SystemBC, Windows-SchÀdling

SystemBC: Windows-SchÀdling wird zur Ransomware-Drehscheibe

29.06.2026 - 15:55:34 | boerse-global.de

Der Windows-SchĂ€dling SystemBC dient weiterhin als Proxy fĂŒr Ransomware-Gruppen. Neue Versionen nutzen das Tor-Netzwerk zur Verschleierung.

SystemBC: Altbekannte Malware als Ransomware-Drehscheibe aktiv
SystemBC - DĂŒstere, bedrohliche digitale Landschaft mit leuchtend grĂŒnen Schaltkreisen, die auf einen abstrakten Windows-Bildschirm zulaufen – Symbol einer Cyber-Bedrohung. 29.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Ein altbekannter Windows-SchĂ€dling wird zur Drehscheibe fĂŒr Ransomware-Angriffe.

Seit Jahren treibt SystemBC – auch unter dem Namen Coroxy bekannt – sein Unwesen in Unternehmensnetzwerken. Die Malware fungiert als SOCKS5-Proxy und dauerhafter HintertĂŒr-Mechanismus, der Cyberkriminellen den Fernzugriff auf kompromittierte Systeme ermöglicht. Am heutigen Montag veröffentlichte Sicherheitsforscher aktuelle Erkenntnisse, die zeigen: Die Bedrohung ist keineswegs gebannt.

Eine Erfolgsgeschichte der CyberkriminalitÀt

SystemBC blickt auf eine lange Karriere zurĂŒck. Erste Varianten tauchten bereits zwischen 2018 und 2019 auf. Seither hat sich der SchĂ€dling zu einem unverzichtbaren Werkzeug in der Toolbox berĂŒchtigter Erpresserbanden entwickelt.

Die Liste der Gruppen, die SystemBC einsetzen, liest sich wie das „Who is Who" der Ransomware-Szene: Ryuk, Egregor und Conti nutzten die Software ebenso wie die aktuell aktiven Gruppierungen BlackBasta, Play und Rhysida. Die Funktionsweise ist perfide: SystemBC verwandelt infizierte Rechner in Proxys, ĂŒber die die Angreifer ihren Datenverkehr leiten. So können sie ihre Spuren verwischen und wĂ€hrend der AusspĂ€hungs- und VerschlĂŒsselungsphase unerkannt im Netzwerk bleiben.

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Tor macht den SchÀdling noch gefÀhrlicher

Die Entwickler von SystemBC ruhen sich nicht auf ihren Lorbeeren aus. Neuere Versionen haben das Tor-Netzwerk integriert, um die Kommunikation mit den Steuerungsservern zu verschleiern. Das verschafft den Angreifern eine zusÀtzliche AnonymitÀtsebene.

Der Mechanismus bleibt derselbe: Auf dem Opfer-Rechner wird ein SOCKS5-Proxy installiert. Der gesamte schĂ€dliche Datenverkehr wird durch diesen Tunnel geleitet. FĂŒr die Netzwerksicherheit des angegriffenen Unternehmens sieht die ausgehende Verbindung aus, als stamme sie von einem legitimen internen System. Herkömmliche Perimeter-Sicherheitslösungen werden so elegant umgangen.

Weitere Bedrohungen am Horizont

SystemBC ist nicht die einzige Gefahr, die Sicherheitsexperten derzeit beschĂ€ftigt. Am heutigen Montag wurden mehrere weitere schwerwiegende SicherheitslĂŒcken und Schadsoftware-Familien identifiziert.

Forscher entdeckten eine neue Win32k-Callback-Injection-Technik, die eine heimliche Prozessinjektion und die AusfĂŒhrung von Remote-Code ermöglicht. Die Methode missbraucht spezifische Callback-Funktionen des Betriebssystems.

Parallel dazu wurde das STOCKSTAY-Malware-Framework der berĂŒchtigten Turla-Gruppe zugeordnet. Die Schadsoftware zielt auf diplomatische Vertretungen in Europa und Regierungsorganisationen in der Ukraine ab. Ähnlich wie SystemBC setzt STOCKSTAY auf modulare Komponenten und Verschleierungstechniken, um dauerhaft auf den Zielsystemen zu verbleiben.

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CISA schlÀgt Alarm

In einer separaten Entwicklung hat die US-amerikanische Cybersicherheitsbehörde CISA eine Schwachstelle in SolarWinds Serv-U in ihren Katalog bekannter ausgenutzter Schwachstellen (KEV) aufgenommen. Der Fehler kann zu Denial-of-Service-ZustĂ€nden fĂŒhren und wird Berichten zufolge bereits aktiv im Internet ausgenutzt.

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