Smartwatch-Forschung: REACT-Studie prĂŒft FrĂŒherkennung von GefĂ€Ăkrankheiten
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 11:53 Uhr | Redaktion boerse-global.deMediziner untersuchen verstĂ€rkt das Potenzial handelsĂŒblicher Smartwatches fĂŒr die frĂŒhzeitige Erkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose. Begleitet wird dieser wissenschaftliche Trend von technischen Fortschritten bei neuen Hardware-Generationen, darunter die seit dem 18. September 2026 fĂŒr 899 Euro erhĂ€ltliche Apple Watch Ultra 4, deren Sensoren Vitalwerte in deutlich kĂŒrzeren AbstĂ€nden erfassen.
REACT-Studie analysiert Vitaldaten im Alltag
Im Rahmen der sogenannten REACT-Studie kooperieren das Rigshospitalet in Kopenhagen und das CNIC in Madrid, um GefĂ€ĂverĂ€nderungen bereits vor dem Auftreten erster Symptome festzustellen.
Die Forscher nutzen dafĂŒr das Garmin Health Connected Ecosystem ĂŒber eine spezielle REACT-Wear-App. Das System zeichnet Vitalparameter wie Herzfrequenz, HerzfrequenzvariabilitĂ€t (HRV), Schlafmuster, AktivitĂ€tsdaten sowie die SauerstoffsĂ€ttigung (SpO2) kontinuierlich auf.
Laut Kunkel wird die Herzfrequenz dabei im Rahmen der Untersuchung auĂerhalb sportlicher AktivitĂ€ten alle 5 Sekunden statt wie ĂŒblich alle 5 Minuten gemessen. Die HerzfrequenzvariabilitĂ€t wird alle 5 Minuten statt im sonst ĂŒblichen Zweistundentakt ermittelt.
Das Forschungsprojekt benennt jedoch auch methodische Grenzen: Neben einer möglichen Selbstselektion tendenziell gesĂŒnderer Teilnehmer bleibt zu beachten, dass es sich bei den verwendeten Garmin-Wearables um keine zugelassenen Medizinprodukte handelt.
Die Dringlichkeit verbesserter FrĂŒherkennungsmethoden belegen globale Gesundheitsdaten: Laut der Erhebung GBD 2025 leiden weltweit mehr als 600 Millionen Menschen an kardiovaskulĂ€ren Erkrankungen, die jĂ€hrlich 19 bis 20 Millionen TodesfĂ€lle fordern.
Herausforderungen bei Datennutzung und ReprÀsentativitÀt
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Das Fachjournal PLOS Medicine betonte in einem aktuellen redaktionellen Beitrag die Chancen, die Wearables fĂŒr die kardiovaskulĂ€re Forschung bieten. Nach dort zitierten SchĂ€tzungen forderten Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Jahr 2019 rund 17 Millionen Todesopfer, fĂŒr das Jahr 2030 wird ein Anstieg auf 23,3 Millionen procrastiniert.
WĂ€hrend die altersstandardisierte Sterblichkeit in bestimmten Bevölkerungsgruppen zunimmt â insbesondere in Regionen mit niedrigem und mittlerem Einkommen â, tragen inzwischen fast ein Viertel der Weltbevölkerung eine Smartwatch.
Gleichzeitig verweist die Publikation auf wesentliche HĂŒrden beim wissenschaftlichen Einsatz. So konnten in der Apple Heart & Movement Study wegen technischer InteroperabilitĂ€tsprobleme lediglich etwa 10 Prozent der Nutzer ihre Gesundheitsdaten teilen.
Zudem spiegeln die Nutzergruppen sozioökonomische Ungleichheiten wider: Im Jahr 2019 erwarben in den USA 31 Prozent der Haushalte mit einem Einkommen von mehr als 75.000 US-Dollar eine Smartwatch, wÀhrend in Haushalten mit weniger als 30.000 US-Dollar der Anteil bei lediglich 12 Prozent lag.
Wer sich mit der Ăberwachung seiner Vitalparameter befasst, erkennt schnell, wie wichtig eine korrekte Interpretation der Daten fĂŒr die PrĂ€vention ist. Vitalstoffexperte Dr. Ulrich Fricke gibt in seinem Gratis-PDF praxisnahe Tipps zu 10 entscheidenden Werten, die Ihnen helfen, lĂ€nger fit zu bleiben. Mit 81 fitter als die meisten Gleichaltrigen: Das Geheimnis hinter optimalen Laborwerten
Eine Umfrage der British Heart Foundation unter 194 Personen verzeichnete lediglich 6 Prozent nicht-weiĂe Teilnehmer. Forschungsergebnisse deuten zudem darauf hin, dass die optische Pulsmessung per Photoplethysmographie bei dunkleren Hauttönen weniger prĂ€zise ausfĂ€llt.
Engmaschigere SensorĂŒberwachung bei neuen GerĂ€ten
Parallel zur klinischen Forschung integrieren Hersteller immer engmaschigere Messverfahren in VerbrauchergerĂ€te. Bei der Apple Watch Ultra 4, die mit dem S11-Chip und einem neuen Sensorsystem arbeitet, erfolgt die Erfassung der Herzfrequenz auĂerhalb von Trainingsintervallen regulĂ€r alle 5 Sekunden und die HRV-Messung alle 5 Minuten.
Zugleich berichten Nutzer auf Online-Plattformen ĂŒber vereinzelt auftretende Hautreizungen unter den verĂ€nderten Sensor-Arrays neuer Modellreihen, als deren Ursachen Apple unter anderem Feuchtigkeit, zu enges Tragen oder Materialkontakte anfĂŒhrt. Dennoch verdeutlicht die Entwicklung der Sensorik, wie stark sich alltĂ€gliche Verbraucherelektronik und medizinische Datenerfassung zunehmend annĂ€hern.

