Smartwatches, Atemstörungen

Smartwatches bei Atemstörungen: Hinweise ja, Diagnose nein

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 14:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Fachgesellschaft sieht Chancen für Monitoring und KI, fordert aber wissenschaftliche Evidenz, Qualitätssicherung und ärztliche Verantwortung.

Pneumologie-Kongress 2026: KI und digitale Lungenmedizin im Fokus
Ein minimalistischer, heller Behandlungsraum in einer Klinik mit Blick auf eine verschwommene Alpenlandschaft. Illustration mit AI erstellt.

Die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie widmet ihre diesjährige Fachtagung den rasanten technologischen Veränderungen in der Lungenheilkunde. Vom 22. bis 24. Oktober 2026 versammeln sich Experten in Salzburg zum 50. Jahreskongress der Fachgesellschaft, der unter dem Leitmotiv „Lung Digital“ steht.

Im Mittelpunkt der Fachgespräche stehen die praktischen Potenziale sowie die klaren Grenzen beim Einsatz von künstlicher Intelligenz, telemedizinischen Konzepten und digitalen Gesundheitsdaten in der pneumologischen Versorgung.

Künstliche Intelligenz als Entscheidungshilfe ohne Ergebnisgarantie

Digitale Werkzeuge gewinnen im medizinischen Alltag stetig an Bedeutung. Wie die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie im Vorfeld der Tagung festhält, ist moderne künstliche Intelligenz in der Lage, umfangreiche Mengen medizinischer Daten zu verarbeiten und Fachkräfte bei klinischen Entscheidungen wirksam zu unterstützen.

Zugleich mahnt die Fachgesellschaft jedoch zu einer realistischen Einordnung. Der Einsatz algorithmenbasierter Systeme biete keineswegs eine automatische Garantie für bessere Behandlungsergebnisse.

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Die letztendliche medizinische Verantwortung und die individuelle ärztliche Beurteilung jedes einzelnen Falls könnten die digitalen Assistenzsysteme nicht ersetzen. Technologie diene primär der Entlastung und Ergänzung, nicht der Substitution der klinischen Expertise.

Chancen für die Früherkennung bei chronischen Atemwegserkrankungen

Große Hoffnungen setzt die Fachgesellschaft in die kontinuierliche digitale Überwachung. Insbesondere bei schweren chronischen Lungenerkrankungen wie der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sowie weiteren chronischen Atemwegsleiden eröffne das digitale Monitoring neue Perspektiven.

Durch die engmaschige Erfassung relevanter Werte könnten drohende akute Zustandsverschlechterungen künftig wesentlich früher erkannt werden, was zeitnahe Interventionen ermögliche.

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Neben der Telemedizin und der Auswertung digitaler Patientendaten spielen im klinischen Alltag auch Endverbrauchergeräte eine wachsende Rolle. Handelsübliche Smartwatches und Schlaftracker können nach Einschätzung der Fachgesellschaft durchaus wertvolle erste Hinweise auf unruhigen Schlaf oder schlafbezogene Atemstörungen liefern.

Ein vollwertiger Ersatz für eine fundierte fachärztliche Diagnose seien diese Daten jedoch nicht, da ihnen die methodische Präzision spezialisierter Messverfahren fehle.

Wissenschaftliche Fundierung und Patientensicherheit als Maßstab

Auf dem Salzburger Jubiläumskongress sollen diese Entwicklungen aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet werden. Die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie betont, dass die Patientensicherheit, eine solide wissenschaftliche Fundierung, belastbare wissenschaftliche Evidenz und eine strikte Qualitätssicherung im Zentrum aller digitalen Transformationsschritte in der Lungenmedizin stehen müssen. Nur auf dieser Basis ließen sich innovative Systeme verlässlich in die bestehenden Versorgungsstrukturen integrieren.

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