Park, Düsseldorf

Sport im Park in Düsseldorf: 40.000 Menschen nutzen das Gratisangebot

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 12:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Anlagen, kostenlose Kurse und kommunale Förderpläne sollen Bewegung erleichtern und mehr Menschen erreichen.

Kommunen schaffen mehr frei zugängliche Sportangebote im öffentlichen Raum
Ein moderner öffentlicher Sportpark mit Pumptrack und Calisthenics-Geräten in einer grünen Parkanlage. Illustration mit AI erstellt.

Immer mehr Städte und Landkreise setzen auf frei zugängliche Sportstätten und offene Bewegungsformate. Statt ausschließlich klassische Vereinsheime zu unterstützen, investieren Kommunen verstärkt in Pumptracks, Calisthenics-Parks und öffentlich organisierte Fitnessprogramme. Ziel der kommunalen Planungen ist es, die Bevölkerung im Alltag zu mehr körperlicher Aktivität zu motivieren und Barrieren im öffentlichen Raum abzubauen.

Neue Freiluftanlagen von Calisthenics bis Pumptracks

Der Wunsch der Bevölkerung nach frei zugänglichen Sportmöglichkeiten prägt viele aktuelle Projekte. In Hünfeld wurde im September 2026 eine neue Calisthenics-Anlage am Molzbacher Berg eingeweiht. Auf einem früheren Ausweichplatz im Stadtteil Sargenzell entstand zudem ein Pumptrack.

Bürgermeister Benjamin Tschesnok berichtete auf Basis der ersten Bilanz des Sportentwicklungsplans 2024, dass die Bürgerschaft insgesamt sehr zufrieden sei, sich jedoch weiterhin mehr öffentlich nutzbare Anlagen wünsche. Parallel dazu kündigte die SG Buchonia Rudolphshan ihren B-Platz, dessen Flutlichtmasten zurückgebaut wurden, damit die Fläche künftig landwirtschaftlich genutzt werden kann.

Auch andernorts entstehen neue Parcours: In Ramsin wurde die neue Sportanlage unter dem Namen Ramsiner Outdoor Xperience zur Nutzung freigegeben. Die Hansestadt Lübeck plant derzeit eine Machbarkeitsstudie für eine Dirtbike-Bahn, Pumptracks für unterschiedliche Altersgruppen und eine Skateanlage, die bis Ende März 2027 vorliegen soll.

Die Stadt St.Gallen plant einen Pumptrack am Grütliweg im Osten der Stadt, der im Stadtparlament diskutiert wurde. In Hoyerswerda erklärte Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh bei einem Bürgerdialog, dass der dort geplante Pumptrack infolge von Ausschreibungsschwierigkeiten voraussichtlich erst Anfang 2027 realisiert werden könne.

Internationale Kommunen setzen auf ähnliche Konzepte. Die Stadtregierung im italienischen Genua beschloss eine Bewerbung um das Regionalprogramm Open Sport Liguria für eine multifunktionale, barrierefreie Calisthenics-Zone mit Infotafeln an den Giardini San Biagio. In Polen planen die Gemeinden Bukowsko, Besko und Zarszyn einen Rad- und Fußweg samt Pumptrack und Street-Workout-Bereich.

Niedrigschwellige Formate erreichen breite Zielgruppen

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Neben baulichen Maßnahmen gewinnen kostenfreie Mitmach-Angebote an Bedeutung. In der Landeshauptstadt Düsseldorf endete Anfang Oktober 2026 die diesjährige Sommersaison des Programms Sport im Park mit einem Teilnehmerrekord.

Seit dem 4. Mai 2026 nahmen rund 40.000 Menschen an 42 Kursen an 32 Standorten teil, wobei das Angebot seit 2015 kostenfrei und ohne vorherige Anmeldung zugänglich ist.

Sportdezernent Burkhard Hintzsche bezeichnete den Zuspruch als wichtiges Rezept für soziale Teilhabe und gegen Einsamkeit. Zu den am stärksten nachgefragten Formaten zählten Fitnesskurse sowie Yoga, das sonntags teils mehr als 300 Teilnehmende anzog.

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Im hessischen Vogelsbergkreis mobilisierte die Aktion „Wir gehen voran – 1 Tag, 1 Kilometer“ knapp 2000 Menschen. Im Kreis Groß-Gerau beteiligten sich rund 11.000 Bürgerinnen und Bürger an der Sportentwicklungsplanung, aus der 17 Handlungsempfehlungen hervorgingen.

Hintergrund ist unter anderem der Befund der Weltgesundheitsorganisation, wonach sich etwa 80 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland nicht ausreichend bewegen. Ein Pilotprojekt in Rüsselsheim setzt auf wöchentliche Angebote, ein Netzwerk aus Schulen, Kitas und Vereinen sowie einen Pool von rund 50 Übungsleitungskräften.

Strategische Konzepte und erweiterte Fördermittel

Um Überversorgungen zu vermeiden und neue Schwerpunkte zu setzen, stützen sich Verwaltungen zunehmend auf wissenschaftlich begleitete Entwicklungspläne. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde legte die Christian-Albrechts-Universität einen Plan vor, nach dem bis 2029 drei weitere Einrichtungen als Bewegungskitas gefördert und bislang verschlossene Sportstätten für die Allgemeinheit geöffnet werden sollen.

In Hünfeld verhandelt die Verwaltung aktuell über Hallenzeiten für Mitternachtssport und organisierte Kompaktschwimmkurse für Grundschulkinder mit dem Ziel des Deutschen Schwimmabzeichens in Bronze.

Flankiert wird dieser Wandel vielerorts durch finanzielle Umstrukturierungen. Im Vogelsbergkreis stellte Landrat Dr. Jens Mischak eine Erhöhung der jährlichen Sportförderung ab 2027 von 50.000 auf 250.000 Euro in Aussicht, was über fünf Jahre hinweg bis 2031 ein zusätzliches Volumen von insgesamt 1 Million Euro bedeutet. Dabei soll die Vereinsförderung auf 150.000 Euro steigen und erstmals ein jährlicher Betrag von 100.000 Euro direkt für Städte und Gemeinden bereitgestellt werden.

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