SparkKitty-Trojaner, Malware

SparkKitty-Trojaner: Neue Malware stiehlt Krypto-Wallet-SchlĂŒssel

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 10:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Schadsoftware SparkKitty stiehlt Krypto-ZugĂ€nge ĂŒber manipulierte Apps. Zudem verklagen Anleger Apple nach Millionenverlust durch Fake-Wallet.

SparkKitty-Trojaner: Krypto-Diebstahl via App-Stores und Malvertising
Ein Smartphone auf einem dunklen Schreibtisch mit einer digitalen Krypto-Wallet-App bei gedimmter, technischer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Sicherheitsforscher von Check Point und Kaspersky haben am 27. Juli detaillierte Analysen zur Schadsoftware SparkKitty veröffentlicht. Der plattformĂŒbergreifende Trojaner durchsucht gezielt die Fotogalerien von MobilgerĂ€ten nach Screenshots von Krypto-Wallet-ZugĂ€ngen.

Die Malware nutzt optische Zeichenerkennung (OCR), um sogenannte Seed-Phrasen zu identifizieren – das sind die WiederherstellungsschlĂŒssel fĂŒr digitale Geldbörsen. Findet sie solche SchlĂŒssel oder QR-Codes, ĂŒbertrĂ€gt SparkKitty die Daten sofort an die Server der Angreifer.

SparkKitty infiltriert offizielle App-Stores

Die Schadsoftware tauchte sowohl im Apple App Store als auch bei Google Play auf. Konkret handelte es sich um die iOS-App „?coin“ und die Android-Anwendung „SOEX“ mit ĂŒber 10.000 Installationen. ZusĂ€tzlich verbreitete sich der Trojaner ĂŒber modifizierte TikTok-Versionen und Drittanbieter-Stores fĂŒr Android.

Die Kampagne lĂ€sst sich bis Februar 2024 zurĂŒckverfolgen und zielte primĂ€r auf Nutzer in China und SĂŒdostasien. Apple und Google haben die betroffenen Apps inzwischen aus ihren Stores entfernt.

Millionenklage gegen Apple wegen gefÀlschter Wallet-App

Parallel dazu sorgt eine am 24. Juli in Kalifornien eingereichte Klage fĂŒr Aufsehen. Drei US-BĂŒrger werfen Apple vor, eine gefĂ€lschte Version der „Sparrow Wallet“ in seinem App Store zugelassen zu haben. Die KlĂ€ger James Ramirez, Christopher Ellis und Jalen Delgado verloren zwischen Mai und August 2025 rund 1,8 Millionen US-Dollar in Bitcoin.

Der offizielle Sparrow-Wallet-Entwickler Craig Raw hatte Apple bereits seit 2024 vor betrĂŒgerischen Nachahmungen gewarnt – seine App existiert ausschließlich als Desktop-Version. Apple sperrte die betroffenen Konten zwar und entfernte die Apps, doch die KlĂ€ger argumentieren: Strengere Kontrollen hĂ€tten den Betrug verhindern können. Apple gab an, allein 2025 rund 193.000 betrĂŒgerische Entwicklerkonten gesperrt und Transaktionen im Wert von 2,2 Milliarden US-Dollar unterbunden zu haben.

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SourTrade und Kratos: Neue Bedrohungen, aber auch Erfolge

Neben SparkKitty entdeckten Analysten am 27. Juli die Kampagne SourTrade. Diese seit 2024 aktive Malware wird ĂŒber schĂ€dliche Werbeanzeigen (Malvertising) verbreitet. Besonders perfide: Der Schadcode setzt sich erst im Arbeitsspeicher des Browsers aus legitimen Komponenten zusammen – und umgeht so herkömmliche Sicherheitsscanner. Ziel sind Nutzer von Plattformen wie TradingView, Solana und Luno in zwölf LĂ€ndern.

Trotz der wachsenden Bedrohung melden die Behörden Erfolge. Am 20. Juli zerschlugen BKA und FBI die Phishing-Plattform Kratos. Doch die Gesamtlage bleibt angespannt: Im ersten Halbjahr 2026 stiegen Online-BetrugsfÀlle um 134 Prozent, SMS-Betrug sogar um 146 Prozent.

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Sicherheitsforscher raten dringend davon ab, Seed-Phrasen als Fotos oder Screenshots auf MobilgerÀten zu speichern. Einmal im fremden Zugriff, sind die Krypto-BestÀnde unwiderruflich weg.

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