Spesenbelege-Betrug: KI-Fälschungen machen 70,8% aus
28.06.2026 - 21:32:44 | boerse-global.de
Neue Vorlagen für Projektberichte und hochentwickelte Finanzmodellierungs-Features sollen Abläufe optimieren. Doch aktuelle Daten zeigen eine alarmierende Kehrseite: Immer häufiger wird Künstliche Intelligenz genutzt, um gefälschte Spesenbelege zu erstellen.
Neue Vorlagen für Projektberichte und Pitches
Seit heute, dem 28. Juni 2026, stehen Nutzern von Google Docs und Microsoft Word neue kostenlose Vorlagen für wöchentliche Projektstatusberichte zur Verfügung. Sie sollen die Nachverfolgung von Meilensteinen und Abteilungs-Updates erleichtern. Bereits am 26. Juni hatte FlipHTML5 anpassbare Pitchdeck-Vorlagen auf den Markt gebracht. Diese richten sich speziell an Start-ups und Immobilienprofis und unterstützen interaktive Veröffentlichungen sowie Multimedia-Integration – ein klarer Vorteil, wenn es darum geht, Investoren zu überzeugen.
Google veröffentlichte zudem am 27. Juni einen Leitfaden mit elf konkreten Taktiken für den Einsatz seiner KI Gemini in Workspace. Beschrieben wird, wie Nutzer durch gezielte Eingabeaufforderungen (Prompt Engineering) Dokumente erstellen, Tracker in Sheets anlegen oder automatische Meeting-Notizen und Aktionspunkte generieren lassen können.
KI-gestützte Finanzberichte und Automatisierung
Auch die großen Softwareanbieter haben ihre Plattformen aktualisiert. Am 26. und 27. Juni führte Microsoft neue finanzspezifische Fähigkeiten für Copilot in Excel ein. Dazu gehören die automatisierte Discounted-Cashflow-Modellierung, Varianzanalysen und die Erstellung monatlicher Berichte.
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Die Aktualisierung umfasst zudem externe Datenkonnektoren zu Anbietern wie Moody's, CB Insights, S&P Global und PitchBook. Diese benutzerdefinierten Funktionen sind derzeit auf dem Insider-Kanal verfügbar und sollen im nächsten Monat für die breite Öffentlichkeit freigegeben werden. Microsoft hat die Preise für diese erweiterten Funktionen festgelegt: 30 Euro pro Nutzer und Monat für Großunternehmen und 21 Euro für kleine und mittlere Unternehmen.
Im Kommunikationsbereich hat Chaser sein KI-gestütztes Projektmanagement-Tool am 26. Juni aus der Beta-Phase entlassen. Der Dienst lässt sich in Slack integrieren, wandelt Nachrichten in Aufgaben um und weist sie nach Freigabe automatisch Teammitgliedern zu.
Steigende Risiken bei Spesenbelegen
Während KI-Tools zur Steigerung der Produktivität vermarktet werden, erleichtern sie auch Betrug. Ende Juni 2026 veröffentlichte Berichte zeigen einen starken Anstieg von KI-generierten gefälschten Quittungen. Laut Daten von AppZen machten KI-generierte Fälschungen im Mai 2026 stolze 70,8 Prozent aller erkannten betrügerischen Belege aus – ein sprunghafter Anstieg von null Prozent im März 2025.
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Die Analyse von AppZen identifizierte 1.471 KI-generierte Fake-Quittungen, die von 745 Mitarbeitern in 174 verschiedenen Unternehmen eingereicht wurden. Die betrügerischen Forderungen beliefen sich auf insgesamt über 148.000 Euro, mit einem Medianwert von 32 Euro und einem Durchschnitt von 101 Euro. Geografisch betrachtet war Indien die führende Quelle dieser Einreichungen.
Eine Umfrage von Emburse untermauert diese Erkenntnisse: 40 Prozent der Arbeitnehmer in den USA gaben zu, KI-Tools zur Erstellung gefälschter Quittungen für Spesenabrechnungen genutzt zu haben. Dieser Trend zeigt: Während automatisierte Vorlagen und KI-Assistenten Effizienzgewinne versprechen, stellen sie die Finanzabteilungen vor neue Herausforderungen bei der Prüfung von Belegen.
