Sturzrisiko im Herbst: DGOU warnt vor NĂ€sse und Laub am 1. Oktober
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 20:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Lokale Initiativen vermitteln Ă€lteren Menschen zunehmend praktische Techniken zur sicheren Nutzung von MobilitĂ€tshilfen wie Rollatoren und RollstĂŒhlen. Zugleich unterstreichen Berichte ĂŒber den Umgang mit Demenzdiagnosen, wie entscheidend strukturierte Hilfestellungen und organisatorische MaĂnahmen sind, um die SelbststĂ€ndigkeit im Alltag verlĂ€sslich zu erhalten.
Praktische Ăbungen fĂŒr den öffentlichen Nahverkehr
Der sichere Umgang mit Gehhilfen im öffentlichen Raum erfordert oft gezielte Ăbung. In Euskirchen organisierten der Stadtverkehr Euskirchen, der Kreissportbund Euskirchen, der Regionalverkehr Köln und das SanitĂ€tshaus Rahm ein kostenlos Rollator- und Rollstuhltraining auf dem Klosterplatz.
Saskia Glesmann vom Stadtverkehr verwies dabei auf eine Kombination aus Theorie und praktischen Ăbungen an einem E-Bus. RVK-Mitarbeiter Uwe Madsak riet dazu, sich fĂŒr das Fahrpersonal rechtzeitig sichtbar zu machen und Busse rĂŒckwĂ€rts vor dem Rollator zu verlassen.
Hauptkommissar Jörg Meyer hob den Sicherheitsaspekt der Sichtbarkeit hervor: Wer dunkle Kleidung trĂ€gt, sei nachts lediglich auf etwa 25 Meter Distanz erkennbar, wĂ€hrend reflektierende Kleidung die Sichtbarkeit auf rund 150 Meter erhöhe. ErgĂ€nzend empfahl Bianca Bielarz einfache Alltagsbewegungen wie Kniebeugen am KĂŒchentisch oder den Zehenspitzenstand beim ZĂ€hneputzen.
Wer sich mit dem Erhalt seiner MobilitĂ€t befasst, findet in diesem Ratgeber gezielte Ăbungen, um Muskelabbau im Alter aktiv entgegenzuwirken und die Alltagssicherheit zu erhöhen. Kostenlosen Trainingsplan fĂŒr mehr Kraft und StabilitĂ€t sichern
Ăhnliche Programme etablieren sich in weiteren Regionen. Am 22. September 2026 erprobten am Querschnittszentrum der BG Klinik TĂŒbingen und der TĂŒBus GmbH fĂŒnf Patientinnen und Patienten mit Aktiv- und ElektrorollstĂŒhlen das Ein- und Aussteigen an einer Haltestelle.
Chefarzt Dr. Andreas Badke betonte das Ziel, trotz LĂ€hmungen ein HöchstmaĂ an SelbststĂ€ndigkeit zu ermöglichen. Sabine BoĂdorf von der TĂŒBus GmbH verwies darauf, dass sĂ€mtliche Fahrzeuge mit Rampen und Zuggurten ausgestattet seien und das Fahrpersonal entsprechend geschult werde.
Weitere Initiativen bestĂ€tigen die Nachfrage: Bei den Stadtwerken Augsburg umfasst das MobilitĂ€tstraining Ăbungen an Haltestellen, wĂ€hrend die Polizei Frankenthal am 18. September 2026 eine Veranstaltung mit 29 Teilnehmenden zur Rollatornutzung durchfĂŒhrte.
SturzprÀvention und Erhalt der SelbststÀndigkeit
Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr OrthopĂ€die und Unfallchirurgie (DGOU) warnt im Zusammenhang mit dem Internationalen Tag der Ă€lteren Menschen am 1. Oktober vor erhöhten Sturzrisiken durch Herbstwitterung wie NĂ€sse und Laub. DGOU-PrĂ€sident Prof. Dr. Frank Hildebrand betonte, dass bereits StĂŒrze aus dem Stand schwerste Verletzungen wie OberschenkelhalsbrĂŒche verursachen können.
Ein erfahrener Physiotherapeut erklĂ€rt, wie langsame, kontrollierte Bewegungen die Muskulatur effektiv stĂ€rken und so das Sturzrisiko im Alltag signifikant senken können. 7 Ăbungen gegen Muskelabbau gratis als PDF
Nach Erhebungen des TraumaRegisters DGU, das jĂ€hrlich rund 25.000 schwer verletzte Unfallopfer erfasst, sind StĂŒrze aus niedriger Höhe bei ĂŒber 80-JĂ€hrigen die hĂ€ufigste Ursache schwerer Verletzungen â noch vor VerkehrsunfĂ€llen.
Prof. Dr. Carl Neuerburg aus der DGOU-Sektion Alterstraumatologie unterstrich, dass nach einem schweren Sturz der Erhalt der Beweglichkeit im Fokus stehen mĂŒsse, da Bewegungsmangel Muskelkraft und Gleichgewicht weiter schwĂ€che.
Strukturierte UnterstĂŒtzung bei kognitiven EinschrĂ€nkungen
Parallel zu physischen Trainings gewinnen strukturierte Beratungs- und Schulungsangebote im Bereich der Demenzbegleitung an Bedeutung. Nach Angaben des DRK-Seniorenzentrums Heilig Geist leben in Deutschland rund 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung.
Laut dem saarlĂ€ndischen iso-Institut werden zudem tĂ€glich fast 50.000 Menschen mit Demenz in deutschen KrankenhĂ€usern behandelt, von denen vier von fĂŒnf herausforderndes Verhalten zeigen. Zur Entlastung des Fachpersonals entwickelt das Institut gemeinsam mit der EUROKEY Software GmbH das modulare Lernsystem Skills4Dem.
ErgĂ€nzend dazu bieten kommunale Netzwerke, Betreuungsvereine und Pflegekassen gezielte Kurse fĂŒr Angehörige an, um Betroffenen mit klaren Alltagsstrukturen und professioneller Anleitung ein selbstbestimmtes Leben im gewohnten Umfeld zu sichern.
