Speicherchip-Krise: RAM-Preise verfünf- bis versechsfacht
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 05:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die globale Tech-Branche steckt in der schwersten Speicherchip-Krise seit Jahrzehnten. Die Preise für RAM-Bausteine sind explodiert, Hersteller warnen vor anhaltender Knappheit – und die Kosten erreichen nun auch deutsche Verbraucher.
Preisexplosion bei Speicherchips erreicht den Handel
Die Auswirkungen sind längst im Alltag spürbar: Laptops, Smartphones und sogar Autos werden teurer. Laut Marktforschern von TrendForce haben sich die Speicherpreise für PCs und Mobilgeräte im Vergleich zum Vorjahr verfünf- bis versechsfacht. Was das konkret bedeutet, zeigt ein Blick nach Hongkong: Kostete dort ein 16-Gigabyte-RAM-Modul zuletzt umgerechnet rund 35 bis 45 Euro, sind es heute etwa 170 Euro.
Apple reagiert bereits mit deutlichen Preisaufschlägen: Zwischen 135 und 270 Euro sollen Mac, iPad und die Vision Pro teurer werden. Analysten von IDC erwarten zudem, dass das kommende iPhone 18 Pro Max mit einem Einstiegspreis von rund 1.250 Euro auf den Markt kommen könnte. Die Hardware-Aufschläge kommen zu weiteren Kostensteigerungen hinzu – etwa den Preisanpassungen bei Microsoft 365 vom Februar oder steigenden Abo-Gebühren für Streamingdienste.
Doch es betrifft nicht nur einzelne Geräte. Moody's beziffert die jährlichen Mehrkosten für einen durchschnittlichen US-Haushalt auf umgerechnet rund 335 Euro – verursacht durch KI-getriebene Inflation, etwa durch höhere Strompreise für Rechenzentren.
Hersteller setzen auf KI-Chips statt Verbraucherware
Der Kern des Problems: Die Chipindustrie hat ihre Produktion radikal auf High-Bandwidth-Speicher (HBM) für KI-Anwendungen umgestellt. Samsung rechnet damit, dass sich die Knappheit bis 2027 weiter verschärfen wird – erst 2028 könnte sich die Lage entspannen.
Während die Hardwarekosten durch den KI-Boom massiv steigen, rücken auch neue technologische Sicherheitsrisiken in den Fokus von Unternehmen. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Bedrohungen im Bereich der Cyber-Security Unternehmer jetzt kennen müssen. Kostenlosen Report zu KI-Gesetzen und Cyberrisiken anfordern
Die Folgen für den klassischen Chipmarkt sind gravierend. Laut Counterpoint Research sind die weltweiten Lieferungen von Smartphone-Prozessoren im ersten Halbjahr 2026 um 15 Prozent eingebrochen. Besonders hart traf es Branchengrößen wie Qualcomm und MediaTek mit Rückgängen von über 25 Prozent.
Gleichzeitig boomt das KI-Segment: Die Auslieferungen von Chips für KI-Smartphones stiegen im selben Zeitraum um 24 Prozent. Deloitte zufolge haben sich die DRAM-Kosten für KI-Server im ersten Quartal 2026 verdoppelt. Speicher macht inzwischen rund 30 Prozent der Investitionen in Rechenzentren aus – bis 2027 sollen es 36 Prozent sein.
Milliarden-Markt mit neuen Spitzenreitern
Die Krise hat die Rangordnung der Branche durcheinandergewirbelt. Ende Juli wurde der chinesische Chip-Hersteller CXMT nach seinem Börsendebüt in Shanghai zum wertvollsten Unternehmen des Landes. Und Nvidia hat Apple als wertvollsten Konzern der Welt abgelöst – mit einer Marktkapitalisierung von umgerechnet rund 4,4 Billionen Euro gegenüber 4,1 Billionen Euro bei Apple.
Wer sich mit der zunehmenden Digitalisierung und den damit verbundenen Investitionen befasst, sollte auch den Schutz der Infrastruktur im Blick behalten. Experten erklären in diesem kostenlosen E-Book, wie Firmen ihre IT-Sicherheit ohne teure Investitionen stärken und sich proaktiv absichern können. Gratis-E-Book: IT-Sicherheit ohne hohe Investitionen stärken
Trotz der Turbulenzen konnte Apple zuletzt starke Zahlen vorlegen: Im dritten Quartal erzielte der Konzern einen Umsatz von rund 98 Milliarden Euro und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Während das iPhone-Geschäft mit etwa 49 Milliarden Euro solide abschnitt, blieben die Dienstleistungssparte und das China-Geschäft hinter den internen Zielen zurück.
Milliardeninvestitionen ohne schnelle Entspannung
Die Branche rechnet mit einem massiven Wachstum des Speichermarkts: Für 2027 werden Umsätze von über einer Billion Euro erwartet – 2025 waren es noch rund 207 Milliarden Euro. Die drei größten Speicherhersteller wollen ihre Investitionen zwischen 2024 und 2027 um etwa 340 Prozent erhöhen.
Doch eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht. Deloitte zufolge wird mit nennenswerten neuen Kapazitäten erst in den Jahren 2029 bis 2030 gerechnet. Die großen Cloud-Anbieter rüsten sich derweil für die Zukunft: Ihre gemeinsamen Investitionen sollen 2026 die Marke von einer Billion Euro überschreiten, während sie um die knappen Hardware-Ressourcen für KI-Infrastruktur konkurrieren.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
