STAREE-Studie: Atorvastatin senkt schwere Herzereignisse bei Ălteren um 30 Prozent
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 04:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die prĂ€ventive Gabe von Statinen bei Ă€lteren Erwachsenen war in der Medizin ĂŒber Jahre hinweg Gegenstand offener Fragen. Differenzierte Daten liefert dazu die STAREE-Studie unter der Leitung von Professorin Sophia Zoungas von der Monash University in Melbourne.
Die Untersuchung widmete sich dem gezielten Einsatz von tĂ€glich 40 mg Atorvastatin bei ĂŒber 70-jĂ€hrigen Personen, bei denen weder Herz-Kreislauf-Erkrankungen noch Diabetes oder Demenz vorlagen.
Die auf dem Kongress der EuropĂ€ischen Gesellschaft fĂŒr Kardiologie vorgestellte und publizierte Forschungsarbeit verzeichnete unter der Statinbehandlung eine Senkung der Rate schwerer kardiovaskulĂ€rer Ereignisse um 30 Prozent im Vergleich zur Kontrollgruppe unter Placebo.
Studiendesign und kardiovaskulÀre Effekte
An der Untersuchung beteiligten sich 9.971 Probanden, die im VerhĂ€ltnis eins zu eins auf die beiden Studienarme aufgeteilt wurden. Das Durchschnittsalter der Teilnehmenden lag bei 74,7 Jahren, wobei 52 Prozent der Gruppe Frauen waren und ĂŒber 40 Prozent ein Alter von mindestens 75 Jahren aufwiesen. Die mediane Nachbeobachtungszeit der Kohorte erstreckte sich ĂŒber 5,9 Jahre.
Trotz des festgestellten RĂŒckgangs bei kardiovaskulĂ€ren Ereignissen zeigte die Statin-Gabe in anderen relevanten Endpunkten keinen messbaren Effekt. Bei Parametern wie Tod, Demenz oder dem Ăberleben ohne dauerhafte körperliche Behinderung konnte kein signifikanter Unterschied zwischen der Atorvastatin- und der Placebogruppe nachgewiesen werden.
Nebenwirkungsprofil und wissenschaftliche Einordnung
Hinsichtlich der VertrĂ€glichkeit traten muskel-, leber- und diabetesbedingte Nebenwirkungen unter Atorvastatin hĂ€ufiger auf als in der Vergleichsgruppe. Die Quote schwerwiegender unerwĂŒnschter Ereignisse lag hingegen in beiden Gruppen gleichermaĂen bei 2,7 Prozent der Teilnehmenden.
Die STAREE-Studie zeigt bei ĂŒber 70-JĂ€hrigen ohne Vorerkrankung eine Senkung schwerer kardiovaskulĂ€rer Ereignisse um 30 Prozent â doch Tod, Demenz und behinderungsfreies Ăberleben blieben unbeeinflusst, und Muskel-, Leber- sowie diabetesbezogene Nebenwirkungen traten hĂ€ufiger auf. Wie Sie daraus eine belastbare Verordnungsentscheidung ableiten, zeigt Ihnen unser kostenloser Praxisleitfaden in klaren Schritten. Kostenlosen Praxisleitfaden zur Statin-Therapie ab 70 anfordern
Sophia Zoungas, die auch fĂŒr das George Institute for Global Health tĂ€tig ist, verwies auf die bis dato bestehende Unsicherheit bezĂŒglich der Therapie in dieser Altersklasse. Die KlĂ€rung grundlegender Fragen zu einem gesunden langen Leben sei zu einer universellen Notwendigkeit geworden.
Vor diesem Hintergrund Ă€uĂerte die Forscherin die Hoffnung auf entsprechend aktualisierte Behandlungsleitlinien. Zwar stand eine vollstĂ€ndige Analyse aller Studiendaten zuletzt noch aus, die bisherigen Befunde untermauern jedoch den Nutzen in der reinen PrĂ€vention kardiovaskulĂ€rer VorfĂ€lle.
Relevanz fĂŒr die Praxis und Verordnungszahlen
FĂŒr die klinische Anwendung mahnen Fachleute zur Differenzierung. Dr. Rick Lange vom Texas Tech Health El Paso sprach sich fĂŒr eine personalisierte Verschreibung sowie eine gemeinsame Entscheidungsfindung zwischen medizinischem Fachpersonal und Patienten aus, da Betroffene in dieser Altersgruppe hĂ€ufig an anderen Ursachen als kardiovaskulĂ€ren VorfĂ€llen versterben.
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Wie weitreichend die Debatte um Statin-Therapien ist, belegen internationale Versorgungsdaten: In GroĂbritannien nehmen SchĂ€tzungen zufolge zwischen 7 und 8 Millionen Erwachsene entsprechende PrĂ€parate ein. FĂŒr England bezifferte das National Institute for Health and Care Excellence (NICE) die Zahl der Behandelten im Zeitraum 2023/24 auf rund 5,3 Millionen Menschen.
