T-Mobile, Figure

T-Mobile und Figure AI: Humanoide Roboter lagern KI ans 5G-Netz aus

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 18:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Gemeinsam mit Figure AI und AWS untersucht T-Mobile ausgelagerte KI-Berechnungen; weitere Tests betreffen Robotik, Verkehr und Pre-6G.
Moderne Glasfaser- und Serverinfrastruktur in einem technologisch fortschrittlichen industriellen Umfeld. Illustration mit AI erstellt.

T-Mobile testet die Einbindung humanoider Roboter in moderne Mobilfunknetze, um rechenintensive Aufgaben aus den Maschinen auszulagern. Wie Technikchef John Saw mitteilte, untersucht das US-Telekommunikationsunternehmen, ob humanoide Roboter durch die Auslagerung von KI-Berechnungen auf den Netzwerk-Edge schnellere Reaktionszeiten erreichen und gleichzeitig mit weniger bordeigener Rechenleistung auskommen können.

Partnerschaft mit Figure AI und Netzinfrastruktur

Ein zentraler Bestandteil dieser Initiative ist eine Kooperation mit dem Robotik-Unternehmen Figure AI. Im Rahmen der Partnerschaft wird geprüft, ob Teile der Helix-S1- und Helix-S2-Modelle sowie Systeme für bewegungsabläufe, Bild- und Sprachverarbeitung am Netzwerk-Edge betrieben werden können, ohne dass die Reaktionsfähigkeit der Roboter leidet.

Ziel der Zusammenarbeit ist es, den Akkuverbrauch, die Rechenlast, die Wärmeentwicklung, das Gewicht sowie die Gesamtkosten der Maschinen zu senken. Ergänzend sieht die Kooperation mit Figure AI den Einsatz von eSIMs für humanoide Roboter vor.

Um die nötige Rechenarchitektur bereitzustellen, arbeitet T-Mobile zudem mit AWS zusammen. Gemeinsam wurden erste Instanzen einer verteilten Intelligenzinfrastruktur namens Kinetic Edge aufgesetzt, die auf 5G-Advanced und Edge-Computing in Kombination mit AWS-Cloud-Orchestrierung basiert.

Anforderungen an physische KI

Nach Einschätzung von T-Mobile-CTO John Saw vom 27. Oktober 2026 benötigt sogenannte Physical AI eine Inferenzverarbeitung nahe an den Maschinen. Technologien wie Wi-Fi oder Satellitenkommunikation böten für diese Form der künstlichen Intelligenz nicht die erforderliche Zuverlässigkeit, Konsistenz, niedrige Latenz und hohe Uplink-Kapazität.

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Das Projekt befindet sich nach Angaben des Unternehmens derzeit noch in einer Forschungs- und Evaluierungsphase und hat keine Auswirkungen auf Verbrauchergeräte. Ein künftiger kommerzieller Einsatz hängt vom weiteren Ausbau von 5G-Advanced sowie der Standardisierung von Protokollen für die Kommunikation zwischen Edge-Infrastrukturen und Robotern ab.

Weitere Testfelder von Flottenmanagement bis Pre-6G

Neben humanoiden Robotern erprobt T-Mobile ähnliche Ansätze mit weiteren Partnern. Mit Serve Robotics evaluiert der Netzbetreiber die Edge-Überwachung für Lieferroboterflotten und Konversations-KI am Netzwerkrand, einschließlich der Abwägung von Eingriffen durch Menschen gegenüber KI-Lösungen bei auftretenden Problemen.

In Zusammenarbeit mit der Stadt San Jose, LinkerVision und Laplace Intelligence setzt T-Mobile zudem auf 5G-Kameras und Edge-KI, um getrennte Kameraansichten für eine zusammenhängende Verkehrsübersicht zusammenzuführen.

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Parallel treibt das Unternehmen die Weiterentwicklung der Netztechnik voran. Gemeinsam mit Nokia und NVIDIA realisierte T-Mobile in Bellevue im US-Bundesstaat Washington den weltweit ersten AI-RAN-Call in einem kommerziellen Netz.

Der Test erfolgte über einen aktiven 5G-Standalone-Core mit einem kommerziellen Smartphone, Nokia Massive MIMO und 5G-anyRAN-Software sowie NVIDIA-Aerial-RAN-Computer-Servern, die GPU-beschleunigt statt mit dedizierten Chips arbeiten. Kennzahlen zu Durchsatz, Latenz und Spektrumeffizienz machten die Beteiligten nicht öffentlich.

In einem weiteren Test mit Ericsson und MediaTek erprobte T-Mobile Pre-6G-Technologien im 7-GHz-Band mit 400-MHz-Kanälen. Dabei wurden Übertragungsraten von mehr als 5 Gbps im Download und mehr als 2 Gbps im Upload bei Latenzzeiten von bis zu 4 Millisekunden erzielt. Wie am 27. Oktober 2026 bekannt wurde, soll der künftige 6G-Standard die integrierte Sensorik und Kommunikation als Kernfähigkeit umfassen.

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