Süßstoffe: Saccharin und Sucralose verschlechtern Glukosetoleranz
15.06.2026 - 14:46:43 | boerse-global.de
Eine aktuelle Studie des Weizmann Institute of Science zeigt: Saccharin und Sucralose können die Glukosetoleranz verschlechtern.
Die im Fachmagazin Cell veröffentlichte Untersuchung mit 120 gesunden Erwachsenen belegt signifikante Veränderungen in der Darmflora. Besonders betroffen: die beiden genannten Süßstoffe. Aspartam und Stevia hingegen riefen zwar ebenfalls Mikrobiom-Veränderungen hervor, aber keine messbare Beeinträchtigung der Glukosetoleranz.
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Die Forscher untermauerten ihre These durch Stuhltransplantationen in Mäuse. Das Mikrobiom spielt demnach eine kausale Rolle.
Experten streiten über Risiken
Die Fachwelt ist gespalten. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft hält Süßstoffe in den festgelegten Höchstmengen weiterhin für unbedenklich. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie warnt dagegen vor einem potenziell steigenden Diabetesrisiko.
PCOS bekommt neuen Namen – und neue Erkenntnisse
Das Polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) soll umbenannt werden. Experten schlagen „Polycystic Metabolic Ovarian Syndrome" (PMOS) vor. Der neue Name betont die hormonellen und stoffwechselbezogenen Aspekte der Erkrankung.
Professor Helena Teede bereitete den Schritt über 14 Jahre vor. Rund 22.000 Umfrageantworten flossen ein. Die vollständige Umsetzung ist bis 2028 geplant.
Die Relevanz ist enorm: Jede achte Frau ist betroffen. Eine schwedische Studie liefert zudem Hinweise auf Auswirkungen auf die nächste Generation. Kinder von Frauen mit dieser Hormonerkrankung haben ein um 59 Prozent höheres Risiko, eine Autismus-Spektrum-Störung zu entwickeln.
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Eine weitere Arbeit im Journal Menopause (Juni 2026) zeigt: Frauen mit primärer Unfruchtbarkeit erreichen die Menopause im Schnitt etwa ein Jahr früher.
Markt wächst – Forschung liefert neue Ansätze
Der Markt für Behandlungen hormoneller Störungen wächst. TechSci Research beziffert die jährliche Wachstumsrate auf 8,63 Prozent. Zu den maßgeblichen Akteuren zählen Bayer, Pfizer, Merck und Novartis.
Wissenschaftler der ETH Zürich veröffentlichten im Mai 2026 in den PNAS Ergebnisse zu einem neuen System. Unter der Leitung von Robin Scheuplein entwickelten sie einen Mechanismus, der Glukokortikoid-Rezeptoren in Tumorzellen gezielt abbaut. Durch Lichtsignale sollen Krebszellen aus einem Ruhezustand geholt werden – und damit verwundbarer für Behandlungen werden.
Der Nachweis gelang in Lungenkrebszellkulturen. Anwendungen bei Brust- und Prostatakrebs werden in Aussicht gestellt.
Mehr Inklusion für Menschen mit Autismus
Parallel zur Forschung gibt es Bestrebungen zur besseren Inklusion. Einige Schwimmbäder erproben Konzepte wie die „stille Stunde". Gedämpftes Licht und reduzierte Geräusche schaffen ein reizarmes Umfeld für Autisten.
Pharmamarkt im Wandel
Der Pharmasektor zeigt im ersten Halbjahr 2026 hohe Dynamik. Im Juni wurde der Vertrieb etablierter Präparate wie Campto (Irinotecan) oder das Antidepressivum Edronax in der Schweiz eingestellt. Gleichzeitig kamen neue Generika und Spezialmedikamente auf den Markt.
Im Juni 2026 erfolgte etwa die Zulassung von Tarlatamab für die Behandlung des kleinzelligen Lungenkarzinoms in der Schweiz. Bereits im Mai 2026 wurden neue Optionen für die Therapie von Morbus Crohn sowie zur Herz-Kreislauf-Prävention zugelassen.
