Sportinfrastruktur, Projekte

Sportinfrastruktur: 250 Projekte scheitern an fehlenden Millionen

Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 12:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Calisthenics-Anlagen und Hallensanierungen prägen die Sportförderung. Zugleich fehlen Schleswig-Holstein Millionen für weitere Projekte.

Sportinfrastruktur: Kommunen investieren in moderne Bewegungsangebote
Symbolbild: Yogamatte, Trinkflasche und Laufschuhe Illustration mit AI erstellt.

In vielen Kommunen zeigt sich derzeit eine verstärkte Tendenz zur Modernisierung und Erweiterung der Sportinfrastruktur. Ein aktuelles Beispiel für diese Entwicklung ist die Einweihung einer neuen Calisthenics-Anlage in Mutterstadt.

Die auf dem Vorplatz des Palatinums errichtete Sportstätte wurde über die Sportstättenförderung des Landes Rheinland-Pfalz financed. Bei der feierlichen Eröffnung betonten Bürgermeister Thorsten Leva und die Bewegungsmanagerin des Rhein-Pfalz-Kreises, Anna Pec-Schmidt, die Bedeutung solcher niederschwelligen Bewegungsangebote für die Bevölkerung.

Moderne Fitnessangebote im öffentlichen Raum

Der Trend zu frei zugänglichen Fitnessgeräten spiegelt sich auch in anderen Regionen wider. In Hünfeld wurde im Bereich der Freizeitanlage Stadtpanorama am Panoramaring eine ähnliche Calisthenics-Anlage fertiggestellt.

Die Kosten für dieses Projekt belaufen sich auf rund 50.000 Euro. Die Installation solcher öffentlich zugänglichen Geräte entspricht einem expliziten Wunsch aus der Bürgerschaft und wurde als Leitziel im lokalen Sportentwicklungsplan verankert.

Neben Außenanlagen investieren Kommunen zudem in die Umnutzung bestehender Gebäude. In Espelkamp-Fabbenstedt wird ein ehemaliges Feuerwehrgerätehaus zu einem multifunktionalen Kraftsport- und Bewegungsraum umgestaltet. Regierungspräsidentin Anna Katharina Bölling überreichte hierfür Bürgermeister Henning Vieker einen Bewilligungsbescheid über eine Landesförderung in Höhe von gut 72.000 Euro.

Finanzierungsengpässe und staatliche Investitionsvolumina

Trotz dieser Fortschritte verdeutlichen aktuelle Berichte des Landessportverbandes (LSV) Schleswig-Holstein einen erheblichen Investitionsbedarf. Laut Präsidentin Barbara Ostmeier, die sich im September 2026 auf einer Pressekonferenz in Kiel äußerte, könnten mehr als 250 Bau- und Sanierungsanträge sowie 160 Anträge für Sportgeräte aufgrund fehlender Mittel derzeit nicht gefördert werden.

Der Verband beziffert den zusätzlichen Bedarf auf rund 4,5 Millionen Euro, während der gesamte Sanierungsstau im Bundesland auf etwa 600 Millionen Euro geschätzt wird.

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Sportministerin Magdalena Finke verwies in diesem Zusammenhang auf die bereits bereitgestellten Mittel. Für das Jahr 2026 stehen demnach fast 12,5 Millionen Euro für den Landessportverband Schleswig-Holstein zur Verfügung. Weitere 54,2 Millionen Euro fließen in die Förderung von mehr als 420 kommunalen Sportstätten.

Ein Teil dieser Mittel wurde bereits für konkrete Projekte eingesetzt, wie etwa die Modernisierung der Hansehalle in Lübeck. Finanzministerin Silke Schneider eröffnete Anfang September den neuen Anbau der Halle, der mit rund 1,15 Millionen Euro aus dem IMPULS-Programm des Landes gefördert wurde.

Energetische Sanierung und Modernisierung bestehender Hallen

Ein wesentlicher Schwerpunkt künftiger Baumaßnahmen liegt auf der Energieeffizienz. In Lemgo werden die Sporthalle am Engelbert-Kaempfer-Gymnasium sowie das Sporthaus Lieme saniert.

Für die Turnhalle sind Kosten von 1,8 Millionen Euro veranschlagt, wobei über 1,4 Millionen Euro aus dem EFRE-Programm für energieeffiziente öffentliche Gebäude von Nordrhein-Westfalen und der EU stammen. Nach Abschluss der Arbeiten soll der Primärenergiebedarf um rund 60 Prozent und der CO2-Ausstoß um etwa 40 Prozent gesenkt werden.

In Nordhorn-Brandlecht schreitet die Sanierung und Erweiterung der Turnhalle an der Grundschule voran. Das Gebäude aus dem Jahr 1973 wird um eine Bruttogrundfläche von rund 325 Quadratmetern erweitert. Die Baukosten belaufen sich auf rund 2,25 Millionen Euro, ergänzt durch etwa 100.000 Euro für die Einrichtung. Die Fertigstellung ist für den Jahreswechsel geplant.

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Investitionen im Vereins- und Privatsektor

Auch Sportvereine investieren hohe Summen in ihre Anlagen. Der SuS Buer in Melle modernisierte seine Tennisanlage für knapp 300.000 Euro, wobei vier Plätze auf ein Kork-System umgestellt und eine LED-Flutlichtanlage installiert wurden. Im Landkreis Bayreuth steht auf dem Gelände des SV Röhrenhof die Fertigstellung des dritten Kunstrasenplatzes der Region für Ende Oktober bevor.

Parallel dazu expandieren private Fitnessanbieter. In Aachen eröffnet FitX am 19. September eine neue Filiale auf 2300 Quadratmetern mit einem Investitionsvolumen von schätzungsweise 2,5 Millionen Euro.

In Wien ist für Ende September die Eröffnung eines weiteren Feelgood Centers geplant, das mit motorbetriebenen Trainingszirkeln arbeitet. Diese Entwicklungen unterstreichen die wachsende Bedeutung einer modernen und differenzierten Sportinfrastruktur sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor.

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