Spiritualität, Gesundheit

Spiritualität und Gesundheit: Review wertet 61 wissenschaftliche Arbeiten aus

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 04:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Gottesdienste und Debatten verknüpfen Glaubensdialog mit Schöpfungsverantwortung; eine Forschungsübersicht belegt keinen eindeutigen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang.

Interreligiöse Feiern in Wien verbinden Glauben, Umwelt und Medizin
Lichtdurchfluteter Innenraum einer historischen Kirche mit hohen Steingewölben und leeren Holzbänken Illustration mit AI erstellt.

Am 24. September 2026 versammelten sich Angehörige verschiedener Glaubensgemeinschaften in der Wiener Franziskanerkirche. Christen, Buddhisten, Muslime und Bahá’í gestalteten gemeinsam einen ökumenischen Gottesdienst im Zeichen interreligiöser Gastfreundschaft.

Der Anlass für dieses Zusammentreffen war das Gedenken an den 800. Jahrestag des Todes des heiligen Franz von Assisi. Die Mitwirkenden stellten in ihren Beiträgen die Ehrfurcht vor allem Leben, die gemeinsame Verantwortung für die Schöpfung und die Notwendigkeit eines sozialen Wandels in den Mittelpunkt.

Konkrete Initiativen für Schöpfung und Umwelt

Die interreligiöse Zusammenkunft in der Wiener Franziskanerkirche verband spirituelle Impulse mit praktischer Unterstützung. Während der Veranstaltung sammelte die Gemeinde Spenden für Kleinbauern in Brasilien. Darüber hinaus wurde das europäische Projekt „Religion4Ecology“ vorgestellt, das im Rahmen des Programms Erasmus+ gefördert wird und sich schwerpunktmäßig mit der Bewahrung der Ressource Wasser befasst.

Dialog zwischen Medizin und Religion an der Universität

Am selben Tag setzte auch der akademische Bereich ein Zeichen für den Dialog der Glaubensgemeinschaften. Die Medizinische Universität Wien eröffnete ihr neues Studienjahr am 24. September 2026 mit einem ökumenischen Gottesdienst und einer interreligiösen Feier unter dem Leitthema „Hoffnung und Medizin“.

An der Zeremonie beteiligten sich Repräsentanten katholischer, evangelischer, orthodoxer, jüdischer, islamischer sowie buddhistischer Traditionen. Erzbischof Josef Grünwidl hob bei dieser Gelegenheit hervor, dass ein vollständiger Heilungsprozess auf mehreren Säulen ruhe: Er umfasse neben der gezielten ärztlichen Behandlung auch die Wirkung natürlicher Kräfte sowie die Hoffnung, die als Geschenk verstanden werden könne.

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Achtsamkeit jenseits von Selbstoptimierung und Kommerz

Die Verbindung von innerer Einkehr, ethischer Haltung und gesellschaftlichem Handeln prägt auch die übergeordnete Diskussion über die Rolle von Spiritualität im Alltag.

Wie aus einem Bericht vom 25. September 2026 hervorgeht, argumentierte Leela Sutter, dass gelebte Spiritualität und Achtsamkeit keineswegs als reine Werkzeuge zur Steigerung von Produktivität oder zur Selbstoptimierung betrachtet werden sollten.

Vielmehr könnten diese Praktiken eine Form des politischen Widerstands darstellen, da Achtsamkeit dabei helfe, verinnerlichte Konditionierungen kritisch zu hinterfragen. Ein wirksamer Aktivismus müsse demnach im eigenen Körper verankert sein und im täglichen Leben beginnen. Sutter wandte sich in diesem Zusammenhang gegen eine fortschreitende Kommerzialisierung und reine Wohlfühlspiritualität.

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Ähnliche Akzente setzen traditionelle Lehren wie jene des Gurudham. Nach diesen Grundsätzen befreie eine bedingungslose Hingabe an das Göttliche den Menschen von individuellem Leiden und führe zur Erleuchtung.

Praktiken wie Mantragesang und die gezielte Reinigung des Herzens sollen diese Hingabe vertiefen. Der spirituelle Pfad wird hierbei als Entwicklungsschritt verstanden, der vom individuellen „Ich“ zu einem gemeinschaftlichen „Wir“ und zu selbstloser Liebe führt.

Wissenschaftliche Befunde zu Spiritualität und Gesundheit

Auch die Forschung befasst sich mit den Effekten spiritueller Praktiken auf die menschliche Psyche und das Wohlbefinden. Ein im Jahr 2025 veröffentlichter systematischer Review wertete insgesamt 61 wissenschaftliche Arbeiten aus den Jahren 2000 bis 2023 aus.

Die Metastudie identifizierte Zusammenhänge zwischen Spiritualität, sportlicher Aktivität und psychologischen Parametern, konnte jedoch keinen eindeutigen ursächlichen Wirkungszusammenhang nachweisen.

Diese nüchterne Einordnung deckt sich mit Erfahrungen im Bereich der Praxis: Ein Gebet vor dem körperlichen Training wird nicht als Methode zur Leistungssteigerung beschrieben, sondern dient vor allem als Moment für Dankbarkeit, Demut und den verantwortungsvollen Umgang mit den eigenen Kräften.

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de | wissenschaft | 70185504 |