Strahlentherapie: Accela behandelt geeignete Tumoren oft in unter einer Minute
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 18:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Universitätsspital Zürich zählt zu den ersten Zentren weltweit, die den Linearbeschleuniger Accela der neuesten Generation in Betrieb nehmen. Mit dem Gerät will die Klinik ihre Kapazitäten für hochpräzise Strahlentherapien erweitern und Tumoren künftig schneller sowie gezielter behandeln.
Kürzere Behandlungszeiten durch neue Technik
Laut Angaben des Universitätsspitals Zürich dauern die meisten Bestrahlungen mit dem neuen System oft weniger als eine Minute. Geeignete Lungentumoren lassen sich demnach bereits in zwei bis drei Atemanhaltephasen behandeln – ein deutlicher Unterschied zu bisherigen Verfahren, bei denen Patientinnen und Patienten länger ruhig liegen und wiederholt atmen mussten.
Auch Siemens Healthineers, der Hersteller des Systems, betont, dass eine Behandlung bei geeigneten Fällen in einem einzigen Atemanhaltezyklus erfolgen könne. Laut Unternehmensangaben soll eine integrierte KI-Komponente dabei helfen, die Balance zwischen Behandlungsqualität und Geschwindigkeit zu optimieren.
Sicherheit durch kontinuierliche Überwachung
Ein zentrales Element der neuen Technik ist laut Universitätsspital Zürich das sogenannte Spine-Tracking: Die Wirbelsäule wird während der Bestrahlung kontinuierlich überwacht, und das System stoppt die Behandlung automatisch, sobald eine zu große Verschiebung registriert wird. Dies soll die Präzision auch bei Bewegungen der Patientinnen und Patienten während der Sitzung sicherstellen.
Zusätzlich ermöglicht das Gerät laut Klinikangaben eine adaptive Bestrahlung: Die Behandlung kann täglich an die tagesaktuelle Anatomie angepasst werden, etwa wenn sich die Lage von Organen oder Tumoren zwischen einzelnen Sitzungen verändert. Als Beispiele nennt das Universitätsspital Zürich Prostata- sowie Kopf-Hals-Tumoren, bei denen sich die anatomischen Verhältnisse im Behandlungsverlauf verändern können.
Erste Patientenbehandlungen und klinische Studien geplant
Die ersten Patientinnen und Patienten sollen laut Universitätsspital Zürich noch im laufenden Jahr mit dem neuen System behandelt werden. Parallel dazu sind klinische Studien vorgesehen, die den Nutzen des Systems systematisch prüfen sollen. Die technischen Möglichkeiten des Geräts sollen demnach gemeinsam mit internationalen Partnern in klinischen Studien untersucht werden.
Kürzere Sitzungen, weniger Belastung: Eine neue Gerätegeneration in der Strahlentherapie soll geeignete Tumoren oft in unter einer Minute bestrahlen und die Körperposition während der Behandlung automatisch überwachen. Was das für Betroffene konkret heißt — und wo die Technik heute schon verfügbar ist — fasst dieser kostenlose Leitfaden zusammen. Kostenlosen Leitfaden zur Strahlentherapie anfordern
Bislang wenige Standorte in Europa
Nach Angaben von Siemens Healthineers stehen in Europa bislang zwei Systeme dieser Art: eines am Universitätsspital Zürich, ein weiteres in der Maastro Clinic in Maastricht. In Deutschland ist noch kein Gerät im Einsatz; ein Zeitpunkt für eine mögliche Einführung dort steht laut Unternehmen bislang nicht fest.
Ein Konzernsprecher von Siemens Healthineers geht davon aus, dass erste Behandlungen in Europa voraussichtlich ab Anfang Dezember 2026 stattfinden könnten. Zudem sei es möglich, dass die Zulassung des Systems in Europa vor einer Zulassung in den USA erfolgt.
Bedeutung für Patientinnen und Patienten
Für Betroffene könnte die neue Gerätegeneration vor allem kürzere, aber gleichzeitig präzisere Sitzungen bedeuten. Kürzere Bestrahlungszeiten und die automatische Überwachung der Körperposition während der Behandlung sollen dazu beitragen, Belastungen für Patientinnen und Patienten zu reduzieren und zugleich die Zielgenauigkeit der Strahlentherapie zu erhöhen.
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Ob sich diese technischen Vorteile auch in messbaren klinischen Ergebnissen niederschlagen, sollen die geplanten Studien am Universitätsspital Zürich sowie mit internationalen Partnern in den kommenden Jahren zeigen.
