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Soziale Medien: Frankreich sperrt Nutzer unter 15 Jahren ab September

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 21:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Frankreich weitet das Handyverbot auf Gymnasien aus und verbietet sozialen Medien für unter 15-Jährige. Die EU debattiert über einheitliche Regeln.

Frankreich verschärft Handyverbot an Schulen und reguliert soziale Netzwerke
Ein moderner, heller Klassenraum in einer französischen Schule ohne Mobiltelefone auf den Tischen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ab dem Schuljahr 2026-2027 gilt in Frankreich ein umfassendes Handyverbot – auch an Gymnasien. Das Bildungsministerium weitet die seit 2018 für Grundschulen und die Sekundarstufe I bestehende Regelung auf die gesamte Schulzeit aus. Die Nutzung von Mobiltelefonen wird damit im ganzen Schulsystem untersagt.

Weniger Ablenkung, besseres Lernen

Die Regierung will die Ablenkung während des Unterrichts reduzieren und die Lernumgebung verbessern. „Ziel ist es, die Abhängigkeit von Smartphones bei Jugendlichen zu verringern und die Lernqualität zu steigern“, heißt es aus dem Bildungsministerium. Die einzelnen Schulen legen eigene Bestimmungen für die konkrete Umsetzung fest. Ausnahmen für unterrichtsbezogene Zwecke bleiben möglich. Fachleute rechnen mit einer vollständigen Implementierung innerhalb eines Jahres. Verstöße sollen schrittweise geahndet werden.

Soziale Netzwerke: Verbot für unter 15-Jährige

Parallel zum Handyverbot tritt zum 1. September 2026 ein Gesetz in Kraft, das Kindern unter 15 Jahren die Nutzung sozialer Medien untersagt. Das französische Parlament verabschiedete die Regelung mit deutlicher Mehrheit. Plattformbetreiber dürfen für diese Altersgruppe keine neuen Konten mehr eröffnen. Ab Januar 2027 sollen zudem bestehende Konten überprüft werden. Die Aufsicht übernimmt die Behörde Arcom.

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Die Betreiber müssen wirksame Verfahren zur Altersverifikation einführen – etwa durch künstliche Intelligenz oder Drittanbieter. Das Gesetz wird derzeit noch vom Verfassungsrat geprüft. Präsident Macron hatte zuvor wiederholt strengere Regeln für soziale Netzwerke gefordert und unter anderem einen bildschirmfreien Tag pro Monat angeregt.

Europa diskutiert mit

Das französische Vorgehen stößt international auf Interesse. Zypern plant ähnliche Beschränkungen für Jugendliche ab 15 Jahren. Auf EU-Ebene wird über ein einheitliches Mindestalter für die Social-Media-Nutzung diskutiert. Ein im Frühjahr 2025 eingesetztes Expertenpanel der EU-Kommission hatte bereits strengere Sicherheitsfunktionen und Altersgrenzen empfohlen. Irland signalisierte Unterstützung für eine EU-weite Regelung.

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In Deutschland wird die Debatte über die Bildungsqualität derweil durch neue Leistungsdaten angeheizt. Ein aktueller Bildungsbericht zeigt: Jeder vierte Neuntklässler verfehlt die Mindeststandards in Mathematik. Auch die Sprachkenntnisse bei Schulanfängern gelten zunehmend als unzureichend. Bildungsforscher fordern eine stärkere Rückkehr zu Leistungsprinzipien.

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