Spondyloarthritis: Vorteil der FrĂŒhdiagnose zeigt sich nach 10 bis 15 Jahren
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 01:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deEine frĂŒhzeitige Erkennung der axialen Spondyloarthritis (axSpA) hat maĂgeblichen Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung. Wie eine am 18. September 2026 online in der Fachzeitschrift Arthritis & Rheumatology veröffentlichte Untersuchung eines Forschungsteams um Steimer von der UniversitĂ€tsklinik ZĂŒrich zeigt, geht eine frĂŒhe Diagnose mit einem deutlich geringeren langfristigen WirbelsĂ€ulenschaden einher. Als frĂŒhe axSpA definierten die Wissenschaftler FĂ€lle, bei denen axiale Symptome maximal zwei Jahre lang bestanden hatten.
Deutlich geringere SchÀden im langfristigen Verlauf
FĂŒr die Untersuchung werteten Steimer und das Team Daten von 376 Patientinnen und Patienten sowie insgesamt 1.181 Radiographien aus den Jahren 2004 bis 2024 aus. Die Studienkohorte umfasste 138 Personen mit einer frĂŒhen und 238 Personen mit einer bereits etablierten Form der Erkrankung.
Zur Bewertung der strukturellen VerĂ€nderungen an der WirbelsĂ€ule diente der modifizierte Stoke Ankylosing Spondylitis Spine Score (mSASSS). In der Gruppe mit frĂŒher axSpA lag der Score um 3,85 Einheiten niedriger als bei Patienten mit bereits etablierter Erkrankung. Nach einer statistischen Adjustierung vergröĂerte sich diese Differenz auf 5,70 Einheiten.
Dieser Unterschied im radiologisch nachweisbaren WirbelsĂ€ulenschaden wird der Studie zufolge ab einem Zeitraum von 10 bis 15 Jahren nach der Diagnosestellung sichtbar. Die Autoren ordnen ihre Arbeit als die erste wissenschaftliche Untersuchung ein, die einen solchen langfristigen Nutzen einer FrĂŒhdiagnose belegt.
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HĂŒrden in der Diagnostik und telemedizinische AnsĂ€tze
Die zeitnahe und prĂ€zise Befundung bleibt in der Praxis jedoch eine Herausforderung. Dies unterstreichen Ergebnisse einer prospektiven multizentrischen Telemedizin-Studie von Poddubnyy et al., die in den Annals of the Rheumatic Diseases (2026;85(10):1956-1966) publiziert wurde. Darin wurden 969 Patienten ĂŒber eine telemedizinische Plattform von Experten zentral begutachtet.
Auf lokaler Ebene war bei 264 Personen (27,2 Prozent) eine axSpA diagnostiziert worden, wÀhrend die zentrale Begutachtung zu 238 FÀllen (24,6 Prozent) kam. Von den 264 lokal gestellten Diagnosen bestÀtigten die externen Experten lediglich 142 FÀlle, was einem Anteil von 53,8 Prozent entspricht.
In 89 FĂ€llen (33,7 Prozent) hielten die Fachleute andere Ursachen fĂŒr wahrscheinlicher, vor allem degenerative oder mechanische Faktoren. Höher fiel die Ăbereinstimmung bei negativen Befunden aus: Von 319 lokal als Nicht-axSpA eingestuften FĂ€llen stimmten die Experten in 265 FĂ€llen (83,1 Prozent) mit der Bewertung ĂŒberein.
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Als wesentliche Ursache fĂŒr die abweichenden Befunde nannten Poddubnyy et al. Diskrepanzen bei der Bildinterpretation von Sakroiliakalgelenken und WirbelsĂ€ule. Die Autoren wiesen zugleich auf Limitationen ihrer Erhebung hin, darunter ein potenzieller Ăberweisungsbias sowie das Fehlen von Langzeitergebnissen.
Eine zentrale Begutachtung von Klinik und Bildgebung per Telemedizin kann nach einer Auswertung des Portals Medxy.ai die Diagnosegenauigkeit bei VerdachtsfĂ€llen erhöhen, Fehlinterpretationen verringern und eine zielgerichtetere Patientenversorgung unterstĂŒtzen.
