Stressbedingter Krankenstand: 80 Prozent Anstieg seit 2017
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 02:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Deutschen melden sich zunehmend wegen Stress krank. Die Fehlzeiten durch akute Belastungsreaktionen und Anpassungsstörungen sind seit 2017 um rund 80 Prozent gestiegen – von 66 auf knapp 119 Krankentage pro 100 Versicherte im Jahr 2025. Damit sind stressbedingte Diagnosen die häufigste psychische Erkrankung und der dritthäufigste Grund für Krankschreibungen überhaupt.
Der Markt reagiert: Ratgeber boomen
Die Nachfrage nach Bewältigungsstrategien spiegelt sich auch im Buchhandel wider. Nike Schröders Werk „Die Kunst stark zu bleiben, wenn alles zu viel ist“ erreichte innerhalb einer Woche nach Erscheinen am 21. Juli 2026 Platz eins der SPIEGEL-Bestsellerliste für Sachbuch-Taschenbücher.
Doch nicht nur neue Bücher sind gefragt. Am heutigen Mittwoch erscheint eine Neuübersetzung von Dale Carnegies Klassiker „How to Stop Worrying and Start Living“ – auf Deutsch „Lebe gelassen ohne Sorgen“. Die von Marion Zerbst übersetzte Fassung umfasst 420 Seiten. Dass ein Ratgeber aus der Mitte des 20. Jahrhunderts neu aufgelegt wird, zeigt: Das Thema ist zeitlos.
Was Dauerstress mit dem Körper macht
Die gesundheitlichen Folgen sind vielfältig. Gaby Miketta erklärt, dass ständige Anspannung das Herz-Kreislauf-System und das Immunsystem belastet. Schlafstörungen, Muskelverspannungen und erhöhte Infektanfälligkeit sind mögliche Konsequenzen.
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Besonders der Schlaf rückt zunehmend in den Fokus der Prävention. Dietrich Grönemeyer betont in „Meine Formel für einen gesunden Schlaf“, dass guter Schlaf das Immunsystem stärkt und das Demenzrisiko senken kann. Er beruft sich auf eine Lancet-Kommission, wonach jede zweite Demenzerkrankung potenziell vermeidbar sei. Bei rund 1,8 Millionen Demenzkranken in Deutschland und etwa 450.000 Neudiagnosen pro Jahr gewinnt Stressprävention damit gesellschaftliche Bedeutung.
Stressbewältigung beginnt im Studium
Die Universität Paderborn hat in einer Langzeitstudie 144 Lehramtsstudierende über zwei Jahre begleitet. Ergebnis: Während zu Beginn vor allem Kooperation und Orientierung zählten, rücken im dritten Studienjahr Zeitmanagement, die Vermeidung von Prokrastination und gezielte Stressbewältigung in den Vordergrund. Interessant: Lernstrategien erhöhen zwar die Zufriedenheit, können aber gleichzeitig das Stressempfinden verstärken.
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Doch nicht nur der Job stresst. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK zeigt: 69 Prozent der Deutschen fürchten eine Krebserkrankung am meisten. Der Krebsinformationsdienst empfiehlt bei stark ausgeprägten Ängsten professionelle Unterstützung – etwa eine kognitive Verhaltenstherapie. Ein gesunder Lebensstil und Früherkennung können zusätzlich helfen, die Angst in den Griff zu bekommen.
