Straßenverkehr, Punktehandel

Straßenverkehr ab Juli: Punktehandel verboten – bis 30.000 Euro Strafe

19.06.2026 - 02:01:26 | boerse-global.de

Hohe Durchfallquoten bei Fahrprüfungen, neues Punktehandel-Verbot ab Juli und der digitale Führerschein stehen 2026 im Fokus.

Führerschein 2026: Neue Regeln, hohe Durchfallquoten und digitaler Wandel
Straßenverkehr - Deutscher Führerschein auf einer Oberfläche, umgeben von abstrakten Elementen, die Daten, Gesetzestexte und Zeit darstellen. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Fast 50 Prozent der Prüflinge scheiterten 2025 an der theoretischen Prüfung, während die praktische Prüfung immerhin 37 Prozent nicht bestanden. Der TÜV meldete zudem einen Rekord bei versuchten Täuschungshandlungen.

Doch wer die Prüfung besteht, sollte sich nicht zu früh freuen. Die Fahrerlaubnis-Verordnung setzt strikte Fristen: Zwischen bestandener Prüfung und Aushändigung des Führerscheins dürfen maximal zwei Jahre liegen. Beim begleiteten Fahren ab 17 verkürzt sich diese Frist sogar auf ein Jahr.

Spezialerweiterungen ohne Prüfung

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Neben den klassischen Führerscheinklassen gewinnen spezielle Erweiterungen an Bedeutung. Die Klasse B96 etwa erlaubt Gespanne bis 4.250 Kilogramm Gesamtgewicht – und das ohne zusätzliche Prüfung. Eine theoretische und praktische Schulung reicht aus.

Ganz anders sieht es bei der Klasse BE aus. Wer Anhänger bis 3,5 Tonnen ziehen will, muss eine separate praktische Prüfung absolvieren. Die Kosten sind entsprechend höher.

Ab Juli 2026: Schluss mit Punktehandel

Zum 1. Juli 2026 tritt eine umfassende Novelle des Straßenverkehrsgesetzes in Kraft. Die wohl wichtigste Änderung: Punktehandel wird ausdrücklich verboten. Wer künftig gegen Bezahlung Verkehrsverstöße Dritter auf sich nimmt, um deren Punktekonto in Flensburg zu entlasten, zahlt Bußgelder zwischen 5.000 und 30.000 Euro. Der ADAC begrüßt den Schritt als längst überfälligen Lückenschluss.

Gleichzeitig verlängert sich die Verfolgungsverjährung für Verkehrsordnungswidrigkeiten von drei auf sechs Monate. Und die Parkraumüberwachung bekommt eine neue Grundlage: „Scancars“ dürfen künftig automatisiert die Parkberechtigung kontrollieren. Strenge Datenschutzauflagen schreiben die sofortige Löschung bei gültigen Parkvorgängen vor.

Der digitale Führerschein kommt

Bis Ende 2026 soll die technische Bereitstellung des digitalen Führerscheins erfolgen. Wer seinen Führerschein ab dem 1. Januar 1999 ausgestellt bekam, kann das digitale Dokument beim Kraftfahrt-Bundesamt beantragen – als Ergänzung zur physischen Karte.

Lkw-Führerschein: Modernisierung geplant

Die Bundesregierung plant weitreichende Reformen für die Lkw-Fahrerlaubnis (Klasse CE). Ziel: den Erwerb günstiger und effizienter machen. Aktuell kostet der Lkw-Führerschein inklusive Grundqualifikation rund 13.000 Euro.

Die geplanten Änderungen im Überblick:
- Flexiblere Fahrstunden und digitale Theorieeinheiten
- Stärkerer Einsatz von Simulatoren
- Angepasste Prüfungsinhalte und -dauer
- Prüfungen in mehreren Fremdsprachen möglich
- Erleichterte Anerkennung ausländischer Fahrerlaubnisse

Teile der Branche begrüßen die Modernisierung. Experten warnen jedoch vor möglichen Auswirkungen auf die Ausbildungsqualität und Verkehrssicherheit.

Gefährliche Defizite auf der Autobahn

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Dass eine solide Ausbildung dringend nötig ist, zeigt eine aktuelle Erhebung des ACE. Zwischen März und Juni 2026 untersuchten die Prüfer an über 130 Autobahnauffahrten rund 18.000 Einfädelmanöver. Das Ergebnis: Bei 20 Prozent gab es Auffälligkeiten.

Besonders häufig fehlte das Blinken oder es kam zu spät. Manche Fahrer wechselten direkt auf die linke Spur – verkehrswidrig. In etwa 6 Prozent der Fälle führten diese Fehler zu kritischen Situationen: starke Bremsmanöver oder Beinahe-Unfälle.

Regional zeigen sich deutliche Unterschiede. In Berlin waren nur rund 10 Prozent der Manöver auffällig, in Sachsen dagegen 33 Prozent. Experten fordern verstärkte Aufklärung und eine Überprüfung problematischer Verkehrsknotenpunkte.

de | wissenschaft | 69577915 |