Sovereign Cloud Workspaces: IONOS und Nextcloud starten EU-Alternative
05.06.2026 - 14:57:03 | boerse-global.de
IONOS und Nextcloud starten âSovereign Cloud Workspaces" als souverĂ€ne Alternative zu US-Diensten.
Am 4. Juni 2026 haben die deutschen IT-Anbieter IONOS und Nextcloud ihre gemeinsame Plattform âSovereign Cloud Workspaces" vorgestellt. Die Lösung ist eine direkte Antwort auf Microsoft 365 und Google Workspace â und ein klares Bekenntnis zur digitalen SouverĂ€nitĂ€t Europas. Gehostet wird die Plattform auf IONOS-Infrastruktur in Deutschland. Sie vereint Dateispeicher, E-Mail, Kalender und Videokonferenzen mit einer integrierten KI-Assistenz.
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Euro-Office: Open-Source-Suite kommt am 9. Juni
Bereits am kommenden Dienstag soll mit Euro-Office eine spezialisierte Open-Source-BĂŒrosuite erscheinen. Entwickelt wurde sie als Fork von OnlyOffice â in Zusammenarbeit von Nextcloud, IONOS und XWiki. Die Suite legt besonderen Wert auf KompatibilitĂ€t mit Microsofts OOXML-Formaten, plant aber auch eine verbesserte UnterstĂŒtzung des offenen OpenDocument-Formats (ODF).
Der Auslieferungsplan sieht vor: Ab 9. Juni wird Euro-Office in Nextcloud Hub integriert. IONOS will die Software im Sommer 2026 in seine Dienste einbinden, XWiki folgt gegen Jahresende. ZunĂ€chst lĂ€uft alles rein webbasiert. Native Anwendungen sind fĂŒr 2027 angekĂŒndigt â unter der Leitung von Julius HĂ€rtl und Entwicklern von Ascensio System SIA.
Rechtsstreit und technische Startschwierigkeiten
Der Start von Euro-Office ist nicht ganz reibungslos verlaufen. Das OnlyOffice-Konsortium wirft den europĂ€ischen Entwicklern Urheberrechtsverletzungen vor â konkret die Entfernung von Markenlogos. Auch ein VerstoĂ gegen die AGPLv3-Lizenz wird behauptet. Die europĂ€ische Seite weist die VorwĂŒrfe zurĂŒck.
Technisch gibt es ebenfalls Kinderkrankheiten. In der Nextcloud-All-in-One-Beta 13.2.0 taucht die âeurooffice"-Anwendung derzeit nicht im App Store auf. Ein Fix aus dem Haupt-Repository wird erwartet.
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EuropÀisches Parlament setzt Zeichen
Die Partnerschaft zwischen IONOS und Nextcloud fĂ€llt in eine Zeit, in der europĂ€ische Institutionen verstĂ€rkt auf heimische Technologie setzen. Erst am 4. Juni stellte das EuropĂ€ische Parlament die französische Suchmaschine Qwant als Standard in seinen internen Browsern ein â und ersetzte damit Google.
Die âSovereign Cloud Workspaces" wollen genau diese UnabhĂ€ngigkeit bieten: Die Daten bleiben in Deutschland, unter deutscher Rechtshoheit. Ein strategischer Vorteil in Zeiten wachsender geopolitischer Spannungen.
Doch die Konkurrenz schlĂ€ft nicht. Zeitgleich stellte Microsoft auf seiner Build-Konferenz autonome KI-Agenten namens âAutopiloten" vor. Zoom kĂŒndigte die allgemeine VerfĂŒgbarkeit seiner KI-ProduktivitĂ€tssuite an. Und Synology nutzte die Computex 2026, um Updates fĂŒr DiskStation Manager und ActiveProtect 2.0 fĂŒr das dritte Quartal 2026 anzukĂŒndigen â inklusive KI-Workflows und erweiterter Backup-Funktionen fĂŒr Google Workspace und Azure.
Der Kampf um den europÀischen Cloud-Markt ist eröffnet.
