Südkorea, MyData-System

Südkorea: MyData-System startet am 20. August für Bürgerdaten

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 03:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Südkorea, Indien, Nigeria und Sri Lanka verschärfen Datenschutzgesetze. Deutsche Unternehmen müssen ihre Compliance anpassen.

Globale Datenschutzregeln: Neue Anforderungen für deutsche Firmen in Asien und Afrika
Glühende Glasfaserkabel und Serverracks für globale Datenportabilität und digitale Regulierungsrahmen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die globale Datenlandschaft befindet sich im Umbruch: Immer mehr Staaten in Asien und Afrika verschärfen ihre Regeln für Datentransfer und digitale Souveränität. Für deutsche Unternehmen, die in diesen Märkten aktiv sind, könnten die neuen Anforderungen weitreichende Folgen haben.

Südkorea: MyData-System startet im August

Die südkoreanische Datenschutzkommission PIPC hat am heutigen Montag eine Konsultation zu Änderungen der Durchführungsverordnung des Datenschutzgesetzes abgeschlossen. Im Fokus stehen dabei Datenübertragungspflichten für große Beschäftigungsplattformen. Bereits am 20. August soll das sogenannte MyData-System vollständig im öffentlichen Sektor eingeführt werden – ein Rahmenwerk, das Bürgern ein umfassendes Recht auf Datenübertragbarkeit einräumt.

Rund 700 Vorgespräche hat die Behörde dafür geführt. Doch Branchenbeobachter zeigen sich besorgt über die finanzielle Belastung für Start-ups. Kritiker fordern eine gestaffelte Einführung und zusätzliche Unterstützungsmaßnahmen, damit hohe Umstellungskosten kleinere Marktteilnehmer nicht ausbremsen.

Indien: Höchstgericht prüft Datenschutzgesetz

In Indien beschäftigt der Konflikt zwischen Datenschutz und Informationsfreiheit nun das Oberste Gericht. Am 8. August forderte der Supreme Court die Regierung auf, innerhalb von zwei bis drei Wochen auf Klagen gegen zentrale Bestimmungen des Digital Personal Data Protection Act von 2023 zu reagieren. Umstritten ist insbesondere Paragraf 44(3), der den öffentlichen Interessensschutz bei der Offenlegung persönlicher Daten aus dem Informationsfreiheitsgesetz streicht.

Chefrichter Surya Kant betonte die Notwendigkeit, Privatsphäre und Informationsrechte der Öffentlichkeit in Balance zu bringen. Eine vorläufige Aussetzung der Regelung lehnte das Gericht jedoch ab.

Bereits Anfang August hatte ein parlamentarischer Ausschuss Vertreter von Meta, X, Snapchat und Google vorgeladen. Themen waren Infrastrukturregulierung, Algorithmen-Design und Kinderschutz. Dabei stand auch der „Safe-Harbor“-Schutz des IT-Gesetzes auf dem Prüfstand – mit der Forderung, diesen nur noch bei Echtzeit-Compliance mit lokalen Vorschriften zu gewähren.

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Cloud-Zwang: Nigeria und Sri Lanka setzen auf Lokalisierung

Nigeria treibt seine digitale Souveränität mit Nachdruck voran: Am 5. August startete die Technologieagentur NITDA die operative Phase der National Sovereign Cloud Initiative. Bereits im Oktober soll eine nationale Plattform die Registrierung und Zertifizierung von Cloud-Anbietern übernehmen. Ab 2027 sind Banken und Fintech-Unternehmen dann verpflichtet, zertifizierte Anbieter zu nutzen – eine direkte Folge der Lokalisierungspolitik der Zentralbank.

Sri Lankas Datenschutzbehörde veröffentlichte am 8. August neue Leitlinien für öffentliche Stellen zur Umsetzung des Datenschutzgesetzes. Zentrale Bestimmungen treten am 1. Januar 2027 in Kraft.

Auch der malaysische Bundesstaat Selangor beteiligt sich an einem Pilotprojekt für eine souveräne Digitalinfrastruktur im Wert von umgerechnet rund 430 Millionen Euro. Das Projekt verlangt, dass 20 Prozent der kritischen Regierungsdaten in lokaler Infrastruktur verbleiben. Bis Jahresende strebt Selangor die Zertifizierung als „Smart State“ an – mit deutlich verkürzten Verwaltungszeiten durch integrierte künstliche Intelligenz.

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Wirtschaftliche Dimension: Milliarden für die digitale Zukunft

Die wirtschaftliche Bedeutung dieser Entwicklungen ist enorm. Laut GSMA trugen mobile Technologien 2025 rund eine Billion US-Dollar zur Wirtschaft Asiens und des Pazifikraums bei – fast sechs Prozent der regionalen Wirtschaftsleistung. Bis 2030 soll dieser Beitrag auf 1,4 Billionen Dollar steigen.

Doch die digitale Expansion hat auch Schattenseiten: 45 Prozent der Verbraucher in der ASEAN-Region wurden 2025 Opfer von Betrug. Die Ausgaben für Cybersicherheit sollen deshalb bis 2028 auf 60,6 Milliarden Dollar klettern.

Papua-Neuguinea erwägt derweil ein Register für alle KI-Werkzeuge staatlicher Behörden. Die Behörden dort betonen: Volle digitale Souveränität erfordert Investitionen in Milliardenhöhe – für lokale Rechenzentren, leistungsfähige Unterseekabel und spezialisiertes Fachpersonal.

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