Süße, Getränke

Süße Getränke: Schon zweimal pro Woche steigt laut Studie das Herzrisiko

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 05:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forschung verbindet süße Getränke mit Diabetes- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen; auch Darmflora und Insulinregulation reagieren auf Ernährung.

Zuckerreiche Getränke: Studien zeigen Risiken für Herz und Stoffwechsel
Ein schlichtes Glas mit klarem Wasser auf einer dunklen Schieferplatte bei natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Die physiologischen Auswirkungen eines hohen Zuckerkonsums auf den menschlichen Organismus rücken zunehmend in den Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen. Zahlreiche Erhebungen belegen, wie stark zugesetzte Zucker und gesüßte Getränke die langfristige Stoffwechselgesundheit belasten und chronische Erkrankungen begünstigen können.

Globale Krankheitslast und Konsumdaten

Eine Auswertung der Tufts University im Fachjournal Nature Medicine verdeutlicht das weltweite Ausmaß: Für das Jahr 2020 schätzten die Forschenden, dass zuckerhaltige Getränke global mit 2,2 Millionen neuen Fällen von Typ-2-Diabetes sowie 1,2 Millionen neuen Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung standen. Besonders stark betroffen waren Regionen in Subsahara-Afrika, Lateinamerika und der Karibik.

In den Industrienationen bleibt der Konsum hoch. Laut Angaben der Organisation Foodwatch nahmen Menschen in Deutschland im Jahr 2023 durchschnittlich 23 Gramm Zucker pro Tag allein über Erfrischungsgetränke zu sich. Im Schweizer Ernährungsatlas 2022 wurde für Erwachsene in der Schweiz ein täglicher Konsum von geschätzt 18 Gramm Zucker über Getränke ausgewiesen, wovon 13 Gramm auf zugesetzten Zucker entfielen.

Internationale Gesundheitsorganisationen definieren klare Grenzen: Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, freie Zucker auf weniger als 10 Prozent der täglichen Gesamtenergiezufuhr zu beschränken, wobei eine Senkung auf unter 5 Prozent weitere Vorteile bringen könne.

Bei einer Energiezufuhr von 2.000 Kilokalorien entspricht dies weniger als 50 Gramm beziehungsweise weniger als 25 Gramm freiem Zucker. Die American Heart Association rät Frauen zu maximal 25 Gramm und Männern zu maximal 36 Gramm zugesetztem Zucker pro Tag. Zum Vergleich: Eine handelsübliche Dose Limonade enthält bereits etwa 39 Gramm Zucker.

Gefahren für Gefäße und Herz

Die Auswirkungen auf das kardiovaskuläre System sind durch mehrere Studien belegt. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2014 zeigte, dass Personen, die über 20 Prozent ihrer täglichen Kalorien über zugesetzten Zucker bezogen, ein fast doppelt so hohes Risiko aufwiesen, an Herzkrankheiten zu sterben.

Eine weitere Studie aus dem Jahr 2024 mit über 100.000 Teilnehmenden stellte fest, dass bereits der Konsum von süßen Getränken zweimal pro Woche mit einem höheren Risiko für Herzerkrankungen verbunden war – selbst bei Personen, die regelmäßig Sport trieben. Den Daten zufolge können zuckerhaltige Getränke Entzündungsprozesse im Körper fördern und langfristig metabolische Störungen hervorrufen.

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Auswirkungen auf Darmflora und Insulinregulation

Auch das Mikrobiom reagiert empfindlich auf Zucker. Eine Untersuchung ergab, dass eine zuckerreiche Ernährung während einer Antibiotikabehandlung potenziell schädliche Darmbakterien begünstigt und das mikrobielle Ungleichgewicht verstärkt. Fachleute raten daher, zugesetzten Zucker während der Einnahme sowie zwei bis vier Wochen danach zu reduzieren.

Gleichzeitig erforschen Institute wie die Jiangnan University Zusammenhänge zwischen Darmbakterien wie Bacteroides vulgatus und hormonellen Regulationswegen über GLP-1 und FGF21, die das Verlangen nach Süßem dämpfen könnten. Frühere Studien verknüpften bestimmte Varianten des FGF21-Gens mit einer um rund 20 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit für einen hohen Zuckerkonsum.

Zudem zeigte eine Studie der Virginia Tech in Nature Metabolism an 32 Erwachsenen, dass hochverarbeitete Mahlzeiten im Vergleich zu minimal verarbeiteter Kost trotz nahezu identischer Nährwerte einen deutlicheren Anstieg des Insulinspiegels hervorrufen, insbesondere 40 bis 120 Minuten nach der Nahrungsaufnahme.

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Diagnostische Marker und Alternativen

Zur Überwachung des Glukosestoffwechsels gelten feste diagnostische Schwellenwerte: Ein Nüchternblutzucker ab 126 mg/dl oder ein HbA1c-Wert ab 6,5 Prozent weisen auf Diabetes hin, während Werte unter 100 mg/dl beziehungsweise 5,7 Prozent als normal eingestuft werden.

Beim Einsatz von Ersatzstoffen zeigt die Datenlage ein differenziertes Bild: Eine Metaanalyse von 29 randomisierten Studien mit 741 Teilnehmenden ergab nach dem Konsum kalorienfreier Süßstoffe keinen Blutzuckeranstieg. Den dennoch mahnen Untersuchungen zur Insulinsensitivität zur Vorsicht, da die langfristigen metabolischen Folgen vieler Süßungsmittel weiterhin Gegenstand der Forschung sind.

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