Stablecoin-Konsortium, Banken

Stablecoin-Konsortium: 21 Banken starten Dollar-Währung 2026

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 23:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein internationales Bankenkonsortium bereitet digitale Dollarzahlungen vor, während Singapur seinen Stablecoin-Rahmen für ausländische Anbieter öffnet.

21 Banken planen gemeinsames Stablecoin-Unternehmen
Moderne Glasfassade eines Bürogebäudes in der Abenddämmerung als Symbol für globale Finanzinfrastruktur. Illustration mit AI erstellt.

Ein Bündnis aus 21 weltweit agierenden Finanzinstituten hat die Gründung eines gemeinschaftlichen Unternehmens zur Emission von Stablecoins angekündigt. Wie aus Berichten vom 1. September 2026 hervorgeht, gehören der Gruppe namhafte Akteure wie die Deutsche Bank, Santander, Goldman Sachs, Citi, die Bank of America, UBS, Fidelity und MUFG an. Der operative Start der neuen Gesellschaft ist für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehen.

Strategische Roadmap für globale Zahlungslösungen

Das Vorhaben sieht eine schrittweise Markteinführung digitaler Währungen vor. In der ersten Jahreshälfte 2027 soll zunächst eine US-Dollar-gestützte Stablecoin lanciert werden.

Im weiteren Verlauf ist eine Expansion in andere G7-Währungen geplant, wobei der Euro als Priorität für die nächste Phase genannt wird. Die Initiative geht auf eine Kooperation zurück, die bereits im Oktober 2025 mit zehn beteiligten Banken ihren Anfang nahm und nun auf 21 Institute erweitert wurde.

Das Konsortium adressiert mit dem neuen Angebot sowohl den Wholesale- und institutionellen Sektor als auch den Retail-Markt. Ein wesentlicher Fokus liegt dabei auf der Abwicklung grenzüberschreitender Zahlungen.

Hinsichtlich der regulatorischen Anforderungen strebt das Unternehmen eine vollständige Konformität mit dem US-amerikanischen GENIUS Act sowie der europäischen MiCA-Verordnung an. Details zur technischen Ausgestaltung, wie die genutzten Blockchains oder die Verwahrung der Reservebestände, sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht öffentlich bekannt.

Regulatorischer Rahmen und Bedeutung für die Dollar-Dominanz

Die Ankündigung erfolgt in einem Umfeld verstärkter politischer Bemühungen um einen klaren Rechtsrahmen für digitale Vermögenswerte. In einer Anhörung vor dem Finanzausschuss des US-Repräsentantenhauses betonte Heath Tarbert, Präsident des Stablecoin-Emittenten Circle und ehemaliger Vorsitzender der US-Derivateaufsicht CFTC, Anfang September die strategische Bedeutung von US-Dollar-gestützten Digitalwährungen. Tarbert argumentierte laut Berichten, dass regulatorische Maßnahmen notwendig seien, um die weltweite Dominanz der US-Währung zu sichern.

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Er verwies darauf, dass der Anteil des US-Dollars an den globalen Währungsreserven von über 70 % in den späten 1990er Jahren auf zuletzt rund 57 % gesunken sei. Gleichzeitig seien jedoch 98 % des weltweiten Stablecoin-Wertes in US-Dollar denominiert. Der Markt für tokenisierte Treasury- und Geldmarktprodukte verzeichnete im August ein Volumen von über 16 Milliarden US-Dollar.

Circle selbst positioniert die Stablecoin USDC, deren Marktwert auf etwa 70 bis 75 Milliarden US-Dollar beziffert wird, als compliance-orientiertes produkt. Im Juli 2026 erhielt das Unternehmen bereits entsprechende Lizenzen der US-Bankenaufsicht OCC sowie der New Yorker Finanzaufsicht NYDFS. Der am 18. Juli 2025 unterzeichnete GENIUS Act soll ab Januar 2027 vollständig durchgesetzt werden.

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Anpassungen des Regelwerks in Singapur

Parallel zu den Entwicklungen im Westen passt auch der asiatische Finanzplatz Singapur seine Richtlinien an. Die Monetary Authority of Singapore (MAS) veröffentlichte zum 1. September 2026 ein Konsultationspapier zu Gesetzesänderungen am Payment Services Act von 2019. Die Vorschläge sehen vor, den Rahmen für Stablecoins zu erweitern und künftig auch Emissionen aus mehreren Rechtsräumen sowie ausländische Stablecoins unter bestimmten Bedingungen anzuerkennen.

Damit weicht die Behörde von ihrer Position aus dem Jahr 2023 ab, die eine rein singapurische Emission vorausgesetzt hatte. Der geplante Rahmen gilt für Stablecoins, die an den Singapur-Dollar oder G10-Währungen gekoppelt sind.

Zu den vorgeschlagenen Sicherheitsmaßnahmen gehören ein Verbot von Zinszahlungen an Nutzer, verpflichtende Stresstests sowie die Vorlage von Sanierungs- und Abwicklungsplänen. Interessierte Kreise haben bis zum 16. Oktober 2026 Zeit, zu den Vorschlägen der MAS Stellung zu nehmen.

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