Zürich, Demenz-Schulungen

Stadt Zürich: Demenz-Schulungen für VBZ, Steueramt und Bestattungsamt

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 14:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

VBZ, Steueramt und Bestattungsamt erproben bis Ende 2026 Trainings für einen verständnisvollen Umgang mit Menschen mit Demenz.

Stadt Zürich testet Demenz-Schulungen für Mitarbeitende im Kundenkontakt
Ein heller, minimalistischer Schalterbereich in einem modernen Zürcher Verwaltungsgebäude ohne Personen. Illustration mit AI erstellt.

Im öffentlichen Raum und im Behördenkontakt treffen Angestellte zunehmend auf Menschen mit kognitiven Einschränkungen. Die Stadt Zürich erprobt in einem Pilotprojekt gezielte Demenz-Schulungen für städtische Bedienstete, die regelmässig im direkten Kundenkontakt stehen.

Das Programm richtet sich an Mitarbeitende der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ), des Steueramts sowie des Bestattungsamts. Die Initiative ist vorerst bis Ende 2026 befristet, während eine anschliessende Fortführung derzeit noch offen ist.

Sensibilisierung im öffentlichen Raum und an Schaltern

Der Alltag im öffentlichen Dienst stellt das Personal vor besondere Herausforderungen, wenn Kundinnen oder Kunden Verhaltensweisen zeigen, die auf eine Demenzerkrankung hinweisen. Wie ein Bericht von srf.ch vom 26. September 2026 verdeutlicht, erfordert die Interaktion oft ein hohes Mass an Feingefühl. So berichtete die VBZ-Kundenberaterin Susanne Schnellmann aus ihrer Praxis von einer Kundin, die jede Woche aufs Neue ein Abonnement abschloss.

Solche Situationen zeigen, dass standardisierte Abläufe an Schaltern oder in Beratungsstellen an ihre Grenzen stossen. Die Schulungen sollen den Mitarbeitenden Handlungssicherheit vermitteln, um Irritationen auf beiden Seiten zu vermeiden und Betroffenen mit Verständnis zu begegnen.

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Praktische Leitlinien für den Behördenalltag

Inhaltlich setzen die Schulungen auf konkrete Verhaltensregeln für den Arbeitsalltag. Wichtigster Grundsatz ist es, betroffene Personen nicht mit ihren Defiziten zu konfrontieren, sondern gezielt deren Selbstvertrauen zu stärken.

Geleitet werden die Einheiten unter anderem von Beatrice Widmer, der Programmleiterin des Schulungszentrums Gesundheit der Stadt Zürich. Sie hebt hervor, dass die Mitarbeitenden selbst das wirksamste therapeutische Mittel im direkten Kontakt seien. Da eine Heilung der Erkrankung nicht möglich ist, komme der zwischenmenschlichen Zuwendung und Haltung die entscheidende Rolle im Umgang mit den Betroffenen zu.

Zunehmende Relevanz durch demografische Entwicklung

Die Notwendigkeit solcher Bildungsangebote wird durch statistische Erhebungen unterstrichen. Nach Angaben von srf.ch leben in der Schweiz über 160'000 Menschen mit Demenz, davon allein 8000 in der Stadt Zürich. Da viele Betroffene lange Zeit selbstständig wohnen und sich im städtischen Raum bewegen, steigt die Wahrscheinlichkeit von Begegnungen im öffentlichen Verkehr oder bei Amtsgängen.

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Bis zum geplanten Auslaufen der Testphase Ende 2026 soll sich zeigen, wie die Schulungsinhalte in den beteiligten Dienststellen wie dem Steueramt und dem Bestattungsamt aufgenommen werden und welchen Nutzen sie für den täglichen Schalterbetrieb stiften. Eine Entscheidung über eine dauerhafte Verankerung oder Ausweitung des Programms auf weitere städtische Bereiche steht noch aus.

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