Smartwatch-Studie: Fitbit Sense 2 überschätzt Kalorien um 128,6 kcal
Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 08:13 Uhr | Redaktion boerse-global.deGängige Smartwatches überschätzen den tatsächlichen Energieverbrauch beim Training systematisch. Dies ergab eine Studie der Florida International University, die im Fachjournal PLOS One erschien und über die das Portal nongmin.com am 17. Oktober 2026 berichtete. Die Ende Juli 2026 vorgestellte Untersuchung untersuchte die Genauigkeit weit verbreiteter Wearables der Hersteller Apple, Samsung, Garmin und Fitbit.
Für die Versuchsreihe absolvierten 58 hispanische Erwachsene im Alter zwischen 18 und 50 Jahren eine zehnminütige Trainingseinheit auf einem Indoor-Fahrrad.
Die Probanden trugen dabei zeitgleich vier verschiedene Modelle: die Apple Watch Series 8, die Fitbit Sense 2, die Samsung Galaxy Watch 5 sowie die Garmin Forerunner 955. Als wissenschaftlicher Referenzwert für den tatsächlichen Kalorienverbrauch diente eine parallel durchgeführte Atemgasanalyse. Vor und nach der eigentlichen Messphase war jeweils eine fünfminütige Ruhephase vorgesehen.
Deutliche Abweichungen zwischen den Modellen
Der Vergleich mit der Atemgasanalyse zeigte bei sämtlichen getesteten Geräten teils erhebliche Abweichungen nach oben. Die Apple Watch Series 8 wies im Durchschnitt eine Überschätzung von 21,6 kcal gegenüber dem Referenzwert auf. Bei der Samsung Galaxy Watch 5 lag das Messergebnis im Schnitt um 56,8 kcal über dem gemessenen tatsächlichen Verbrauch. Die Garmin Forerunner 955 verzeichnete eine durchschnittliche Überschreitung von 68,6 kcal.
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Ein uneinheitliches Bild zeigte sich bei der Fitbit Sense 2. Ohne extreme Abweichungen belief sich die mittlere Differenz zunächst auf 3,14 kcal. Allerdings registrierten die Forscher bei diesem Modell sieben Ausreißer, bei denen die berechneten Werte das 4,5-Fache des tatsächlichen Referenzwerts überstiegen. Wurden diese extremen Fehlmessungen in die Gesamtrechnung einbezogen, lag die Fitbit Sense 2 im Schnitt um 128,6 kcal zu hoch.
Einfluss der Körperzusammensetzung und Empfehlungen
Zudem stellte das Forschungsteam der Florida International University fest, dass ein höherer Körperfettanteil der Probanden mit einer noch ausgeprägteren Überschätzung der Kalorienwerte korrelierte. Studienleiter Jason Kostrna von der Florida International University riet davon ab, die auf Smartwatches angezeigten Kalorienangaben als exakte Messwerte zu behandeln.
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Die systematischen Differenzen könnten sich über die Tage hinweg auf mehrere hundert Kilokalorien pro Woche aufsummieren. Dies könne insbesondere bei Personen, die ihr Körpergewicht über Kaloriendefizite steuern wollen, zu Fehleinschätzungen führen. Stattdessen sei es ratsam, die Werte primär zur Beobachtung langfristiger Trends bei Herzfrequenz und Energieumsatz heranzuziehen.
Gleichzeitig wiesen die Wissenschaftler auf methodische Limitationen der Studie hin. Die Ergebnisse basieren auf einer einzelnen Trainingseinheit auf dem Indoor-Fahrrad. Zudem lag das Durchschnittsalter der Teilnehmergruppe bei 23 Jahren, weshalb sich die Daten nur bedingt auf andere Altersgruppen oder abweichende Sportarten übertragen lassen.
