Steinexpo September: Digitale Sensoren revolutionieren Steinbruch-Flotten
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 00:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Anforderungen an Erdbewegungsmaschinen und schwere Nutzfahrzeuge in Steinbrüchen steigen kontinuierlich. Um ungeplante Stillstandzeiten zu minimieren und die Betriebskosten zu senken, rücken technologische Lösungen für das Reifenmanagement und die Maschinensteuerung verstärkt in den Fokus der Branche.
Auf der Fachmesse Steinexpo, die im September 2026 in Homberg/Nieder-Ofleiden stattfindet, präsentieren führende Hersteller neue Ansätze, die Mechanik mit digitaler Sensorik verknüpfen.
Integrierte Sensorik für den Einsatz im Steinbruch
Ein zentraler Aspekt moderner Bereifung ist die Integration digitaler Überwachungssysteme direkt ab Werk. Continental stellt für den harten Einsatz in Steinbrüchen spezialisierte Modelle wie den LD Master Traction und den LD Master Rock in der Dimension 35/65 R33 vor. Auch für Dumper und Kompaktlader werden mit dem Dumper Master und dem SkidSteer Lösungen präsentiert, die für anspruchsvolle Untergründe konzipiert sind.
Sämtliche Neuvorstellungen des Herstellers verfügen über integrierte Reifensensoren. Diese Technik ermöglicht in Verbindung mit Systemen wie ContiConnect Lite ein digitales Reifenmanagement.
Laut Produktmanager Reinhard Klant ermöglichen diese Innovationen eine präzise Überwachung von Druck und Temperatur, was die Lebensdauer der Reifen verlängern und Ausfälle verhindern soll. Ergänzt wird dies durch das Angebot von sogenannten Sensor Ready-Reifen, die eine einfache Nachrüstung digitaler Komponenten erlauben.
Leistungsstarke Trägerfahrzeuge und alternative Antriebe
Die Effizienz der Bereifung entfaltet ihr volles Potenzial erst im Zusammenspiel mit leistungsfähiger Maschinentechnik. Im Rahmen der Steinexpo werden verschiedene Großgeräte gezeigt, die hohe Anforderungen an die Traktion stellen.
Sany präsentiert unter anderem den Großbagger SY500H mit einem Dienstgewicht von 52,5 Tonnen und einer Leistung von 298 kW. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Elektrifizierung: Der Elektro-Radlader SW956E der 20-Tonnen-Klasse wird von einer 350-kWh-CATL-Batterie gespeist, die eine Betriebszeit von sechs bis acht Stunden ermöglichen soll.
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Parallel dazu stellt HD Hyundai den neuen Zweiachs-Knickdumper HA45A 4x4 vor. Das Fahrzeug ist für eine Nutzlast von 41 Tonnen und ein Muldenvolumen von 25,7 Kubikmetern ausgelegt. Angetrieben wird der Dumper von einem Scania-Motor mit 368 kW in Kombination mit einem ZF-Getriebe. Diese schweren Einheiten verdeutlichen den Bedarf an robuster Bereifung, die den enormen Kräften bei voller Beladung standhalten muss.
Forschung zu Batterielosen Sensoren und Verschleiß-Standards
Über die unmittelbare Produktpräsentation hinaus wird die technologische Entwicklung durch aktuelle Forschungsprojekte vorangetrieben. Die Auburn University führt eine zweijährige Studie durch, die mit 1,9 Millionen US-Dollar von der US Federal Motor Carrier Safety Administration gefördert wird.
Gegenstand der Untersuchung sind batterielose RFID-Sensoren in Lkw-Reifen. Dabei werden verschiedene Anwendungsszenarien wie die mobile Datenerfassung per Handheld, Drive-by-Messungen und kontinuierliches Monitoring getestet.
Einen weiteren Meilenstein in der Standardisierung erreichte das TERIS-Programm des Fraunhofer-Instituts im Juli 2026. Ziel dieses Programms ist es, den Reifenverschleiß messbar und vergleichbar zu machen, was langfristig zu einer besseren Planbarkeit von Wartungsintervallen führen könnte.
Automatisierung und KI-gestützte Assistenzsysteme
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Neben der Reifen- und Fahrzeugtechnik gewinnen Assistenzsysteme an Bedeutung, um die Sicherheit und Effizienz auf Baustellen zu erhöhen. Zeppelin bietet für Radlader der Marke Cat Systeme wie integrierte Wiegevorrichtungen sowie automatische Grab- und Ladefunktionen an.
Auch die vollständige Autonomie von Baumaschinen wird weiter erprobt: Das Unternehmen Bedrock Robotics, das aktuell mit 1,75 Milliarden US-Dollar bewertet wird, setzt bereits autonome Bagger auf Baustellen in Texas und Nevada ein.
Zusätzlich halten Anwendungen der Künstlichen Intelligenz Einzug in den Bergbau. Die Becker Mining Systems AG kündigte mit MineView AI eine Lösung an, die mittels visueller Intelligenz die Sicherheit und Effizienz unter Tage und im Tagebau verbessern soll.
Im Bereich des Materialumschlags setzt Veolia Umweltservice Süd in Bergrheinfeld bereits auf elektrische Lösungen. Ein kabelgebundener Cat MH3022 Elektro-Umschlagbagger mit 90 kW Leistung spart dort bei jährlich 3.000 Betriebsstunden etwa 75.240 Kilogramm CO2 ein.
