer zu gelangen.

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Ein Fall aus den USA verdeutlicht zudem die rechtlichen Risiken bei Grenzkontrollen. Ein Reisender hatte im Januar 2025 am Flughafen Atlanta eine sogenannte Duress-PIN auf einem Gerät mit GrapheneOS genutzt, um seine Daten bei einer Kontrolle zu löschen. Dies führte zu einer Anklage wegen Beweismittelvernichtung nach 18 U.S.C. § 2232, worauf bis zu fünf Jahre Haft stehen können. Eine gerichtliche Entscheidung in diesem Fall wird für Oktober 2026 erwartet.

Um den Schutz der Geräte zu erhöhen, verteilte Samsung im Juli Sicherheitsupdates für die Modelle Galaxy A57 und A27. Diese schließen insgesamt 57 Sicherheitslücken, darunter eine kritische Schwachstelle im Kernel. Die Firmware-Updates bereiten die Geräte zudem auf das kommende Betriebssystem Android 17 vor. Experten raten generell dazu, die Nachrichtenvorschau auf Sperrbildschirmen zu deaktivieren und Diebstahlsicherungen der Hersteller bereits vor Reiseantritt zu konfigurieren.

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