Sportsucht, Merkmale

Sportsucht: 12% zeigen Merkmale einer Abhängigkeit

Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 09:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien und Erfahrungsberichte zeigen psychische sowie körperliche Folgen übermäßigen Trainings und erklären, worauf bei gesunder Fitness zu achten ist.

Männliches Körperideal: Sportsucht und Gesundheitsrisiken nehmen zu
Ein stiller, schattiger Fitnessraum mit schweren Hantelscheiben und atmosphärischem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Der gesellschaftliche Wunsch nach einem idealisierten männlichen Körperbild hat in den letzten Jahren an Intensität gewonnen, bringt jedoch zunehmend gesundheitliche Risiken ans Licht. Aktuelle Medienberichte und wissenschaftliche Untersuchungen aus dem Jahr 2026 verdeutlichen, dass der Drang nach Perfektion nicht nur physische Schäden verursachen, sondern auch zu schwerwiegenden psychischen Belastungen führen kann.

Leistungsdruck und das Risiko der Sportsucht

Die psychischen Folgen eines extremen Fokus auf den Körper zeigen sich oft in Form von Depressionen und Suchtverhalten. Der Profi-Bodybuilder Urs Kalecinski, der eine Reichweite von zwei Millionen Followern verzeichnet, berichtete Anfang September 2026 von seinen persönlichen Erfahrungen mit dem massiven Erfolgsdruck in der Branche. Dieser habe ihn in eine schwere Depression getrieben. Kalecinski betonte in diesem Zusammenhang die existenzielle Bedeutung externer Unterstützung in Krisenmomenten.

Wissenschaftliche Daten stützen die Beobachtung einer zunehmenden psychischen Gefährdung durch Sport. Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2026, die 30 Einzelstudien auswertete, ergab, dass rund 12 % der Teilnehmer Merkmale einer Sportsucht aufwiesen.

Obwohl Sportsucht derzeit keine offiziell anerkannte Diagnose darstellt, belegen die Zahlen eine signifikante Problematik. Eine weitere internationale Studie aus dem Jahr 2025, an der knapp 4.000 Personen teilnahmen, ermittelte ein Risiko für Sportsucht von 9,5 %. Bei Leistungssportlern liege dieser Wert sogar doppelt so hoch.

Körperliche Folgen und hormonelle Dysbalancen

Neben der psychischen Gesundheit leidet bei exzessivem Training oft die organische Verfassung. Ein prominentes Beispiel ist der 33-jährige Schauspieler Chase Stokes, der nach Abschluss von Dreharbeiten unter Leber- und Nierenversagen sowie einem stark verminderten Testosteronspiegel litt. Seine Behandlung umfasste neben einer Testosterontherapie auch eine sogenannte TMS-Therapie.

Statistiken zeigen, dass Testosteronmangel kein Einzelschicksal ist, sondern etwa 10 % bis 40 % der Männer betrifft. Dabei räumt die Forschung mit verbreiteten Mythen auf: Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2020 stellte fest, dass die Korrelation zwischen Testosteron und Aggression bei einem Wert von r=0,054 liegt, was statistisch praktisch null entspricht.

Anzeige

Wer gezieltes Krafttraining betreiben möchte, um den Körper gesund zu stärken, ohne sich im Fitnessstudio zu überfordern, findet in diesem Ratgeber die passende Anleitung. Der kostenlose Leitfaden zeigt 6 einfache Übungen für zuhause, die den Muskelaufbau effektiv unterstützen. Kostenlosen PDF-Ratgeber für Heimtraining sichern

Auch der Zusammenhang zwischen Dopamin und Erfolg ist komplex. Eine Meta-Analyse von 2017 mit 67.000 Teilnehmern zeigte zwar eine Korrelation zwischen Dopamin und der allgemeinen Anstrengungsbereitschaft, verdeutlichte jedoch gleichzeitig, dass Ausdauer allein nicht zwangsläufig zu Erfolg führt.

Medizinische Einordnung und Prävention

Fachleute mahnen zur Vorsicht bei der Wahl der Trainingsmethoden und der Bewertung von Fitness-Indikatoren. Der Chefarzt Prof. Kälicke warnte vor bestimmten Übungen, die das Risiko für Verletzungen der Rotatorenmanschette erhöhen können. Dazu zählen innenrotierte Face Pulls, Seitheben mit innenrotiertem Arm (Empty Can) sowie Schrägbankdrücken. Er empfiehlt stattdessen Übungen zur Außenrotation und den sogenannten Reverse Butterfly.

Hinsichtlich der körperlichen Gesundheit weist die Personal Trainerin Jana Glanninger darauf hin, dass ein „Sixpack“ kein valider Indikator für tatsächliche Fitness sei. Fitness lasse sich nicht allein am Bauchumfang messen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Gesundheit stattdessen über regelmäßige Bewegungsmuster: Empfohlen werden 150 Minuten moderate oder 75 Minuten intensive Bewegung pro Woche, kombiniert mit zwei Tagen Krafttraining.

Anzeige

Für ein gesundes Gleichgewicht zwischen Fitness und Wohlbefinden kommt es auf die richtige Intensität der Übungen an. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report eines renommierten Sportmediziners, wie Sie mit nur 3 Minuten täglichem Training maximale Ergebnisse für Ihre Gesundheit erzielen. 17 effektive Wunderübungen kostenlos herunterladen

Für eine gesunde Gewichtsreduktion raten Experten zu einem moderaten Vorgehen mit einem Kaloriendefizit von 500 Kilokalorien pro Tag und einer Proteinzufuhr zwischen 1,6 und 2,2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht, um einen Gewichtsverlust von 0,5 bis 1 Kilogramm pro Woche zu erreichen.

Beim Bauchumfang gelten laut WHO Werte über 94 Zentimetern als erhöhtes Risiko, während Werte über 102 Zentimetern ein deutlich erhöhtes Gesundheitsrisiko signalisieren.

Dass auch im professionellen Umfeld ein bewusster Umgang mit der eigenen Biometrie notwendig ist, zeigt das Beispiel des Sängers Wincent Weiss. Er trackt während seiner Tourneen biometrische Daten und verzeichnet dabei rund 10.000 Schritte sowie einen Verbrauch von 800 bis 900 Kalorien pro Konzert.

Weiss verzichtet in diesen Phasen auf zusätzliches Cardiotraining, setzt jedoch auf tägliches Krafttraining und betont die Notwendigkeit von Pausen und einer bewussten Abgrenzung gegenüber Leistungsanforderungen.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70067363 |