Stromnetz-Inspektion: Erste Praxistests mit Robotern sind 2027 geplant
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 15:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Energiekonzerne E.ON und enviaM haben eine Partnerschaft mit dem Robotikunternehmen NEURA Robotics zur Erprobung physischer künstlicher Intelligenz in kritischen Energieinfrastrukturen vereinbart.
Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht die Entwicklung und Erprobung von Anwendungen für die Inspektion und Überwachung technischer Anlagen. Ziel des gemeinsamen Vorhabens ist es, Fachkräfte bei gefährlichen, körperlich belastenden sowie repetitiven Tätigkeiten zu entlasten.
Vorbereitung im Trainingszentrum und Praxistests ab 2027
Der operative Schwerpunkt der Anwendungen liegt auf der Durchführung von Inspektionen, der Überwachung von Umspannwerken, der allgemeinen Anlagensicherung sowie weiteren Sicherheitskontrollen. Bevor die Systeme in der regulären Infrastruktur erprobt werden, findet das Training unter kontrollierten Bedingungen statt.
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Hierfür nutzen die Partner das TUM RoboGym powered by NEURA auf dem LabCampus am Flughafen München. Die im Oktober 2026 eröffnete Trainingsumgebung umfasst mehr als 2.300 Quadratmeter Fläche und steht Unternehmen aus über zehn Branchen zur Verfügung.
Als Pilotpartner übernimmt MITNETZ STROM, die Netztochter von enviaM, die anschließende Umsetzung im realen Umfeld. Nach der Vorbereitung in der Testumgebung soll das System direkt im Netzbetrieb getestet werden. Erste praktische Erfahrungen im laufenden Betrieb der Netzinfrastruktur werden im Laufe des Jahres 2027 erwartet.
Humanoide Technologie und geschützte Betriebsdaten
Als Hardwarebasis dient der humanoide Roboter 4NE1 von NEURA Robotics. Die Konstruktion ist darauf ausgelegt, sich ohne vorherige Umbauten in Umgebungen zu bewegen, die für Menschen geschaffen wurden.
Dazu gehören das Steigen von Treppen, das Passieren von Türen sowie das Hantieren an Schaltschränken. Die Steuerung basiert auf dem Foundation Model Neuron AI, das 3D-Sehen, Tastsinn, Hören, den eigenen Systemzustand sowie Spracheingaben verarbeitet.
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Bereitgestellt werden die trainierten Fähigkeiten über die Plattform Neuraverse. David Reger, CEO von NEURA Robotics, will gemeinsam mit den beiden Energieunternehmen tragfähige Inspektions- und Überwachungsanwendungen für technische Anlagen zur Praxisreife bringen.
Ein vertraglicher Kernpunkt betrifft die Datensouveränität: E.ON und enviaM behalten während des gesamten Projekts die vollständige Kontrolle über ihre eigenen Daten sowie über die spezifisch antrainierten Fähigkeiten.
Die Erprobung zielt auf umfangreiche Netzkapazitäten ab. MITNETZ STROM betreibt in Teilen Ostdeutschlands ein Stromverteilnetz mit einer Gesamtlänge von rund 71.000 Kilometern; die Muttergesellschaft enviaM versorgt rund 1,1 Millionen Kunden. E.ON betreibt ein Verteilnetz von rund 1,6 Millionen Kilometern und bedient rund 47 Millionen Kunden.
